Mansfeld-Südharz Mansfeld-Südharz: Polleber feiern 850-jähriges Bestehen
polleben/mz. - Als ein ruhiger Ort, mit sehr viel Grün und einem friedlichen Nebeneinander wird Polleben von seinen Bewohnern liebevoll beschrieben. Aber das änderte sich am vergangenen Wochenende, denn da feierte der Ort sein Jubiläum. Häuser waren geschmückt und Girlanden an den Gartenzäunen verkündeten, dass der 950-Einwohner-Ort Polleben etwas zu feiern hatte. Denn der Ort beging sein 850-jähriges Bestehen und über vier Tage feierten alle miteinander, im großen Stil und gebührend.
Am Sonnabend machte der gesamte Ort mobil. "Schwester Agnes" fuhr durch den Ort, Pferdekutschen und Traktoren knatterten durch die Straßen und sowohl jede Firma als auch jeder Verein präsentierte sich im Festumzug und bildeten die Geschichte des Orts nach.
Der Fanfarenzug aus Hettstedt begleitete dabei die Einwohner, die Kliebigtaler Blasmusikanten spielten am Nachmittag im Festzelt auf und die Mansfeld Ladies sorgten für ausgelassene Stimmung am Abend mit Schlagern und selbstkomponierten Liedern aus ihrem Repertoire.
Die Fotoausstellung, bei der die einzelnen Epochen des Ortes chronologisch bebildert wurden, fand unter den Einwohnern und Besuchern besonderes Interesse und so mancher Einwohner erkannte sich oder seine Vorfahren auf den Fotos wieder.
Obwohl Polleben etwa in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts entstanden sein muss und dementsprechend viel älter ist als 850 Jahre, beging die Gemeinde am Wochenende dieses Jubiläum.
"1962 feierten wir zu DDR Zeiten das 800-Jährige und da können wir jetzt nicht plötzlich eine andere Zeitrechnung aufmachen", erklärte Angela Vollmer, Chefin des Festkomitees.
1654 kaufte Adam von Pfuhl, oder auch Pfuel, die Schreibweisen weichen voneinander ab, den Ort Polleben für vierzehntausend Taler und sechstausend Gulden und wurde in einer Gruft der Stephanus-Kirche beigesetzt.
Der Heimatverein interessierte sich daher vor allem für Nachkommen dieses Adelsgeschlechtes und die Polleber wurden fündig. Zur 850-Jahrfeier kam nämlich Gertrud Bertilsson Pfuhl, eine der drei Nachkommen.
Sie wohnt heute in Schweden und der Weg nach Polleben war ihr nicht zu weit. Die 75-Jährige wurde herzlich begrüßt und schaute sich die Stätten an, wo und wie ihre Vorfahren einst lebten.
Dabei wurden sowohl die ehemalige Gruft in der alten Stephanus-Kirche, das ehemalige Rittergut als auch die Heimatausstellung nicht ausgelassen. "Sie hat im Familienarchiv in Schweden Anekdoten der Familie Pfuhl gefunden, die sie uns als Heimatverein überlassen will", erzählte Ruth Putzas, Vorsitzende des Heimatvereins. Ein Fest, bei dem "jeder seinen Beitrag" geleistet hat, sagte Angela Vollmer und das vom 21-köpfige Festkomitees vorbereitet wurde.