Traditionsreiche Immobile in Halle

Ehemalige Jägerplatz-Schule in Halle wird verkauft

Halle (Saale) - Die seit Jahren leerstehende Schule am Jägerplatz wird verkauft. Die Stadt als Eigentümer beabsichtigt, das Grundstück noch in diesem Jahr in einem Bieterverfahren zu veräußern, wie Martin Heinz, Leiter des Fachbereichs Immobilien auf Nachfrage ...

27.04.2016, 09:57

Die seit Jahren leerstehende Schule am Jägerplatz wird verkauft. Die Stadt als Eigentümer beabsichtigt, das Grundstück noch in diesem Jahr in einem Bieterverfahren zu veräußern, wie Martin Heinz, Leiter des Fachbereichs Immobilien auf Nachfrage sagt.

Die traditionsreiche Förderschule samt Grundstück grenzt direkt an den Botanischen Garten. Alle möglichen Bieter müssen indes den Denkmalstatus berücksichtigen. „Im Rahmen des Bieterverfahrens werden alle Interessenten gebeten, ihre Nutzungskonzepte vor der Gebotsabgabe mit der Stadt abzustimmen“, heißt es aus der Verwaltung.

Eine „einfache“ Immobilie ist die ehemalige Förderschule also nicht. Die Gesamtnutzfläche beträgt rund 2.100 Quadratmeter, davon entfallen rund 1.350 Quadratmeter auf die Zimmer und rund 260 Quadratmeter auf die Turnhalle. Immerhin ist laut Stadtverwaltung der allgemeine bauliche Zustand gut. „Im Innern sind aber umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen erforderlich. Außerdem ist eine brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudes notwendig.“

Förderschule vor vier Jahren geschlossen

Die „Förderschule für Lernbehinderte“ am Jägerplatz ist im Sommer vor vier Jahren offiziell geschlossen worden. Bereits 2009 hatte die städtische Schulverwaltung eine Schließung wegen nicht ausreichender Schülerzahlen vorgeschlagen, war damit aber im Stadtrat gescheitert.

Jahre wurde um die Jägerplatz-Schule gestritten. Nicht nur Schüler und Lehrer hatten den Erhalt der Schule gefordert. Die damalige Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD) hatte gegen den Stadtratsbeschluss, die Schule trotz der nicht erreichten erforderlichen Schülerzahl offen zu halten, Widerspruch eingelegt. Schließlich schloß das Landesverwaltungsamt die Schule.

Nun will sich Kommune von dem traditionsreichen Schulgebäude trennen. 1910 wurde es als Provinzial-Taubstummen-Anstalt eröffnet. Es ersetzte die 1845 eröffnete Schule, die Albert Klotz 1845 im ehemaligen Wohnhaus des Direktors des nahen Botanischen Gartens für taubstumme Kinder eröffnet hatte. (mz/mifa)