Für ein lebenswertes Viertel

Für ein lebenswertes Viertel: Bürgerpark „Freifeld“ an Freiimfelder Verein geschenkt

Halle (Saale) - Der Bürgerpark „Freifeld“ bleibt langfristig erhalten. Die Montag-Stiftung „Urbane Räume“ übergab das Gelände als Geschenk an den Freiimfelder Verein. Damit ist die Zukunft des Projektes sichergestellt, denn der Verein hat konkrete Ziele. Jetzt kann kein Investor mehr die ehemalige Industriebrache kaufen und dort etwas ...

Von Jonas Nayda 01.02.2020, 17:00

Der Bürgerpark „Freifeld“ bleibt langfristig erhalten. Die Montag-Stiftung „Urbane Räume“ übergab das Gelände als Geschenk an den Freiimfelder Verein. Damit ist die Zukunft des Projektes sichergestellt, denn der Verein hat konkrete Ziele. Jetzt kann kein Investor mehr die ehemalige Industriebrache kaufen und dort etwas bauen.

Montag-Stiftung übergibt „Freifeld" als Geschenk dem Freiimfelder Förderverein

Der Verein habe gezeigt, wie nachhaltige Stadtentwicklung funktionieren kann, sagte René Rebenstorf, Halles Beigeordneter für Stadtentwicklung und Umwelt, bei der feierlichen Übergabe am Donnerstag. „Ich bin fasziniert, wie sich dieses Viertel ohne viel Geld, aber mit viel Engagement entwickelt hat. Es ist eine Qualität, die andere Viertel sicher auch gerne hätten.“

Geld der Montag-Stiftung ist dennoch reichlich in die Entwicklung geflossen. Zweck der gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Bonn ist es, Stadtviertel aufzuwerten, die von besonderen sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen geprägt sind.

Im Vergleich zu anderen Bau- oder Sanierungsmaßnahmen in der Stadt sind die 500.000 Euro, die in den vergangenen vier Jahren in die rund 6.000 Quadratmeter große Parkfläche investiert wurden, nur Kleingeld.

„Wir wollen das Viertel lebenswerter machen“

Weitere 650.000 Euro hat die Projekt- und Quartiersarbeit gekostet, von der jedoch bis heute das ganze Viertel profitiert. Aus dem eigens gegründeten Quartierfonds sollen auch in Zukunft gemeinwohlorientierte Projekte gefördert werden.

„Wir wollen das Viertel lebenswerter machen“, sagt Ron Kretzschmar, der für den Apothekengarten auf dem „Freifeld“ verantwortlich ist. Nach der Winterpause soll der Garten ausgebaut werden. Anwohner können dort eigene Hochbeete anlegen oder sich am Gemeinschaftsgarten beteiligen.

Bürgerpark soll entwickelt und Allgemeinheit zugänglich gemacht werden

Außerdem soll der sogenannte „Bauspielplatz“ weitergeführt werden, auf dem Kinder sich mit Holzarbeiten austoben können und der Lehmbackofen soll wieder hergerichtet werden. Das Gelände, auf dem früher alte Lagerhallen gestanden hatten, wucherte jahrelang vor sich hin. Auf Initiative der Freiraumgalerie sollte es entwickelt und der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.

Nach einer Bürgerbeteiligung begannen 2018 die Bauarbeiten. Im Mai 2019 eröffnete das „Freifeld“. Seitdem finden an jedem ersten Samstag im Monat sogenannte „Freitage“ statt, an denen Anwohner sich bei Speisen und Getränken in dem Park treffen und ihn weiter ausbauen. (mz)