Seit 70 Jahren vermisste Gemälde aus den USA Seit 70 Jahren vermisste Gemälde aus den USA: Kunstwerke sollen noch im Mai in Dessau sein

Dessau-Roßlau - Drei von der US-Stiftung Monuments Men zurückgegebene Kunstwerke sollen noch im Mai in die Anhaltische Gemäldegalerie nach Dessau-Roßlau zurückkehren. Die Bilder waren 70 Jahre nach Kriegsende zusammen mit zwei weiteren Gemälden am Dienstagabend in Washington dem deutschen Botschafter in den USA, Peter Wittig, überreicht worden. Nach Angaben der Gemäldegalerie wird derzeit der Transport aus den USA nach Deutschland vorbereitet.
Direktor Norbert Michels ist überglücklich
„Wir sind überglücklich“, sagte der Direktor der Gemäldegalerie, Norbert Michels, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. „Wir sind der Monuments Men Foundation ausgesprochen dankbar, weil wir diese Recherchen in den USA gar nicht hätten leisten können“, betonte er. Die Bilder hatten zwei amerikanische Familien in ihrem Besitz.
Die Überzeugungsarbeit, die Bilder herzugeben, habe die Stiftung geleistet, sagte Michels. Dabei habe wohl auch der von George Clooney gedrehte Film „Monuments Men“ geholfen. Die Monuments Men waren eine US-Spezialeinheit, die im Zweiten Weltkrieg Kunstschätze aus Deutschland rettete. Clooney hatte sie mit seinem auch in Sachsen-Anhalt gedrehten Film im vergangenen Jahr berühmt gemacht.
Galerie verliert 200 Gemälde im Zweiten Weltkrieg
Die drei Gemälde waren während des Krieges in einen Kalischacht bei Bernburg ausgelagert worden. „Sie waren in Kiste Nummer 31“, sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Margit Schermuk-Ziesché. Die ganze Kiste sei verschwunden. Insgesamt habe die Galerie im zweiten Weltkrieg 200 Gemälde verloren, die zerstört oder geraubt wurden, sagte Schermuk-Ziesché. Die Gemäldegalerie im Schloss Georgium hat heute rund 1.800 Werke alter Malerei in ihrer Sammlung.(dpa)