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Handball Handball: SG Kühnau kündigt Zusammenarbeit mit DRHV auf

Von frank harnack 07.05.2013, 18:22
Auch die aktuellen D-Junioren der JSG Elbe Kühnau (in Blau) sind von der Aufkündigung der Jugendspielgemeinschaft betroffen. Sie sollen aber ab der nächsten Saison wieder für die SG Kühnau spielen.
Auch die aktuellen D-Junioren der JSG Elbe Kühnau (in Blau) sind von der Aufkündigung der Jugendspielgemeinschaft betroffen. Sie sollen aber ab der nächsten Saison wieder für die SG Kühnau spielen. sebastian Lizenz

dessau-rosslau/MZ - Die Jugendspielgemeinschaft Elbe Kühnau im Handball ist Geschichte. Zur Hälfte. So sieht es zumindest die SG Kühnau, einer der beiden Partner neben dem Dessau-Roßlauer HV. Was die Spatzen in Dessau schon länger von den Dächern pfiffen, haben die Kühnauer jetzt offiziell gemacht. Die SGK hat die 2009 gegründete JSG Elbe aufgekündigt. Für den männlichen Bereich. Der weibliche soll weiter fortgeführt werden.

Abgesehen davon, wie dies rechtlich und technisch passieren soll, wirft die Vorgehensweise Fragen auf. „Es mutet seltsam an. Man kann sich nicht die Rosinen rauspicken“, sagt DRHV-Vize-Präsident Ralf Theumer. Mit einer Art offenen Brief, der auch der MZ vorliegt, hatte die SG Kühnau den DRHV über den Entschluss informiert, die JSG Elbe im männlichen Bereich nicht fortzusetzen.

„Die Entwicklung des leistungsorientierten Nachwuchshandballs stagnierte während der Zeit der JSpG Elbe Kühnau. Eine Vielzahl von Verbesserungsvorschlägen seitens der SG Kühnau fanden beim Partner leider keine Zustimmung“, heißt es in dem Schreiben. Kühnau fühlte sich zudem, so Präsident Uwe Geyer, bei der personellen Absicherung des Trainingsbetriebes vom DRHV alleingelassen. Theumer hält da mit Namen wie Adrian Olbricht, Heike Platte und Anne Lens sowie mit Spielern aus der ersten DRHV-Mannschaft entgegen, die als DRHV-Trainer in der JSG tätig wurden.

Dem Theumer-Argument, dass der DRHV den größeren finanziellen Beitrag geleistet habe, widerspricht Geyer aber entschieden. „Das stimmt nicht. Das war immer 50:50.“ Theumer hält dem entgegen, dass der DRHV nicht alle angefallenen Kosten abgerechnet hätte. Das gleiche sagt auch Geyer für die SG Kühnau und wundert sich dabei, „welche Kosten der DRHV nicht abgerechnet haben will“.

Angesichts dieses gegenseitigen Argumente-Austauschs über Dritte scheint es fast so, als ob die beiden JSG-Partner in den vergangenen Jahren einfach zu wenig miteinander und vor allem über die Probleme im täglichen Prozess gesprochen haben. Für den einen lief alles glatt, der andere war unzufrieden. Richtig gewusst hat es irgendwie dann doch keiner so richtig.

Theumer sieht nun „Redebedarf, bevor wir beim DRHV eine Entscheidung fällen“. Da Kühnau aber bereits die Abmeldungsunterlagen der JSG-Teams unterschriftsreif vorgelegt hat, vermutet Theumer, dass bei den Kühnauer „nicht gerade Gesprächsbereitschaft vorhanden ist“. Er bedauert dies.

Kühnaus Präsident Geyer verdeutlicht dann auch, dass für die SGK das Thema im männlichen Bereich durch sei. „Der DRHV muss erst einmal wieder Vertrauen schaffen“, sagt er. Dies könne der DRHV mit einer Fortsetzung der Zusammenarbeit im weiblichen Bereich. Dort würden es beide Vereine allein nicht schaffen, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, weil zu wenig Mädchen vorhanden sind. „Um den Handball in Dessau im weiblichen Bereich nicht kaputt zu machen, wollen wir die JSG in diesem Punkt aufrecht erhalten“, erläutert Geyer. Dass ein Herauslösen der Jungen umsetzbar ist, daran lässt der SGK-Präsident keinen Zweifel.