Einbrüche in Halle auf Rekordniveau

Einbrüche in Halle auf Rekordniveau: Hausbesitzer bangen zunehmend um ihr Eigentum

Halle (Saale) - Hausbesitzer in Halle sind alarmiert. Viele von ihnen fürchten derzeit um ihr Hab und Gut. Der Grund dafür sind Einbrecher, die nahezu jeden Tag irgendwo in der Saalestadt zuschlagen. Schwerpunkte gibt es dabei nicht. Fast alle Stadtteile sind laut Polizei gleichermaßen betroffen. Was auch den Ermittlern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt: Der Trend aus dem vergangenen Jahr setzt sich fort, die Zahlen angezeigter Einbrüche waren in den ersten beiden Monaten 2016 weiter auf ...

Von Jan Möbius 23.03.2016, 16:16

Hausbesitzer in Halle sind alarmiert. Viele von ihnen fürchten derzeit um ihr Hab und Gut. Der Grund dafür sind Einbrecher, die nahezu jeden Tag irgendwo in der Saalestadt zuschlagen. Schwerpunkte gibt es dabei nicht. Fast alle Stadtteile sind laut Polizei gleichermaßen betroffen. Was auch den Ermittlern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt: Der Trend aus dem vergangenen Jahr setzt sich fort, die Zahlen angezeigter Einbrüche waren in den ersten beiden Monaten 2016 weiter auf Rekordniveau.

Betteln als Masche

Immer wieder melden sich besorgte Hallenser bei der Polizei und zuletzt auch bei der MZ. So Einwohner aus dem Stadtteil Kröllwitz. Ihre Namen wollen sie aus Angst nicht in der Zeitung wissen. „Wir wollen nicht die nächsten Opfer sein.“ Berichtet wird von zahlreichen Einbrüchen, die seit Jahresanfang für Unruhe in Kröllwitz sorgen. Betroffen seien unter anderem die Lettiner Straße, die Wilhelm-Kügelgen-Straße, das Gebiet Am Donnersberg sowie auch die Kröllwitzer und die Schwuchtstraße. Zu praktisch allen Tages- und Nachtzeiten würden die Täter dort zuschlagen. Parallel dazu seien junge Leute bettelnd in den Straßen unterwegs. Sie würden an den Häusern klingeln und den Bewohnern Zettel zeigen. Darauf stehe: „Alles in Rumänien verloren. Bitte ein bisschen Geld.“

Viele Kröllwitzer haben die Vermutung, dass das Betteln nur ein Vorwand ist, um die örtlichen Gegebenheiten auszukundschaften. Eine Masche, die der Polizei nicht fremd ist und die häufig von Diebes-Banden genutzt wird, um ganze Straßenzüge zu erkunden und herauszufinden, wo es was zu stehlen gibt und wer in welchem Haus wohnt.

Norden Halles besonders im Visier

Eine derart konkrete Serie von Einbrüchen in Kröllwitz ist der Polizei aktuell zwar nicht bekannt. Die Ermittler wissen aber laut Sprecherin Anja Koppsieker sehr wohl, dass auch der Norden Halles bei Einbrechern immer beliebter wird. „An der Kriminalstatistik für das Jahr 2015 ist ersichtlich, dass die Zahl der Fälle des besonders schweren Diebstahls – darunter fallen grundsätzlich Einbrüche - gegenüber 2014 gestiegen ist. Die 8 938 abgeschlossenen Fälle verteilen sich auf das ganze Stadtgebiet. Auch in Kröllwitz, Dölau und Lettin wurden mehr Einbrüche registriert als 2014.“

Koppsieker bestätigte auch einen Fall, bei dem ein Hausbewohner einen Dieb in seinem Keller in der Dölauer Straße auf frischer Tat ertappte und sich in diesem Zusammenhang jetzt sogar wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verantworten muss. Der Mann hörte am 11. Februar Geräusche aus dem Keller. Als der 49-Jährige nachschaute, traf er auf dem 25 Jahre alten Einbrecher. Aus Angst sprühte der Hausbewohner dem ungebetenen Gast laut Koppsieker Hundeabwehrspray entgegen. Der mutmaßliche Dieb erlitt Reizungen im Gesicht. „Wir sind in solchen Fällen von Amtswegen und per Gesetz dazu verpflichtet, eine Anzeige zu erstatten. Über Schuld oder Nichtschuld muss am Ende ein Gericht entscheiden.“ Die von Anwohnern geschilderten Betteleien in Kröllwitz nehme die Polizei ebenfalls ernst. Auch wenn bisher Hinweise nicht gehäuft eingegangen seien, würden nun die Informationen nun an die zuständigen Regionalbereichsbeamten weitergeleitet. (mz)