Ex-Maritim-Hotel in Halle

Ex-Maritim-Hotel in Halle: „Haus nicht leer stehen lassen!“

Halle (Saale) - Sechs Geschosse hoch steht das ehemalige Maritim-Hotel am Riebeckplatz in Halle. Vor einem Jahr wurde es vom Vier-Sterne-Hotel zur zentralen Erstaufnahmestelle umgewandelt. Die Nachricht, dass die Flüchtlingsunterkunft geschlossen werden soll, hat die Anwohner und Passanten nicht überrascht. Michael Falgowski hat einige nach ihrer Meinung zur Schließung ...

13.01.2017, 09:30

Sechs Geschosse hoch steht das ehemalige Maritim-Hotel am Riebeckplatz in Halle. Vor einem Jahr wurde es vom Vier-Sterne-Hotel zur zentralen Erstaufnahmestelle umgewandelt. Die Nachricht, dass die Flüchtlingsunterkunft geschlossen werden soll, hat die Anwohner und Passanten nicht überrascht. Michael Falgowski hat einige nach ihrer Meinung zur Schließung gefragt.

Ulrike Lux: Ich wohne dem Maritim genau gegenüber. Mich haben die Flüchtlinge, die dort gewohnt haben, nie gestört: Der Spielplatz war besucht, es herrschte Leben am Platz. Ich fand es auch gut, dass die Flüchtlinge dort menschenwürdig untergebracht waren, auch wenn die Zimmer sicher sehr beengt waren. Meine Familie ist nach dem 2. Weltkrieg selbst geflüchtet, ich weiß, wie schwer ein Neunanfang in der Fremde ist. Wichtig ist nun aber, dass das Gebäude nicht leer steht. Ich teile die Meinung unseres Oberbürgermeisters, dass möglichst rasch ein neues Hotel gebaut werden soll.

Mike Hartmann: Da werden jetzt im Ernstfall mehr als sechs Millionen Euro umsonst bezahlt - vom Land, also vom Steuerzahler. Und niemand muss offenbar dafür gerade stehen. Ein Unternehmen in der privaten Wirtschaft würde pleitegehen! Das Land aber nicht.

Henry Lohrengel: Ich fand es schon eine Frechheit, aus dem Hotel eine Flüchtlingsunterkunft zu machen. Das hätte nicht passieren dürfen, finde ich. Das Hotel hätte man doch in der Stadt gebraucht. Und nun steht das Hotel bald ganz leer. Und der Bürger bezahlt. Nun muss ein Hotel neu gebaut werden.

Roy Hentze: Da müssen jetzt weiter Millionen Euro für ein leeres Haus gezahlt werden. Ich glaube, das Land hat sich da leichtfertig verhalten, als man einen Mietvertrag über drei Jahre gemacht hat.

Straßenkünstler „Otto“: Ich glaube, dass das Haus gar nicht leerstehen wird. Ich wohne direkt im Nachbarhaus. Die werden da sicher schon bald wieder ein Hotel draus machen. Das Haus leerstehen zu lassen, das kann sich doch niemand leisten! Wirklich krass finde ich, dass dort nun die Beamten einziehen, die die Abschiebung der Flüchtlinge organisieren, die dort untergebracht sind. Das ist schräg! (mz)