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Winterdienst Winterdienst: Kraftakt dank Frau Holle

30.01.2004, 17:50

Köthen/Aken/MZ. - "Unsere vier Räumfahrzeuge und vier Fahrzeuge von unseren privaten Vertragspartnern sind seit drei Uhr im Einsatz", sagte Erhard Pfeiffer, Leiter der Straßenmeisterei des Verkehrsamtes Sangerhausen, die für die Bundes- und Landesstraßen im Kreis Köthen zuständig ist. "Bei der Niederschlagsmenge konnten wir zuerst kein Salz streuen. Das hätte nichts genutzt. So räumten wir erst den Schnee weg, dann kam Salz zum Einsatz". Rund 30 Tonnen davon kamen bis zehn Uhr - die exakte Menge wird von einem Computer an jedem Fahrzeug gesteuert - auf die Straßen.

Wie zu erfahren war, war die weiße Decke im Raum Aken besonders dick. "Bei uns liegt jede Menge Schnee", bestätigte Gehrhard Orb, zuständig für die Stadtwirtschaft in der Elbe-Stadt. Es gebe viel zu tun. Sein Dienst sei auch für Kühren, Mennewitz, Kleinzerbst und Susigke zuständig. "Leider steht uns nicht so viel Technik zur Verfügung", so Orb. "Das sind ein Multikar, ein Unimog und ein kleiner Traktor." Auch habe man kaum Sand zum Streuen. Die Mitarbeiter seien seit frühen Morgenstunden im Einsatz und hätten bis zum Mittag bereits drei Runden durch das Territorium hinter sich.

Mit "voller Kapelle" unterwegs war auch der Winterdienst der Kreisstraßenmeisterei. "Wir sind seit 3.30 Uhr im Einsatz", teilte Siegfried Fischmann mit. Drei Unimogs und ein Multicar waren stundenlang mit Schneeschieber und Sole unterwegs, um die Straßen befahrbar zu halten. "Wir kommen aber kaum hinterher", wusste Fischmann angesichts des anhaltenden Schneefalls am Vormittag. Die Kreisstraßenmeisterei hat immerhin 170 Kilometer Kreisstraßen unter ihrer Obhut.

12.30 Uhr war für die Männer vom Betriebshof der Stadtverwaltung Köthen erst einmal das Gröbste überstanden. "Gott sei Dank, wir haben Tauwetter", so Leiter Klaus Lindner. Seit 4.30 Uhr waren 13 Mitarbeiter mit acht Fahrzeugen unterwegs, um die kommunalen Straßen, Fußwege und Bushaltestellen zu beräumen und mit Feuchtsalz und Sand zu streuen. "Alles hat gut geklappt, wir haben alles im Griff." Die im Winterdienst betreuten Straßen seien befahrbar gehalten worden - allerdings gibt es auch etliche Straßen mit so genannter "Nullstreuung", meist Anliegerstraßen, die nicht im Winterdienstplan sind. Am Nachmittag standen dann lediglich Kontrollfahrten auf dem Tourenplan.

Für Norbert Peters, seit 27 Jahren beim Winterdienst in Köthen dabei, war der Einsatz am Freitag nichts Ungewöhnliches. "Aber es strengt halt auch an", erzählt Peters kurz vor seinem Feierabend, der allerdings für ihn Bereitschaftsdienst bedeutet. "Die Straßen sind eng, es parken viele Autos am Straßenrand. Da muss man sich schon gut konzentrieren. Die Unvernunft mancher Autofahrer ärgert einen da auch." 106 Kilometer Straße hat Peters in den acht Stunden seiner Schicht mit seinem Lkw befahren. "Innenstadt, dann Richtung Rüsternbreite und in die Nebenstraßen." Drei Kubikmeter Salz und 1 200 Liter Lauge hat er dort als Gemisch auf die Straßen gebracht.

Die Feuchtsalz-Vorräte sind aber auch nach dem Kraftakt des Freitags noch lange nicht aufgebraucht. 28 000 Tonnen, sagt Klaus Lindner, habe der Betriebshof noch auf Lager.