Sport im Burgenlandkreis

Sport im Burgenlandkreis: Vereine vor dem Re-Start

Freyburg/Mertendorf - In vielen Sportvereinen hatten sie schon mit den Hufen gescharrt. Ungeduldig hatten die Übungsleiter, aber vor allem deren Schützlinge aus dem Kinder- und Jugendbereich, nach der nun mehr als vier Monate währenden Zwangspause wegen des zweiten Corona-Lockdowns auf Lockerungen und damit auf den Re-Start gehofft. „Ich hatte am Wochenende zahlreiche Anfragen aus den Vereinen, ob ich denn wüsste, welche neuen Regelungen die Landesregierung   herausgegeben hat. Und ich musste alle Anrufer immer wieder vertrösten“, berichtet Rayk Peiser, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) ...

Von Torsten Kühl

In vielen Sportvereinen hatten sie schon mit den Hufen gescharrt. Ungeduldig hatten die Übungsleiter, aber vor allem deren Schützlinge aus dem Kinder- und Jugendbereich, nach der nun mehr als vier Monate währenden Zwangspause wegen des zweiten Corona-Lockdowns auf Lockerungen und damit auf den Re-Start gehofft. „Ich hatte am Wochenende zahlreiche Anfragen aus den Vereinen, ob ich denn wüsste, welche neuen Regelungen die Landesregierung   herausgegeben hat. Und ich musste alle Anrufer immer wieder vertrösten“, berichtet Rayk Peiser, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Burgenland.

Am Sonntagabend dann endlich konnte Peiser den Wissensdurst der Vereinsverantwortlichen - zumindest teilweise - vorerst stillen. Per Rundmail verschickte der KSB-Geschäftsführer die für den Sport wichtigen Passagen der inzwischen zehnten „SARS_CoV_2_Eindämmungsverordnung“ des Landes Sachsen-Anhalt. Laut dieser ist seit Montag der Trainingsbetrieb des Nachwuchses - jetzt auch bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres -  im Freien in Gruppen bis 20   Personen sowie der Erwachsenen in Kleingruppen bis höchstens fünf Personen, jeweils inklusive Trainer, erlaubt.

So schön die Aussicht auf die langsame Rückkehr zur Normalität auch ist - das Pamphlet aus Magdeburg klärt natürlich nicht alle Fragen, die rund um den nun möglichen Re-Start aufkommen. Vor allem der Paragraf 13 der Landesverordnung, in dem  die sogenannte Verordnungsermächtigung zur Sprache kommt - die Landkreise und kreisfreien Städte können demnach bei steigenden regionalen  Sieben-Tages-Inzidenzen auch wieder die „Notbremse“ ziehen - sorgt da noch für einige Verwirrung. „Wir als Kreissportbund gehen momentan davon aus, dass die Landesverordnung seit Montag, 8. März, 0 Uhr, auch im Burgenlandkreis gilt - solange es vonseiten der hiesigen Verwaltung keine konkreten Einschränkungen gibt“, erklärt KSB-Geschäftsführer Rayk Peiser.

Wichtige Voraussetzungen für den Re-Start des Trainingsbetriebes sind zudem die Erlaubnis des Betreibers der Sportstätte und die Umsetzung eines genehmigten Hygienekonzeptes, das unter anderem die Einhaltung eines   Abstandes von mindestens anderthalb Metern zu anderen Personen sowie die Reinigung und Desinfektion von genutzten  Sportgeräten beinhalten muss.

Beim FC RSK Freyburg zum Beispiel liegt ein solches Hygienekonzept, das bereits für die Zeit nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr entwickelt worden war, wie bei vielen anderen Vereinen der   Saale-Unstrut-Finne-Region fertig in der Schublade. In der Sekt- und Weinstadt gibt es indes bei der Nutzung der Sportstätte - in diesem Falle des Jahnsportparkes - eine Besonderheit. Während der Fußballclub den Kunstrasenplatz in Eigenregie betreibt und für diesen die Nutzung quasi sich selbst erlauben kann, sind Rasenplatz und Sportlerheim in städtischer Hand.

„Am Dienstagabend findet  in Freyburg die nächste Stadtratssitzung statt. Da werde ich fragen, ob wir wenigstens die Kabinen zum Umziehen nutzen dürfen - jetzt, da es noch ziemlich kalt draußen ist“, sagt Tina Kirchhoff, die einerseits Schatzmeisterin des FC RSK, andererseits aber auch Mitglied des Stadtrates ist.

Bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs will man in Freyburg nichts überstürzen, „Wir werden in dieser Woche intern beraten, wie wir das am besten angehen“, berichtet Tina Kirchhoff. Zum einen müsse abgewartet werden, wie die Kommune über die Nutzung der Umkleidekabinen entscheidet, und dann werde man die einzelnen Mannschaften erst wieder aktivieren müssen. „Unsere Jüngsten, die Bambini und die F-Junioren, werden sicher erst später wieder starten, da sie jetzt eigentlich ohnehin in der Halle trainiert hätten, und das ist ja noch nicht wieder möglich“, sagt die Schatzmeisterin des FC RSK.

Die Sportvereinigung Mertendorf (SVM) ist von der neuen Landesverordnung ein wenig überrumpelt worden. „Noch am Freitag hieß es,  bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 100 sei an Sport nicht zu denken. Und jetzt das! Natürlich wollen wir unseren Mitgliedern so schnell es geht  den Trainingsbetrieb ermöglichen. Vor allem die Kinder warten ja sehnsüchtig darauf“, sagt Vorstandsmitglied Ulrich Baumann. Allerdings müsse dies alles mit Außenmaß geschehen. „Das nun wieder erlaubte Training muss ja kontaktfrei laufen. Und da werden wir vorerst sicher nicht die Umkleidekabinen öffnen. Das ist uns zu heikel in der aktuellen Situation“, so Baumann. Zudem müsse man abwarten, was der Burgenlandkreis eventuell zum Thema Sport noch in diesen Tagen entscheidet.

Die Mertendorfer waren  im Frühjahr 2020 einer der ersten Vereine hierzulande gewesen, die das Nachwuchstraining nach dem Lockdown wieder aufgenommen hatten. Die  SVM betreibt die Sportanlage in dem Wethautal-Ort; die Turnhalle hat sie inzwischen komplett  von der Kommune übernommen (Tageblatt/MZ berichtete).