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Award für Stadtumbau Ein großer Preis für die Schwemme in Halle

Das Projekt Lehm-Bau-Kultur des Vereins Schwemme e.V. aus Halle ist mit dem Stadtumbau-Award des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden. Ein Jurymitglied findet, dass sich Stadtumbau als gesellschaftliche Aufgabe nirgends besser erläutern lasse als anhand dieses Projekts.

06.11.2025, 19:01
In der Schwemme in Halle soll ein Lehmbau-Kompetenzzentrum entstehen. Jetzt hat dieses Projekt einen Preis erhalten.
In der Schwemme in Halle soll ein Lehmbau-Kompetenzzentrum entstehen. Jetzt hat dieses Projekt einen Preis erhalten. (Foto: Denny Kleindienst)

Halle (Saale)/MZ/fk. - In Gröningen in der Börde, der Stadt des Vorjahressiegers, ist am heutigen Donnerstag im Kulturhaus der Stadtumbau-Award Sachsen-Anhalt 2025 verliehen worden. Zum zweiten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs kürte das Preisgericht zwei Preisträger - und einer davon kommt aus Halle.

Als Preisträger des Landeswettbewerbs, der in diesem Jahr unter dem Motto „Städte gestalten – Verloren geglaubte Orte wiederbeleben“ stand, wurde neben dem Theater im Alten Schlachthof in Naumburg das Projekt Lehm-Bau-Kultur in der Schwemme in Halle gekürt.

Schwemme: Historisches Gebäude als Kompetenzzentrum neu belebt

Mit dem Projekt Lehm-Bau-Kultur entsteht in der denkmalgeschützten Schwemme in Halle ein regionales Kompetenzzentrum für nachhaltiges Bauen, Bildung und kulturelle Teilhabe. Das historische Gebäude wird behutsam saniert und zugleich neu belebt: als offener Lern- und Begegnungsort, an dem das Bauen mit Lehm und anderen umweltfreundlichen Materialien im Mittelpunkt steht, heißt es in der Begründung für den Preis.

In Halle sei es dem Verein Schwemme e.V. gelungen, Denkmalpflege, Baukultur und gesellschaftliches Engagement zu vereinen. „Stadtumbau als gesellschaftliche Aufgabe lässt sich nirgends besser erläutern als anhand der Schwemme“, wird Jurymitglied Ulrich Brinkmann, Architekturjournalist bei der Fachzeitschrift „Bauwelt“, zitiert.

Breites gesellschaftliches Engagement trägt die Vision

Ein breites gesellschaftliches Engagement der Bürgerinnen und Bürger trage die Vision, den Ort mitten in Halles Innenstadt wiederbeleben zu wollen. Zudem werde mit dem Thema Lehm-Bau-Kultur eine Richtungsänderung im nachhaltigen Bauen vorgeschlagen, die dem Aspekt des Substanzerhalts Rechnung trage.

Fünf Filme setzten während der Preisverleihung die nominierten Projekte in Szene, Interviews mit den Hauptprotagonisten der Projekte schlossen sich an.

Ministerin Hüskens übergibt die Siegerpokale

„Lange aufgegebenen Gebäudebestand zu revitalisieren und in neue Nutzung zu bringen, ob zum Wohnen, Arbeiten, für die Kultur oder den sozialen Zusammenhalt als ‚Dritte Orte‘, ist Umbaukultur im besten Sinn. Baukulturelles Erbe wird bewahrt und Identität gestärkt“, betonte die Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Lydia Hüskens (FDP).

Die Ministerin selbst übergab gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Stadtumbau, Mario Kremling, an die Preisträger die Siegerpokale. Der Award ist nicht dotiert.