Nach Aus für Fexcom in Dessau

Nach Aus für Fexcom in Dessau: Zwei Frauen wagen Neustart mit eigenem Fotostudio

Dessau - Als zum Jahresende das Fotostudio Fexcom in der Kavalierstraße seine Pforten schloss, traf dies zwei junge Frauen besonders. Jennifer Becker und Kristin Jänicke haben dort als Fotografinnen gearbeitet, beide ihre Ausbildung dort gemacht - Becker als Fotografin, Jänicke zur Kauffrau im Einzelhandel. „Es fiel mir sehr schwer und hat viele Tränen gekostet“, blickt Kristin Jänicke, die zehn Jahre in der Firma gearbeitet hat, auf den Abschied ...

Von Sylke Kaufhold

Als zum Jahresende das Fotostudio Fexcom in der Kavalierstraße seine Pforten schloss, traf dies zwei junge Frauen besonders. Jennifer Becker und Kristin Jänicke haben dort als Fotografinnen gearbeitet, beide ihre Ausbildung dort gemacht - Becker als Fotografin, Jänicke zur Kauffrau im Einzelhandel. „Es fiel mir sehr schwer und hat viele Tränen gekostet“, blickt Kristin Jänicke, die zehn Jahre in der Firma gearbeitet hat, auf den Abschied zurück.

Neuanfang nach Geschäfts-Aus

Doch wie so oft im Leben, steckte auch in diesem Abschied ein Neuanfang. Und so fiebern die beiden jungen Fotografinnen jetzt dem 16. April entgegen. Der Tag, an dem sie in der Ferdinand-von-Schill-Straße 5 ihr eigenes Fotostudio eröffnen werden. „Es war schon immer mein Ziel, mich selbstständig zu machen“, sagt Jennifer Becker, „die Schließung von Fexcom hat mich dennoch getroffen, denn wir waren wie eine Familie.“ Und wie es sich für eine Familie gehört, unterstützt und hilft man sich gegenseitig, auch wenn man örtlich nicht mehr zusammen ist. So stehen die einstigen Chefs Frank Demmler, René Streuber und Steffen Anders den beiden jungen Frauen beim Aufbau ihres eigenen Studios hilfreich zur Seite. „Dafür sind wir sehr dankbar“, strahlen beide.

Für ihre neue große Aufgabe fühlen sich beide aber gut gerüstet. „Das selbstständige Arbeiten haben wir schon intus“, sagt Jennifer Becker, „denn wir haben immer schon unsere eigene Ideen umsetzen und eigenverantwortlich arbeiten müssen.“ Das theoretische Rüstzeug für das Führen eines eigenen Unternehmens holen sich die beiden Frauen in einem Gründerkurs der Firma UWP Bosse. „Dort fühlen wir uns sehr gut aufgehoben und betreut“, lobt Kristin Jänicke die Kursqualität, wohl wissend, dass sie bei Martina Bosse für alle Fragen stets ein offenes Ohr finden. Und nicht zuletzt zahlt sich jetzt auch die kaufmännische Ausbildung Jänickes aus. „Das ist eine optimale Grundlage“, findet sie.

Die heute 27-jährige Jennifer Becker entdeckte als 18-Jährige das Fotografieren für sich und machte es ab 2010 mit der Ausbildung zur Fotografin zu ihrem Beruf. Natur und Landschaften galt zunächst ihre Leidenschaft, später spezialisierte sie sich auf die Porträtfotografie, der bis heute ihr Hauptaugenmerk gilt.

Ihre Firmenpartnerin Kristin Jänicke begann 2006 bei Fexcom eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel und arbeitete nebenbei im Fotostudio. Denn das Fotografieren ist die große Leidenschaft der 25-Jährigen seitdem sie 13 ist. „Da habe ich eine kleine Kamera geschenkt bekommen und bin mit meinem Opa losgezogen, der mir das Fotografieren beigebracht hat“, erzählt sie. Der Opa, das ist Klaus-Dieter Jänicke, vielen Dessauern noch bekannt als Pressefotograf der Mitteldeutschen Neuesten Nachrichten und der Liberaldemokratischen Zeitung. Der Porträtfotografie hat sich auch die 25-Jährige verschrieben. Sie bietet für ihre Kunden auch einen Visagisten-Service vor dem Fotoshooting an.

Noch ist das Fotostudio eine Baustelle

Nun also der Neustart als Unternehmerinnen. Noch stehen tausend Dinge auf der To-Do-Liste, gleicht das Fotostudio einer Baustelle. Wanddurchbruch, Fußbodenerneuerung, Renovierung sind noch zu realisieren, ehe das Studio ein Studio-Gesicht bekommen kann. „Das werden noch einige Nachtschichten“, blicken die beiden ein wenig bange auf den Kalender. Knapp zwei Wochen noch bis zur Eröffnung.

Ihre künftige Arbeit wollen Becker und Jänicke sehr flexibel gestalten, viel draußen sein und vor allem Kooperationen mit anderen regionalen Unternehmen aufbauen, so zum Beispiel mit der Hebammenpraxis „Hand in Hand“. „Wir denken, dass solche Kooperationen eine gute Win-Win-Situation in puncto Bekanntheitsgrad für beide Seiten sein können“, sagt Becker.

Eines bleibt aber auch im neuen Studio beim Alten: Jeder Kunde, egal ob neu oder Stammkunde, wird individuell betreut.

Eröffnung Fotostudio, Ferdinand-von-Schill-Straße 5, am Sonnabend, 16. April, von 11 bis 18 Uhr. (mz)