Vertrag mit französischer Firma Valneva

Großauftrag für IDT Biologika - Dessauer Unternehmen füllt neuen Corona-Totimpfstoff ab

Von Daniel Salpius Aktualisiert: 30.11.2021, 16:28
Die IDT Biologika hat ihren Sitz im Pharmapark Rodleben.
Die IDT Biologika hat ihren Sitz im Pharmapark Rodleben. Foto: Thomas Ruttke

Dessau-Roßlau/MZ - Die IDT Biologika in Dessau-Roßlau wird einen der ersten Totimpfstoffe gegen das Corona-Virus herstellen und abfüllen. Wie Geschäftsführer Jürgen Betzing am Dienstag gegenüber MZ erklärte, seien dazu am vergangenen Wochenende die Verträge mit der französischen Firma Valneva unterschrieben worden. Diese hat den inaktivierten Impfstoff VLA2001 entwickelt.

Die Herstellung des Präparats laufe in Rodleben bereits, gab Betzing bekannt. Man habe schon in vergangenen Monaten gemeinsam mit Valneva am Aufbau der Produktion gearbeitet. Wie viele Dosen schon fertig sind, verriet der IDT-Geschäftsführer aber nicht. Über die finanzielle Dimension des Auftrags wurden keine Angaben gemacht.

VLA2001 ist noch nicht zugelassen, hat aber die so genannte Phase-3 schon bestanden

Der Totimpfstoff ist bislang noch nicht zugelassen, hat aber die notwendige Phase-3-Studie mit 4.000 Probanden schon hinter sich. Nach Medienberichten habe sich in der Studie gezeigt, dass die Probanden mehr Antikörper bilden, als es beim Vakzin Astrazeneca der Fall ist. Auch soll der Wirkstoff verträglicher sein und einen relativ guten Schutz gegen Krankenhauseinweisungen bieten, also schwere Verläufe gut verhindern.

In den nächsten Woche soll die Überprüfung der Studienergebnisse durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) beginnen. Valneva rechnet damit, dass die Auslieferung des Präparats Ende April des kommenden Jahres beginnen kann. Die Europäische Kommission hat bei dem Unternehmen bereits 60 Millionen Dosen vorbestellt. Valneva produziert aber zusätzlich auch am eigenen Produktionsstandort in Livingston (Schottland).

Da Totimpfstoff, anders als Vektor- oder mRNA-Impfstoffe, aus echten Coronaviren besteht, die in einer Zellkultur gezüchtet und dann abgetötet werden, wird die IDT den Wirkstoff in ihren vorhandenen Anlagen der Biosicherheitsstufe 3 produzieren. Zum geglückten Deal sagte Betzing: „Das ist wichtig für den Biotech-Standort Deutschland. Wir sind da einer der wichtigen Partner und sehr innovativ unterwegs.“

Für das Unternehmen selbst seien es wichtige Neuigkeiten, hatte Betzing bereits am Montag via Twitter bekannt gegeben. „Es zeigt uns, welche wichtige Rolle IDT mit diesem Auftrag im Kampf gegen Covid-19 einnimmt.“ Das sei eine außerordentliche Leistung und zeige, welches Vertrauen Valneva in das sachsen-anhaltische Unternehmen, seine Produktionskapazitäten und Fachexpertise setze.

Die IDT Biologika und Valneva arbeiten schon länger zusammen

Eine weitere wichtige Vorbedingung dürfte gewesen sei, dass IDT schon zuvor Produkte von Valneva herstellen durfte. „IDT ist ein etablierter Partner innerhalb des Produktionsnetzwerks von Valneva“, kommentierte deren Geschäftsführer Thomas Lingelbach. „Wir freuen uns daher sehr, diese Partnerschaft auf die Lieferung von VLA2001 auszuweiten.“ Diese Zusammenarbeit werde dazu beitragen, dass unser inaktivierter Impfstoff für einen schnellen Einsatz zur Verfügung steht.