Feuerwehr

Feuerwehr: Landsbergs teurer Leihwagen

Halle (Saale) - Es ist ein äußerst kostspieliger Mietwagen, den sich die Stadt Landsberg seit mehr als anderthalb Jahren leistet. Für 250 Euro am Tag hat sie eine gebrauchte Feuerwehr-Drehleiter ausgeliehen. Seit das alte stadteigene Fahrzeug ausgemustert wurde, weil es an der Betriebsfähigkeit haperte, sind zwischenzeitlich 153.000 Euro Miete ...

Von Michael Falgowski

Es ist ein äußerst kostspieliger Mietwagen, den sich die Stadt Landsberg seit mehr als anderthalb Jahren leistet. Für 250 Euro am Tag hat sie eine gebrauchte Feuerwehr-Drehleiter ausgeliehen. Seit das alte stadteigene Fahrzeug ausgemustert wurde, weil es an der Betriebsfähigkeit haperte, sind zwischenzeitlich 153.000 Euro Miete aufgelaufen.

Dabei sollte das bis eine Höhe von 23 Metern hinaufreichende Rettungsfahrzeug eigentlich nur eine Übergangslösung sein, gedacht bis maximal zum April 2015. Spätestens dann sollte eine neue gebrauchte Drehleiter im Gerätehaus stehen. Die sollte etwa 300.000 Euro kosten. Die Hälfte dieses Kaufpreises hat Landsberg allerdings schon für den Mietwagen ausgegeben. Bis zum Jahresende könnte sich der Betrag für die zum Dauerzustand mutierte Übergangslösung sogar noch auf insgesamt rund 178.000 Euro erhöhen.

Schweigen im Rathaus

Doch erst jetzt, mit anderthalb Jahren Verspätung, hat der Stadtrat die Ausschreibung und den Kauf einer Feuerwehrdrehleiter beschlossen. Eine damit eigens beauftragte Firma aus Stuttgart hat die europaweite Ausschreibung vorbereitet. Noch in diesem Jahr soll das ebenfalls gebrauchte Fahrzeug gekauft werden, wie die amtierende Bürgermeisterin Daniela Moron-Wernicke erklärt. Sie leitet derzeit die Amtsgeschäfte der Stadt, weil Bürgermeister Olaf Heinrich im November 2015 vom Landesverwaltungsamt wegen Untreuevorwürfen vorübergehend suspendiert wurde. Warum nach eineinhalb Jahren noch immer keine Drehleiter gekauft wurde, dazu verweist sie an den Stadtwehrleiter Uwe Sperling, der im Rathaus auch den zuständigen Fachbereich leitet. Sperling ist allerdings wegen Urlaub und Krankheit seit Wochen nicht erreichbar, sein stellvertretender Wehrleiter Carsten Töpe möchte sich zum Thema nicht äußern und verweist zurück an die amtierende Bürgermeisterin.

Schuld liegt beim Fachamt

CDU-Stadtverbandschef Alfons-Josef Wolff sieht die Schuld jedoch beim Fachamt. Dieses sei nicht in der Lage gewesen, die Formalitäten für den Kauf zu erledigen und eine EU-weite Ausschreibung zu organisieren: „Das hat das Fachamt nicht hinbekommen. Dabei war doch schon 2014 klar, dass bei dieser Summe eine EU-weite Ausschreibung notwendig ist. “

Diese ist nun endlich mit ziemlich großer Verspätung erfolgt. Für die Landsberger Feuerwehrleute geht damit in absehbarer Zeit eine nicht nur teure, sondern auch aufwendige Interimslösung zu Ende. Das Problem: Die gemietete Drehleiter musste bei Einsätzen stets von einem Funkwagen begleitet werden, da sie nicht mit der eigenen Funktechnik ausgerüstet werden konnte.

Zuvor müssen sie sich jedoch noch an einen neuen Leihwagen gewöhnen. Der Stadtrat hat nämlich beschlossen, das teure Fahrzeug zu tauschen. Das neue Gebrauchtmodell aus Karlsruhe kostet künftig nur noch 142,80 Euro pro Tag.(mz)