Kommen und gehen bei Gisa Lions

Gisa Lions holen junge US-Centerspielerin Naheria Hamilton nach Halle

Halle (Saale) - Wer Juwelen finden will, der muss vor allem eines investieren: Zeit. Das weiß Peter Kortmann nur zu gut. Der erfahrene Basketballcoach, der nach neun Jahren wieder nach Halle zu Erstligist Gisa Lions zurückkehrt und dort die sportliche Misere beenden soll, hat schon so manch unbekanntes Talent ...

Von Fabian Wölfling
Kapitänin Elisa Hebecker verlässt die Gisa Lions. Holger John / VIADATA

Wer Juwelen finden will, der muss vor allem eines investieren: Zeit. Das weiß Peter Kortmann nur zu gut. Der erfahrene Basketballcoach, der nach neun Jahren wieder nach Halle zu Erstligist Gisa Lions zurückkehrt und dort die sportliche Misere beenden soll, hat schon so manch unbekanntes Talent entdeckt.

Tamara Tatham etwa. Die Kanadierin holte er 2008 nach Halle. 2012 wurde sie als Löwin zur besten Spielerin der Bundesliga ausgezeichnet, spielte mit Kanada im gleichen Jahr bei den Olympischen Spielen in London.

Auch jetzt hat Kortmann wieder „viele Tage voller Videoscouting und Gesprächen“ investiert, bis er sich sicher war, diese Naheria Hamilton könnte wieder so ein Juwel sein. Die 1,95 Meter große US-Amerikanerin kommt direkt vom College.

Naheria Hamilton wechselt vom College zu den Gisa Lions

Die 21-Jährige spielte vier Jahre für eine Universität in South Carolina, kam dort zuletzt auf 10,3 Punkte und 10,2 Rebounds im Schnitt. „Für ihre Größe ist sie sehr athletisch“, sagt Kortmann. „Von der Veranlagung her könnte sie eine Tatham in groß werden.“ Die 1,85-MeterFrau überzeugte einst mit ihrem kompletten Spiel: Tatham punktete, sammelte Rebounds, verteidigte gut, klaute Bälle.

Natürlich erwartet Kortmann von Center-Spielerin Hamilton nicht aus dem Stand vergleichbare Glanzleistungen. Schließlicht ist sie in Europa ein „Rookie“, ein Neuling, unerfahren. So eine wollte der Trainer-Rückkehrer eigentlich nicht.

„Aber alle Center-Spielerinnen, die mit unseren Möglichkeiten finanzierbar waren, haben meinen Ansprüchen nicht genügt.“ Dann doch lieber das kalkulierte Risiko mit Hamilton eingehen. Von deren Potenzial ist Kortmann überzeugt. „Ich denke, mit ihr ist uns ein guter Griff gelungen.“

Gisa Lions: Inken Henningsen und Schinkel-Schwestern bleiben in Halle

Hamilton, die als Starterin auf der Center-Position eingeplant ist, bleibt die einzige „Rookie“-Ausnahme, verspricht Kortmann. Die anderen vier Ausländerinnen, die im Team stehen werden, haben Europa-Erfahrung. Darunter ist mit Barbora Kasparkova nur noch eine Spielerin aus der Vorsaison.

Auch Inken Henningsen und die Schinkel-Schwestern bleiben bei den Lions. Neben Meret Kleine-Beeck, die 19-jährige ehemalige deutsche Juniorennationalspielerin stößt aus Schweden zum Team, ist auch die Verpflichtung einer routinierten deutschen Spielerin fix. Ihren Namen wollen die Lions zeitnah bekanntgeben.

Halle verlassen wird dagegen Kapitänin Elisa Hebecker. Die Hallenserin hat ihr Studium beendet und will sich neben dem Sport nun auf ihre berufliche Zukunft konzentrieren. Sie sucht nach einer Anstellung in der Film-Branche. (mz)