Ticker zur Bundestagswahl - Stand 20.45 Uhr

Karamba Diaby liegt im Wahlkreis Halle inzwischen uneinholbar vorn

Auch bei den Zweitstimmen dominieren die Sozialdemokraten.

Von Jonas Nayda, Phillip Kampert und Dirk Skrzypczak Aktualisiert: 26.09.2021, 21:24
Karmabia Diaby lässt sich von seinen Anhängern feiern.
Karmabia Diaby lässt sich von seinen Anhängern feiern. (Foto: Philipp Kampert)

Halle/MZ - Wird Karamba Diaby der neue Direktkandidat für Halle - und entreißt dem CDU-Mann Bernstiel das Mandat? „Es könnte gut sein, dass das so kommt“, erklärt Diaby verschmitzt seinen Sieg, ohne dies explizit zu tun. Die Genossinnen und Genossen auf der Wahlparty der Sozialdemokraten applaudieren ausdauernd. Für einen endgültige Siegeserklärung sei es aber nach wie vor zu früh.

„Die Leute wissen wieder, wofür die SPD steht“, sagt Diaby. „Wir sind nicht nur in Halle präsent, sondern auch in Umland, die Leute kennen uns.“

Der Sieg in der Saalestadt scheint dem Sozialdemokraten sicher - und auch der Blick nach Berlin wird immer selbstbewusster. Man rechnet hier immer stärker damit, stärkste Kraft zu werden

Zweitstimmen: SPD vor CDU und AfD

Die SPD feiert auch bei den Zweistimmen in ihrer einstigen Hochburg Halle eine triumphale Wiedergeburt. Nach der Auszählung von 174 (von 212) Wahllokalen kommen die Sozialdemokraten auf 23,1 Prozent und liegen damit deutlich vor CDU (17,8) und AfD (15,9). Auf dem Vormarsch sind die Grünen (13,1). Es folgen Linke (11,6) und FDP (10,3).

So lief der Wahlabend

Auch in Halle ist es spannend - wie auf Bundesebene.
Auch in Halle ist es spannend - wie auf Bundesebene.
Foto: dpa

19.45 Uhr: Im Wahkreis 72 (Halle/Landsberg/Kabelsketal/Petersberg) ringen die Bewerber von SPD, CDU und AfD um das Direktmandat. Nach der Auszählung von 77 der 212 Wahllokale liegt zwischenzeitlich Karamba Diaby (SPD) mit 25,9 Prozent vor Christoph Bernstiel (CDU/20,8) und Alexander Raue (20,0).

Enttäuschung und Erleichterung bei den Linken

Petra Sitte ist zuversichtlich, dass die Linken im Bundestag bleiben.
Petra Sitte ist zuversichtlich, dass die Linken im Bundestag bleiben.
Foto: Kampert

Ein Raunen, als hätte die gegnerische Mannschaft den Pfosten getroffen, rollte durch Strieses Biertunnel, wo die Wahlparty der Linken in Halle stattfindet. Es ist 18:43 und die Hochrechnung zeigt die Linke bei 5,0 Prozent. Es sieht so aus, als wäre es gerade noch einmal gut gegangen, aber die Enttäuschung im Raummost greifbar.

Spitzenkandidatin Petra Sitte ist aber optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir in den Bundestag einziehen, denn beim Wahlkampf wurde uns immer wieder gesagt, dass die Leute per Briefwahl abstimmen wollen.“

 

Trotz ihres Optimismus blickt Sitte mit gemischten Gefühlen auf die Hochrechnung. „Unsere Themen Soziales und Bildung sind gut angekommen - gerade auch bei den Jüngeren - und wir ermutigen die Leute, nach ihrem Empfinden zu wählen. Leider wollten dieses Mal Viele taktisch ihre Stimme platzieren.“

 

Ungeachtet der Ergebnisse auf Bundes-Ebene sieht Sitte ihre Partei als starke politische Kraft in Halle: „Der Wahlkampf war stark, die Leute interessieren sich für unsere Inhalte, zu unseren Veranstaltungen kommen viele interessierte Bürger, nicht nurParteimitglieder.“

Grüne hin- und hergerissen

Die Grünen-Direktkandidatin Inés Brock verbringt den Wahlabend mit ihren Parteikollegen im Puschkinhaus. Dort sei die Stimmung gut, sagt sie. Alle seien froh, dass die Grünen laut Prognosen das beste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren haben. Sie schaue aber natürlich mit Spannung auf die halleschen Ergebnisse.