Stele erinnert an Junkers und den Erstflug der F13

DESSAU/MZ. - "Damals", erinnerte sich Peter Kuras, "haben wir uns in die Hand versprochen, dass unser Modell der F 13 heute hier vor Ort ist." Das Versprechen wurde gehalten.

Von STEFFEN BRACHERT 07.06.2009, 18:42

"Damals", erinnerte sich Peter Kuras, "haben wir uns in die Hand versprochen, dass unser Modell der F 13 heute hier vor Ort ist." Das Versprechen wurde gehalten.

Auf einem Feld zwischen Alten und Mosigkau stand das Gerippe einer F 13 - auf historischem Boden. Von 1915 bis 1924 befand sich hier der erste Flugplatz von Hugo Junkers. Es war ein Provisorium, das trotzdem in die Geschichtsbücher einging. Am 25. Juni 1919 gab es hier den Erstflug einer F 13. Drei Monate später, am 13. September 1919, schwang sich eine mit acht Personen besetzte F 13 bis zu 6 750 Meter nach oben - und stellte damit einen Höhen-Weltrekord auf.

Von dem Flugplatz wussten zuletzt eigentlich nur Experten. Der Heimatverein Alten hat das geändert - und am Sonntag hunderte Dessauer auf die frisch gemähte Wiese gelockt, auf der sogar einige Flugzeuge landeten. Dass der 300. Geburtstag von Alten und der 150. Geburtstag von Hugo Junkers zeitlich eng beieinander liegen, "das war uns Glücksfall und Verpflichtung zugleich", wie Dierk Krabbenhöft vom Heimatverein Alten zugab. Am Ort des einstigen Flugplatzes wurde eine Stele feierlich eingeweiht, die an Technik-Pionier Hugo Junkers, aber auch den Erstflug der F 13 erinnert.

Junkers-Enkel Bernd persönlich war es, der die Stele unter dem Beifall vieler Besucher von einem weißen verhüllenden Tuch befreite. "Ich bin sehr dankbar für ihr Engagement", sagte Junkers, der den Flugplatz und die F 13, das erste Gesamtmetallflugzeug der Welt, als Meilensteine des Flugzeugbaus bezeichnete. "Wahrscheinlich", sagte Peter Kuras vom Förderverein des Technikmuseums, "war die F 13 für die Entwicklung der Luftfahrt sogar wichtiger als die Ju 52". Kuras staunte vor Ort vor allem über die Dimension des einstigen Altener Flugplatzes. "So groß hatte ich ihn nicht erwartet."

Die Einweihung der Junkers-Stele war Auftakt der Altener Festwoche zum 300. Geburtstag des Ortsteiles, die am Sonnabend mit einem großen Festumzug ihren Höhepunkt findet. Der Nachbau der F 13 wird dort aber fehlen.

"Wir haben der alten Dame zuletzt etwas viel zugemutet", sagte Kuras. Der Förderverein hatte den Nachbau auf der Internationalen Luftfahrtausstellung in Berlin und auf der Aero Friedrichshafen gezeigt - und riesiges Interesse hervorgerufen. Dem Modell ist all das nicht ganz so gut bekommen. "Zum Flugplatz hier in Alten, das wird vorerst ihr letzte Ausflug sein", kündigte Kuras an, hoffnungsfroh, "dass der Nachbau in einem knappen Jahr fertig ist".

Präsentiert werden könnte die fertige F 13 dann vielleicht zur Eröffnung eines großes Hugo-Junkers-Denkmals in der Stadt. Der Förderverein hatte das Fehlen eines solchen Denkmals beklagt. Am Mittwoch soll der Stadtrat auf seiner Sitzung die Gründung eines Kuratoriums für den Bau eines Denkmals beschließen, sagte Klemens Koschig, Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister und Schirmherr der Altener Festwoche. Die schönste Stelle der Stadt solle Junkers gewidmet werden. "Wir brauchen Ideen - und Unterstützer für das Projekt", erklärte Koschig. Auf den Heimatverein Alten kann das Stadtoberhaupt zählen.