Dreharbeiten zu „Stille Reserven“ in Halle

Dreharbeiten zu „Stille Reserven“ in Halle: Neustadt-Scheiben kommen ins Kino

Halle (Saale) - Vergangene Woche war letzter Drehtag für den Romantikthriller „Stille Reserven“. Gedreht worden ist an einem für Kino-Fans noch nicht so vertrauten halleschen Ort - in Neustadt nämlich. Eine österreichisch-deutsch-schweizerische Koproduktion drehte drei Tage lang in der Saalestadt, und machte die Neustädter „Scheiben“ so zur beeindruckenden ...

Von Nadja Naumann 28.03.2015, 14:32

Vergangene Woche war letzter Drehtag für den Romantikthriller „Stille Reserven“. Gedreht worden ist an einem für Kino-Fans noch nicht so vertrauten halleschen Ort - in Neustadt nämlich. Eine österreichisch-deutsch-schweizerische Koproduktion drehte drei Tage lang in der Saalestadt, und machte die Neustädter „Scheiben“ so zur beeindruckenden Filmkulisse.

Der Schweizer Regisseur Valentin Hitz war ziemlich schnell begeistert, als er diese Hochhäuser zum ersten Mal sah. Und schnell reifte sein Entschluss, für sein neues Projekt auch in Mitteldeutschland zu drehen. Weil die Neustädter Scheiben verschiedene Eigentümer haben, gab es allerdings Probleme bei der Umsetzung dieses Plans. Konstanze Wendt von der Mitteldeutschen Medienförderung und Sandra Cech vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung unterstützten das Filmteam und ermöglichten den Dreh, der übrigens fast ausschließlich in den Nachtstunden stattfand.

„Stille Reserven“ - so der Arbeitstitel des Streifens - spielt in naher Zukunft und erzählt von einer Zweiklassengesellschaft, in der die einen alles haben und die anderen in den trostlosen Trabantenstädten der Metropolen leben. Der Tod ist in dieser Gesellschaft, in der die Leute ausnahmslos überschuldet sind, zum Luxus geworden. Wer sterben will, muss eine Todesversicherung abschließen. Wer das nicht tut, muss seine Schulden nach dem Tod abarbeiten, denn man hat ein System entwickelt, bei dem die Schuldner künstlich auf minimaler Stufe am Leben erhalten werden um arbeitsfähig zu bleiben. In dem düsteren Zukunftsszenario will sich Vincent Baumann (Clemens Schick), der als Versicherungsmakler degradiert und seinen Status in der reichen Gesellschaft verloren hat, wieder nach oben arbeiten und trifft dabei auf die Aktivistin Lisa Sokulowa (Lena Lauzemis), die das unmenschliche System unterwandern will.

Den Schauspieler Clemens Schick kennt man übrigens aus dem James-Bond-Film „Casino Royale“, wo er einen Bösewicht spielte. Und wie es heißt, hat er für demnächst schon Dreh-Angebote aus Hollywood.

Federführend beim Dreh in Halle ist die Wiener Firma Freibeuter-Film, Koproduzenten sind die Leipziger „Neue Mediopolis“ sowie „Dschoint Ventschr“ aus der Schweiz. Schon nächstes Jahr soll „Stille Reserven“ ins Kino kommen. Dann haben die Neustädter Scheiben ihren Auftritt auf der großen Leinwand. Vielleicht ein Start zum Weltruhm? (mz)