„Einheit der Arbeiterklasse und Gründung der DDR“

„Einheit der Arbeiterklasse und Gründung der DDR“: Dieses Wandbild soll saniert werden

Halle (Saale) - Ein Wandbild soll saniert werden. Das Vorhaben kostet eine Million Euro.

Von Silvia Zöller 02.03.2021, 10:30

Die Stadt will das monumentale Wandbild des spanischen Künstlers Josep Renau „Einheit der Arbeiterklasse und Gründung der DDR“, das an einem Giebel des Gebäudes Am Stadion 5 in Neustadt angebracht ist, in den nächsten drei Jahren sanieren. Das sieben mal 35 Meter große Kunstwerk wurde 1974 angebracht und befindet sich laut eines Gutachtens in einem stark restaurierungsbedürftigen Zustand. Auf rund eine Million Euro werden die Kosten der Instandsetzung geschätzt.

Während das benachbarte Renau-Kunstwerk „Die vom Menschen beherrschten Kräfte von Natur und Technik“ im Jahr 2005 aufwendig instand gesetzt wurde, ist das zweite so schwer beschädigt, dass es mit einem Netz überspannt werden musste. So soll verhindert werden, dass zahlreiche der rund 11.000 Fliesen herunter fallen. Mehr als ein Drittel der Fläche soll Schäden haben. Doch wie auch das Nachbarkunstwerk steht dieses Wandbild bereits seit den frühen 1990er Jahren unter Denkmalschutz.

Seltenes Zeitzeugnis dieser Epoche

Sabine Meinl vom Landesamt für Denkmalpflege stellt in einem Gutachten fest, dass die Renau-Wandbilder in Neustadt „zu den herausragenden Werken der ,Kunst am Bau’ in der Deutschen Demokratischen Republik“ gehören. Sie seien ein inzwischen seltenes Zeitzeugnis dieser Epoche und zugleich ein bedeutendes Werk im Oeuvre des Künstlers, da es das erste Großprojekt Renaus in der DDR und zudem seine erste Außenwandbildgestaltung sei.

Die Stadt müsste einen Eigenanteil von 20 Prozent der
Gesamtrestaurierungskosten im Haushalt einplanen, Fördermittel sollen laut Judith Marquardt, Beigeordnete für Kultur und Sport, bereits in Aussicht gestellt worden sein. Der Kulturausschuss diskutiert am Mittwoch in einer Videokonferenz darüber.

„Sollte eine zeitnahe Restaurierung nicht zustande kommen, müsste das Kunstwerk abgenommen und eingelagert werden“, so Marquardt. Hierdurch entstünden enorme und fortlaufende Abnahme- und Lagerungskosten. Die Stadt Halle wäre aufgrund des Denkmalstatus dennoch zum Erhalt des Kunstwerkes verpflichtet. „ Zudem ist mit negativer überregionaler Berichterstattung zu rechnen, und der Stadt entsteht ein Imageschaden“, betont die Beigeordnete Marquardt. (mz)