Cup der guten Hoffnung

Cup der guten Hoffnung: Neues Reisebüro mit Café-Betrieb als zweites Standbein

Halle (Saale) - Der Geschäftsführer eröffnet ein Reisebüro, das auch ein Café ist. Er setzt damit auf zwei Branchen, die es gerade schwer haben.

Von Denny Kleindienst 19.03.2021, 08:00

Aus dem fließenden Übergang ist nichts geworden. Auf die Schließung seines Reisebüros im Steinweg im November sollte eigentlich die Neueröffnung in der Reilstraße im Dezember folgen, erzählt Helge Schmidt. „Dass es sich bis Frühjahr zieht, war nicht geplant.“ Und ist doch so gekommen. Immerhin hatten Helge Schmidt und seine Büroleiterin Carola Mowe dadurch Zeit, „Handwerker zu spielen“, wie er sagt.

Mittlerweile hat der leerstehende Eckladen in der Reilstraße zwischen Poli Reil und Arbeitsagentur eine komplett neue Küche und einen neuen Fußboden. Die Wände sind frisch gestrichen. Zwischen Stühlen und Kartons stehen die großen Werbebanner schon bereit. „Mein Urlaubsziel auf den Kanaren“, steht darauf. Schmidt sagt, er habe schon jahrelang einen Blick auf den Eckladen geworfen, in dem zuletzt ein Eiscafé war. Mit dem Besitzer wurde der 58-Jährige sich schließlich einig.

„Es ist ein Sprung ins kalte Wasser.“

„Es musste viel saniert werden. Ich wollte das Geschäft so haben, wie es mir gefällt.“ Mit „wenig Mitteln und viel Eigenleistung“ sei der Umbau dann angegangen worden. Das neue Büro ist nun ein ganzes Stück kleiner als die Räumlichkeiten im Steinweg, auch das ist gewollt. Denn zuvor sei ihm die Miete zu hoch gewesen. Nach Ostern soll nun eröffnet werden.

Schmidt und Mowe arbeiten bereits seit 2006 zusammen. „Ich bin für die Reisen zuständig“, erklärt die 46-Jährige. Helge Schmidt wird sich fortan um den Café-Betrieb kümmern. Denn auch diesen wird es bald in den neuen Räumen geben. So erklärt sich auch der Name des Geschäfts: „Cup der guten Hoffnung“, ein Wortspiel aus dem englischen Begriff für Tasse und dem Kap an der afrikanischen Südspitze. Der Café-Betrieb ist als zweites Standbein gedacht. Erfahrung hat Helge Schmidt damit nicht. „Es ist ein Sprung ins kalte Wasser.“ Die Besonderheit ist, dass es ein rein veganes Angebot geben wird. Bei den Reisen soll der Schwerpunkt auf Individualreisen liegen.

„So richtig voran geht es vielleicht erst nächstes Jahr.“

Dass beide Branchen es in der Pandemie schwer haben, ist Schmidt bewusst. Er selbst geht davon aus, dass es noch dauern wird, bis wieder mehr Menschen verreisen. Auch wenn es aktuell wieder Buchungen für den Sommer und Herbst gibt. „So richtig voran geht es vielleicht erst nächstes Jahr.“

Da rechnet er für das Café schon eher mit mehr Kunden. Carola Mowe ist derweil sicher, dass Leute irgendwann wieder reisen werden. Sie sagt: „Zukunftsängste sind schon da, sowohl beim Chef als auch bei mir als Angestellter. Aber Trübsal blasen bringt nichts.“ Angesichts der Krise, die Corona der Reisebranche beschert hat, stellt sie zudem fest: „Schlimmer kann es nicht werden.“ (mz)