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Umgestaltung Friederikenplatz Umgestaltung Friederikenplatz: Vorläufiges Ende einer Idee

Von Sylke Kaufhold 16.04.2002, 18:10

Dessau/MZ. - Wie geht es mit dem Friederikenplatz weiter? Diese Frage stellte Bärbel Rabe, Anwohnerin und Mutter eines zweieinhalbjährigen Sohnes, im März in der Bürgerfragestunde des Stadtrates.

Die Umgestaltung, die als Expo-Projekt erfolgen sollte, sei nur halbherzig realisiert worden, findet die junge Frau. Von den anspruchsvollen Planungen, die bereits seit 1996 im Grünflächenamt laufen und teilweise mit Kindern und Jugendlichen erfolgten, sei am Ende nicht viel geblieben. "Es kann doch nicht sein, dass ein Expo-Projekt einfach im Sande verläuft, obwohl der Bedarf für die Umgestaltung nach wie vor da ist." Die Antwort, die sie in der Bürgersprechstunde von Oberbürgermeister Hans-Georg Otto bekam, habe sie wie "ein Faustschlag getroffen". Er teilte mit, dass mit einer weiteren Umsetzung der Pläne nicht vor zehn Jahren zu rechnen sei.

Damit wollte sich Bärbel Rabe nicht zufrieden geben und bat um einen Gesprächstermin im Grünflächenamt. Ein Großteil dessen, was die Planungen für den Platz vorsahen, sei realisiert worden, stellte Mitarbeiterin Marion Krause an den Anfang des Gesprächs. Vieles ist unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen entstanden, wie beispielsweise der Jugendtreff oder das Spielband von der Schule bis zum Nordklub. Dieses soll sogar weitergeführt werden bis zum Schlachthofgelände, wenn dieser Bereich umgestaltet wird.

"Leider werden der Treff und die Spielgeräte am Weg nicht so angenommen, wie wir es uns gewünscht hätten", schränkt sie ein. Vom Gesamtprojekt Friederikenplatz fehlen der Aufenthaltsbereich vor der Turnhalle, das neue Wegesystem sowie die Umgestaltung des zentralen Spielbereiches einschließlich eines neuen Bolzplatzes. Einige der Ideen, wie der Wasserspielplatz, seien aus vielerlei Gründen bereits in der Planungsphase rausgefallen.

Der Bolzplatz wäre nach Meinung von Frau Rabe notwendig gewesen, um auch älteren Kindern und Jugendlichen etwas anzubieten. "Die hängen jetzt auf dem Spielplatz rum, vertreiben die Kleinen und sorgen nicht unbedingt für dessen Sauberhaltung." Den Bau des Bolzplatzes hätten Stadträte und auch die Stadtverwaltung selbst ins Aus geschossen, erörtert Amtsleiter Bernd Spittka die Gründe für das Scheitern dieses Teilprojektes.

Im Jugendhilfeausschuss sei die Forderung nach einer Abgasuntersuchung aufgestellt worden. "Die ist sehr aufwändig. Das Hin und Her um die Durchführung hat Zeit gekostet", erklärte Spittka. Am Ende der Dispute war das Jahr vorbei und die bereitgestellten Mittel aus dem Topf des Sanierungsamtes weg. Im folgenden Jahr, wo das Vorhaben hätte neu aufgenommen werden können, verfügte das Dessauer Regierungspräsidium, dass die Mittel für das Sanierungsgebiet Nord nur für den Straßenumbau einzusetzen sind. "Damit waren wir völlig raus aus dem Rennen", so Spittka.

Die Pläne allein mit Mitteln des Grünflächenamtes umzusetzen, sei nicht möglich. "Wir brauchen eine Menge Geld, um Vandalismusschäden auf den Spielplätzen der Stadt zu beheben", fügte er an.

"Kann nicht wenigstens das Baumhaus wieder aufgebaut werden?", ließ Bärbel Rabe nicht locker. Das Baumhaus, in dem sich vor allem ältere Kinder und Jugendliche tummelten, hatte immense Reparaturkosten verursacht und war aus Kostengründen abgebaut worden. "Es war ein Topf ohne Boden", so Krause. Spittka sicherte aber zu, darüber noch einmal nachzudenken und vielleicht doch ein Neues aufzubauen. Ebenso versprach er eine "kleine Kosmetik" für den Spielplatz, die auch das Aufstellen von Bänken und Sitzgelegenheiten umfassen würde.

Die Neugestaltung des Spielplatzes sei momentan finanziell nicht zu realisieren, verwies der Amtsleiter auf die mehr als angespannte Haushaltslage der Stadt. "Wir werden dieses Vorhaben aber nicht gänzlich fallen lassen. Wenn es Finanzierungsmöglichkeiten gibt, werden wir es sofort wieder aufgreifen."