Halbes Jahr nach Anschlag in Halle

Anschlag in Halle (Saale): Synagogen warten auf Geld für besseren Schutz

Halle (Saale) - Rund ein halbes Jahr nach dem antisemitischen Terroranschlag in Halle haben jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt vom Land noch kein Geld für bessere Schutzmaßnahmen bekommen. Das geht aus Angaben des Landesinnenministeriums ...

Kerzen stehen vor der Synagoge in Halle im Gedenken an den Anschlag. Stephan B. versuchte gewaltsam in das Gotteshaus zu gelangen. Die Tür hielt jedoch stand.
Kerzen stehen vor der Synagoge in Halle im Gedenken an den Anschlag. Stephan B. versuchte gewaltsam in das Gotteshaus zu gelangen. Die Tür hielt jedoch stand. ZB

Rund ein halbes Jahr nach dem antisemitischen Terroranschlag in Halle haben jüdische Gemeinden in Sachsen-Anhalt vom Land noch kein Geld für bessere Schutzmaßnahmen bekommen. Das geht aus Angaben des Landesinnenministeriums hervor.

Trotz mündlicher Zusagen haben jüdische Gemeinden bisher kein Geld erhalten

Aus den jüdischen Gemeinden in Halle und Magdeburg heißt es jedoch, das Ministerium habe einige Maßnahmen nach Rücksprache mit der Gemeinde selbst umgesetzt. Die Gemeinde aus Dessau hat eigenen Angaben zufolge dagegen 17.000 Euro für neue Türen, Kameras und Fenster investiert. „Wir haben beim Innenministerium einen Antrag auf Kostenübernahme eingereicht, doch trotz mündlicher Zusagen bisher kein Geld erhalten“, teilte die Gemeinde mit.

Bundesweit sind gut 430.000 Euro an Opfer und Betroffene ausgezahlt worden, wie das Bundesjustizministerium auf Anfrage mitteilte. Mehr als 80 Betroffene haben demnach einen „Antrag auf Zahlung von Härteleistungen“ gestellt. In knapp 70 Fällen sei diesen stattgegeben worden - 13 Fälle werden noch geprüft. „Ausgezahlt wurden Härteleistungen zwischen 5.000 Euro und 30 280 Euro“, heißt es. Ob noch weitere Betroffene berechtigt seien, sei nicht bekannt. 

Anschlag in Halle im Oktober 2019

Am 9. Oktober hatte ein zur Tatzeit 27 Jahre alter Deutscher versucht, ein Massaker in einer voll besetzten Synagoge anzurichten. Als die Türe des Gotteshauses den Schüssen des Angreifers standhielt und sein Plan misslang, erschoss er eine Passantin und in einem nahen Dönerladen einen jungen Mann. (dpa)