„Wir fühlen uns wie Gallier, die von Römern umzingelt sind“

Aus Angst vor wütenden Bürgern: Entscheidung zum Star Park II in geheimer Abstimmung

Der Gemeinderat Kabelsketal will am 15. Juni über die Neuansiedlung entscheiden. Warum das nicht mit Händeheben passiert und was Halles Bürgermeister sagt.

Von Dirk Skrzypczak 03.05.2022, 20:00
Kabelsketal hat bereits einige Gewerbegebiete, wie hier in Zwintschöna. An der A14 soll nun der Stark Park II entstehen, wenn die Gemeinde zustimmt.
Kabelsketal hat bereits einige Gewerbegebiete, wie hier in Zwintschöna. An der A14 soll nun der Stark Park II entstehen, wenn die Gemeinde zustimmt. Foto: Silvio Kison

Halle (Saale)/MZ - Bodo Czok, Gemeinderat der CDU in Kabelsketal, fühlt sich wie in einem Asterix-Comic. „Von außen prügelt jeder auf uns ein. Wir sind wie die Gallier, die von den Römern umzingelt sind“, meint er. Am 15. Juni entscheidet der Gemeinderat über eine der wichtigsten Investitionen im Süden des Landes. Es geht um den Star Park II auf der Gemarkung der Gemeinde. Ein 200 Hektar großes Gebiet, das für 150 Millionen Euro erschlossen werden soll, damit sich dort Unternehmen ansiedeln. Tausende Arbeitsplätze könnten entstehen. Die Kosten sollen zu 90 Prozent aus dem Fonds für den Kohleausstieg beglichen werden. Den Rest würde die Entwicklungsgesellschaft EVG über Kredite aufbringen. Grund für das Großprojekt: Der Star Park I ist voll. Doch die Einheitsgemeinde ist zerrissen. Bürger etwa in Dölbau und Naundorf fürchten um den Verlust ihrer Lebensqualität. Das beeinflusst natürlich auch die Gemeinderäte.

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