Blick ins Alte

Initiative will in Trotha auf interessante Orte aufmerksam machen

Stadtteilschilder sollen auf interessante Orte aufmerksam machen. Dabei sind auch die Anwohner gefragt. Gestartet wird in der Pfarrstraße.

Von Annette Herold-Stolze
Koordinieren die Initiative für Stadtteilschilder, die auf Trothaer Geschichte hinweisen: Andreas Dose, Jan Kunisch und Manuela Reimer (von links).
Koordinieren die Initiative für Stadtteilschilder, die auf Trothaer Geschichte hinweisen: Andreas Dose, Jan Kunisch und Manuela Reimer (von links). (Foto: Annette Herold-Stolze)

Halle (Saale)/MZ - Zum Beispiel das Trothaer Schlösschen, auch als ehemaliger „Schwarzer Adler“ bekannt. Oder das Sägewerk nicht weit weg. Der ehemalige Kaffeegarten sowieso. Für Manuela Reimer und ihre Mitstreiter steht fest: In Trotha gibt es jede Menge zu entdecken. Das Manko: Viele wissen kaum etwas über die Geschichte von Häusern und Plätzen, wissen nicht, warum es sich lohnen könnte, einmal genauer hinzuschauen. Das wollen Kirchspiel, Quartiermanagement und das Projekt Stabil der Stiftung Bildung und Handwerk gemeinsam mit Bürgern nun ändern. In Trotha sollen Stadtteilschilder aufgestellt werden, die dem Passanten verraten, was es mit diesem oder jenem Gebäude oder Platz auf sich hat.

Den Anfang soll die Pfarrstraße machen - und zwar aus einem ganz besonderem Grund: 2022 jährt sich die Ersterwähnung der Trothaer St.-Briccius-Kirche zum 900. Mal. Für den 5. Juni ist ein großes Kirchfest entlang der Pfarrstraße geplant, wie der Kirchspiel-Vorsitzende Reimer ankündigt. Zum Start des Stadtteil-Projektes soll ein großes Schild aufgestellt werden, das einen Überblick verschafft. An einzelnen Stationen sind kleinere Tafeln geplant, auf denen sich auch ein QR-Code befindet, über den Spaziergänger weitere Informationen abrufen können.

„Wir hoffen auf Fotos und persönliche Erlebnisse, die die Hallenser mit diesen Orten verbinden.“

Was das für Informationen sein sollen? Da sind die Trothaer gefragt, wie Quartiermanager Jan Kunisch sagt. Den Initiatoren schwebt nämlich vor, Erinnerungen zu sammeln. „Wir hoffen auf Fotos und persönliche Erlebnisse, die die Hallenser mit diesen Orten verbinden.“ Das Ganze solle möglichst lebendig wirken, so dass es den Organisatoren am liebsten wäre, wenn jemand seine Erinnerungen gleich noch persönlich einspricht.

Dass es genug zu berichten gibt, da ist es Manuela Reimer, Jan Kunisch und Andreas Dose, Sozialpädagoge beim Projekt Stabil nicht bange. Das Projekt will sich mit handwerklichen Arbeiten an dem Vorhaben beteiligen. Weitere Mitstreiter werden noch gesucht, etwa für die Erstellung der geplanten Internetseite, für die Übersetzung von Texten ins Englische oder bei der Einwerbung von Spenden, denn darauf wird zur Finanzierung des Ganzen gesetzt.

„Das ist ein Bürgerbeteiligungsprojekt aus Trotha für Trotha und die gesamte Stadt und ihre Gäste“,

Für den Quartiermanager geht es nicht nur um die Schilder und eine touristische Aufwertung von Trotha. Mindestens ebenso wichtig ist ihm, dass durch dieses Vorhaben Menschen miteinander in Verbindung kommen und neue Netzwerke im Viertel entstehen. „Das ist ein Bürgerbeteiligungsprojekt aus Trotha für Trotha und die gesamte Stadt und ihre Gäste“, sagt er. Möglicherweise könnte es sogar zur Anregung für andere hallesche Stadtviertel werden, blickt er voraus.

Einstweilen sind die Ideen für Trotha mit der Pfarrstraße längst nicht zu Ende. Das alte Fischerdorf, aus dem sich der Stadtbezirk entwickelte, könnte ebenso zum Thema für Stadtteilschilder werden wie Trothaer Industriekultur.

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