Halle Halle: Beesener Straße für Autos tabu
HALLE/MZ. - In Halle wird die nächste Straße für umfangreiche Sanierungsarbeiten gesperrt. Betroffen ist diesmal die südliche Innenstadt. Dort will die Hallesche Verkehrs AG (Havag) in den kommenden zwei Jahren die Beesener Straße zwischen Melanchthonplatz und Robert-Koch-Straße Stück für Stück umkrempeln (siehe Karte). Für Autos sind die jeweiligen Bauabschnitte in dieser Zeit tabu. Einzig Straßenbahnen können dann noch eingleisig durch die Beesener Straßen rollen.
Bahnverkehr dank Spezialweiche
Realisiert werden soll das durch den Einbau so genannter Kletterweichen. Die werden im Bereich der Baustelle einfach auf die Gleise gelegt. Wenn Bahnen an die Baustelle kommen, können sie am abgeflachten Ende auf diese Spezial-Weiche fahren, das Gleis wechseln und so um die Gleisbaustelle herum fahren. Für den Einbau dieser Anlagen muss allerdings zunächst ab Freitag, 22 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, der Tram-Verkehr in der Beesener Straße eingestellt werden. Betroffen sind davon die Linien 3, 8 und 95. Die Havag setzt in dieser Zeit einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein.
Die eigentlichen Bauarbeiten auf dem ersten, rund 320 Meter langen Abschnitt zwischen Melanchthonplatz und Gustav-Hertzberg-Straße gehen dann am kommenden Montag los. Von Hauswand zu Hauswand wird die Beesener Straße auf ihrer Breite von mehr als 20 Metern erneuert.
Zunächst werden laut Havag die Versorgungsunternehmen damit beginnen, die bestehenden Abwasserkanäle zu sanieren, die Trinkwasserversorgung zu erneuern und Kabel für moderne Breitbandtechnik zu verlegen. Erst dann kann mit dem Straßen- und Gleisbau begonnen werden.
Die neuen Gleise werden in der Straßenmitte verlegt und ihr Abstand etwas erweitert. Das ist auch dringend notwendig: Denn die modernen Niederflurbahnen sind zehn Zentimeter breiter als die älteren Tatra-Modelle. Deshalb kommen die Schienenfahrzeuge derzeit auf Teilen der Strecke nicht aneinander vorbei. Alle Haltestellen werden zudem so ausgebaut, dass sie den Anforderungen der Niederflurbahnen gerecht werden.
Für Fußgänger soll der Melanchthonplatz laut Havag durch eine eigene Ampel sicherer werden. Und auch an die Radfahrer sei gedacht worden: Sie sollen an beiden Seiten der Straße einen Randstreifen zwischen der Fahrbahn und den Parkbuchten erhalten. An den Haltestellen werden die Radfahrer zwischen den Wartehäuschen und der Straße hindurch geführt. Durch eine Änderung des Belages in diesem Bereich und einen künstlich eingefügten Höhenunterschied sollen die Radfahrer auf diese nicht ganz ungefährliche Situation aufmerksam gemacht werden.
Für die Sanierung der Beesener Straße mussten bereits zahlreiche Bäume weichen. Der gesamte Bestand wird aber nach Aussagen der Havag nach Abschluss der Arbeiten durch neu gepflanzte Winterlinden ersetzt.
Gesamtprojekt bis November 2012
Allein für den am Montag beginnenden Bauabschnitt zwischen dem Melanchthonplatz und der Gustav-Hertzberg-Straße sollen bis zum kommenden Jahr rund 2,8 Millionen Euro investiert werden. Insgesamt schlägt das Projekt mit zehn Millionen Euro zu Buche, die hauptsächlich durch Fördermittel finanziert werden (die MZ berichtete). Der Ausbau und die Umgestaltung der Beesener Straße soll insgesamt in drei Abschnitten bis voraussichtlich November 2012 über die Bühne gehen. Das Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Halle und der Havag.
Weitere Informationen zum
Bauablauf im Internet unter der www.havag.com