Müssen Deutsche in Halle flüchten?

AfD, Flüchtlinge, Migration in Halle: Verwaltung antwortet auf 26 Fragen von Stadtrat

Halle (Saale) - Eine Überfremdung zeichnet sich laut der Stadtverwaltung nicht in Halle ab. Mit mehreren Tabellen zur Migrationsentwicklung in den einzelnen Stadtvierteln hat die Verwaltung auf 26 Fragen des AfD-Stadtrats Alexander Raue geantwortet. Die Fragen hatten unter anderem beim SPD-Stadtrat Torsten Schiedung für Empörung ...

Von Tanja Goldbecher 04.01.2019, 15:30

Eine Überfremdung zeichnet sich laut der Stadtverwaltung nicht in Halle ab. Mit mehreren Tabellen zur Migrationsentwicklung in den einzelnen Stadtvierteln hat die Verwaltung auf 26 Fragen des AfD-Stadtrats Alexander Raue geantwortet. Die Fragen hatten unter anderem beim SPD-Stadtrat Torsten Schiedung für Empörung gesorgt.

Der AfD-Politiker wollte zum Beispiel wissen, in welchen Vierteln innerhalb der nächsten 20 Jahre Deutsche nur noch eine Minderheit bilden werden. „Es ist nicht ersichtlich, dass in einem Stadtteil von Halle deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in der Minderheit sein werden“, heißt es in der Antwort der Verwaltung.

In Halle beträgt der Ausländeranteil insgesamt 9,5 Prozent

In Halle beträgt der Ausländeranteil insgesamt 9,5 Prozent (Stand Juni 2018). Im Vergleich zur Bevölkerungszahl haben 2018 in der südlichen Neustadt die meisten Ausländer gelebt: 29 Prozent der 15.500 Einwohner waren keine Deutschen. 2014 lag der Ausländeranteil dort bei 14 Prozent. Der Unterschied zu anderen Stadtteilen ist dabei groß. Im Paulusviertel waren 2018 nur 4,7 Prozent der 12.600 Einwohner Ausländer.

Die Religionszugehörigkeit ist in diesem Zusammenhang nicht dargestellt worden. Die Stadtverwaltung hat jedoch nach Vierteln tabellarisch aufgelistet, wie viele Bürger eine doppelte Staatsbürgerschaft haben. In Halle waren es 2018 insgesamt rund 4.000 Personen, in der Südlichen Neustadt etwa 570.

Deutsche flüchten in andere Stadtteile? Katharina Brederlow: „Diese Annahme ist absurd.“

In dem Fragenkatalog wollte Raue auch wissen, ob zu erwarten sei, dass Deutsche wegen einer muslimischen Mehrheitsgesellschaft in andere Stadtteile flüchten müssen. Dazu sagte die Beigeordnete für Soziales, Katharina Brederlow: „Diese Annahme ist absurd.“

Laut Alexander Raue will seine Partei nun vor allem die Entwicklungen in Halle-Neustadt im Blick behalten. Seine Fraktion plant einen Antrag zu stellen, der eine weitere Zuwanderung in dem Stadtteil verhindert. (mz)