Experten schlagen Alarm

Experten schlagen Alarm: Hier wuchert der giftige Riesen-Bärenklau

Eisleben - Die Experten, die sich mit der Bekämpfung des gefährlichen Riesen-Bärenklaus beschäftigen, schlagen Alarm. Entlang der Bösen Sieben und ihrer Zuflüsse gibt es tausende Exemplare der Giftpflanze, die in diesem Jahr nicht entfernt werden können. „Wir erhalten derzeit keine Fördermittel“, sagt Katrin Schneider von der Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts (Korina) beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen in ...

Von Daniela Kainz

Die Experten, die sich mit der Bekämpfung des gefährlichen Riesen-Bärenklaus beschäftigen, schlagen Alarm. Entlang der Bösen Sieben und ihrer Zuflüsse gibt es tausende Exemplare der Giftpflanze, die in diesem Jahr nicht entfernt werden können. „Wir erhalten derzeit keine Fördermittel“, sagt Katrin Schneider von der Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts (Korina) beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen in Halle.

Im Vorjahr weniger Geld nötig

Rund 18 000 Euro aus europäischen Fördertöpfen flossen ihr zufolge noch im vergangenen Jahr unter anderem in entsprechende Maßnahmen an der Bösen Sieben und im Saalekreis. Im Jahr 2014 erhielt Korina sogar ganze 34 000 Euro. Schneider: „Im Vorjahr war dann weniger Geld nötig, weil die Bestände dank der Maßnahmen deutlich zurückgegangen waren.“

Ähnliche Situation in Seeburg

Der Riesen-Bärenklau wird in diesem Jahr nur am Unterlauf der Bösen Sieben durch die Sanierungsgesellschaft GSG bekämpft. Derzeit sind Mitarbeiter in Schutzausrüstung in der Nähe von Wormsleben im Einsatz. Das ist laut Schneider auch nur möglich, weil der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft diese Aktivitäten unterstützt. Im Wilden Graben, Wolferöder Graben und am Oberlauf der Bösen Sieben in Eisleben würden keine Maßnahmen stattfinden. Die Pflanze könnte sich dort unkontrolliert ausbreiten. Ähnlich sei die Situation im Raum Seeburg. Besonders im Rösetal wuchere der Riesen-Bärenklau.

Finanzielle Mittel fehlen

Hätte es in den zurückliegenden Jahren nicht mehrere Beschäftigungsgesellschaften wie die GSG und KÖS gegeben, wäre es noch viel schlimmer, schätzt Schneider ein. Die Mitarbeiter haben verhindert, dass „die Pflanzen zum Blühen kamen und damit die Ausbreitung gestoppt“. Nun fehlten die finanziellen Mittel, um die Arbeiten kontinuierlich fortzuführen.

Wer ist verantwortlich?

Der Landkreis teilt zwar die Auffassung, dass sich dauerhafte Erfolge bei der Bekämpfung der Giftpflanze nur einstellen, wenn entsprechende Fördermaßnahmen über einen längeren Zeitraum laufen. Aus Sicht des Landkreises ist aber das Land in der Pflicht, die Pflanzenbekämpfung zu finanzieren. „Wir können nur tätig werden, wenn der Riesen-Bärenklau in Naturschutzgebieten um sich greift“, erklärt ein Sprecher. Dies sei aktuell nicht der Fall. Auf anderen Flächen seien zudem die Kommunen im Zuge der Gefahrenabwehr zuständig. In betroffenen Orten und der GSG stößt diese Haltung auf Kritik. Die Zuständigkeit werde seit Jahren hin und her geschoben, heißt es. Es sei aber unausweichlich, Geld in Größenordnungen für die Bekämpfung in die Hand zu nehmen. Denn diese schwere Arbeit könne nur von geschulten Leuten ausgeführt werden. Vom Land war dazu bislang keine Stellungnahme zu erhalten. (mz)