Positiver Test

Positiver Test: Corona-Fall im Polizeirevier - Mehrere Beamte in Quarantäne

Dessau - Dessau-Roßlaus Polizei hat mit Corona zu kämpfen - nun auch in den eigenen Reihen. Die Polizeiinspektion Dessau bestätigte am Wochenende einen Fall. Nach MZ-Informationen wurde dieser in der vergangenen Woche im Polizeirevier in der Wolfgangstraße festgestellt. Seitdem befinden sich mehrere Polizisten in häuslicher ...

Von Annette Gens

Dessau-Roßlaus Polizei hat mit Corona zu kämpfen - nun auch in den eigenen Reihen. Die Polizeiinspektion Dessau bestätigte am Wochenende einen Fall. Nach MZ-Informationen wurde dieser in der vergangenen Woche im Polizeirevier in der Wolfgangstraße festgestellt. Seitdem befinden sich mehrere Polizisten in häuslicher Quarantäne.

Welche Auswirkungen das hat, wurde bei einem Arbeitstreffen in Dessau von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht mit Vertretern der Polizeiinspektion und des Polizeireviers hinter verschlossenen Türen besprochen. Stahlknecht war am Freitag im Dessau-Roßlauer Revier zu Gast.

Gesprochen wurde dort ebenfalls über die Belastung der Polizei in der kreisfreien Stadt. Das gegenüber Halle und Magdeburg vergleichsweise kleine Revier leistet nach eigenen Angaben seit dem Attentat von Halle im vergangenen Jahr monatlich 1.500 Arbeitsstunden zusätzlich, um die Bewachung jüdischer Einrichtungen in Dessau abzusichern. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. An dieser Regelung soll laut Stahlknecht keinesfalls gerüttelt werden. Es könne aber sein, dass die Polizei nicht bei jeder Anforderung pünktlich zur Stelle sei. Darum bitte er die Bürger um Verständnis.

Stahlknecht meinte damit nicht dringende Fälle. Blaulicht-einsätze würden im gesetzlichen Rahmen binnen weniger Minuten weiter erfolgen, versicherte Sachsen-Anhalts Innenminister. Er sagte aber auch - „diese 1.500 Stunden fehlen woanders“.

Stahlknecht sieht die Polizei im Land generell gut aufgestellt. Auch wenn er Nachjustierungsbedarf sehe. Er erinnerte aber daran, dass sein vor Monaten erfolgter Vorstoß, neben Beamten auch zivile Wachleute für die Bewachung der jüdischen Einrichtungen einzusetzen, im Landtag gescheitert war. Damals schwebte dem Minister ein Posten- und Streifendienst mit Tarifbeschäftigten vor.

Was die Vorsorge gegen das Corona-Virus angeht, sieht der Minister die Polizei generell gut geschützt. Die Beamten tragen in den Einsatzfahrzeugen Mundschutz. Es gebe weitere Vorsorgemaßnahmen. Gerade in der Phase des Lockdowns habe die Polizei „einen guten Job“ gemacht. (mz)