Erzieher werden gegen Corona geimpft

Erzieher werden gegen Corona geimpft: Kinderland ist für Immunisierungen

Halle (Saale) - Zum ersten Mal sind in Halle auch Lehrer sowie das Personal aus Kindertagesstätten mit dem Astrazeneca-Vakzin gegen das Coronavirus geimpft worden - zum Teil litten die Geimpften danach aber unter erheblichen Nebenwirkungen. „Etwa 40 Prozent unserer 191 Erzieherinnen hatten Beschwerden“, sagte Kerstin Kreße, pädagogische Leiterin der privaten Kinderland-Gesellschaft, der MZ. 18 Mitarbeiter seien am Montag krank gewesen. „Dennoch konnten wir alle Einrichtungen öffnen“, so ...

Von Dirk Skrzypczak

Zum ersten Mal sind in Halle auch Lehrer sowie das Personal aus Kindertagesstätten mit dem Astrazeneca-Vakzin gegen das Coronavirus geimpft worden - zum Teil litten die Geimpften danach aber unter erheblichen Nebenwirkungen. „Etwa 40 Prozent unserer 191 Erzieherinnen hatten Beschwerden“, sagte Kerstin Kreße, pädagogische Leiterin der privaten Kinderland-Gesellschaft, der MZ. 18 Mitarbeiter seien am Montag krank gewesen. „Dennoch konnten wir alle Einrichtungen öffnen“, so Kreße.

Kitas befürworten Impfungen gegen Corona

Insgesamt hatte die Stadt 1.250 Personen aus Schulen und Kitas am Samstag geimpft. „Vereinzelt waren Impfreaktionen wie Unwohlsein, Schüttelfrost, Mattigkeit und Fieber zu verzeichnen. Komplikationen, die an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet werden müssen, sind nicht bekannt“, sagte Amtsärztin Christine Gröger. Auch alle 56 städtischen Kitas seien am Montag geöffnet gewesen.
„Als Kita-Träger befürworten wir die Impfungen, weil sie die einzige Chance sind, dass wir irgendwann in den Normalbetrieb zurückkehren können“, sagte Geschäftsführer Dirk Jürgens.

43 Mitarbeiter der Kinderland gGmbH, einer Tochter der Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser, hätten das Impfangebot bislang abgelehnt. Man werde niemanden zwingen, sagte Jürgens. Zwölf Erzieherinnen des Kita-Trägers sind zudem von der Impfung ausgeschlossen worden, weil sie sich in den vergangenen Monaten mit dem Virus infizierten. Sie sollen im August ein Angebot bekommen.

Aktuelle Corona-Zahlen

Unterdessen bleibt es vorerst in Halle bei den strengen Kontaktregeln. So dürfen sich Personen aus einem Hausstand nach wie vor nur mit einer weiteren Person treffen. Grund sei die Inzidenz, die nach wie vor über 100 liege, erklärte die Stadt am Montag. Landesweit gilt bei einer Inzidenz unter 100 hingegen eine gelockerte Verordnung. Dann kann sich ein Hausstand auch mit bis zu fünf Personen eines weiteren Hausstands treffen.

In Halle lag die Inzidenz am Montag allerdings bei 119,4 Fällen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Das Gesundheitsamt meldete zudem zehn Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle. So sei eine 70 Jahre alte Frau in einem Pflegeheim an der Erkrankung gestorben, ein 68-jähriger Patient in einer Klinik mit dem Virus. Seit Beginn der Pandemie am 10. März 2020 haben sich bislang 7.456 Einwohner Halles mit Corona infiziert. (mz)