Es geht noch schöner

Freiwilliger Arbeitseinsatz: Mitte Oktober sind im Kühnauer Park fleißige Hände gefragt

Mit Anpflanzungen und Verschnitten soll die Kulturlandschaft auf Vordermann gebracht werden.

Von Danny Gitter 23.09.2021, 16:49
Im Kühnauer Park - hier das Löwentor - findet Mitte Oktober ein Parkseminar statt. Dafür  werden freiwillige Helfer gesucht.
Im Kühnauer Park - hier das Löwentor - findet Mitte Oktober ein Parkseminar statt. Dafür werden freiwillige Helfer gesucht. (Foto: Thomas Ruttke)

Dessau/MZ - Auf eins ist immer Verlass. Wenn in öffentlichen Parks zu Arbeitseinsätzen aufgerufen wird, dann ist das Interesse der Bevölkerung daran immer recht groß, weiß Felicitas Remmert vom Verein „Gartenträume - Historische Parks in Sachsen-Anhalt“.

„Es gibt Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet und vereinzelt auch aus dem benachbarten Ausland, die immer wieder gerne unsere Parkseminare besuchen.“ Der Verein, der sich unter anderem um die touristische Vermarktung von 50 Parkanlagen zwischen der Altmark und Saale-Unstrut kümmert, lädt einmal im Jahr zu solch einem Seminar ein. Doppelstädter, die daran Interesse haben, müssen diesmal nicht weit reisen.

Seit 2003 zieht es den Gartenträume-Verein mit Partnern vor Ort in einen von 50 Parks in Sachsen-Anhalt

Der Kühnauer Park steht am 16. und 17. Oktober auf der Agenda des Gartenträume-Parkseminars. Seit 2003 zieht es den Gartenträume-Verein mit Partnern vor Ort in einen von 50 Parks in Sachsen-Anhalt. 2004 wurde schon einmal Station im Georgengarten gemacht. 2020 sollte es dann aus gutem Grund wieder nach Dessau gehen. Das Parkseminar sollte im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums zur Ernennung des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs zum Weltkulturerbe im Kühnauer Park stattfinden. Die Pandemie hat das aufgeschoben und nicht aufgehoben. „Dann holen wir das eben in diesem Jahr nach“, so Remmert.

Heike Tenzer, Sören Klausnitzer, Kirsten Lott und Felicitas Remmert (v.l.n.r) stimmen die Details zum Parkseminar im Kühnauer Park ab.
Heike Tenzer, Sören Klausnitzer, Kirsten Lott und Felicitas Remmert (v.l.n.r) stimmen die Details zum Parkseminar im Kühnauer Park ab.
(Foto: Danny Gitter)

Für Kirsten Lott vom Amt für Stadtentwicklung sind die Parkseminare immer so etwas wie ein Familientreffen. Sie hat bei vielen schon teilgenommen und erwartet auch beim „Heimspiel“ im Kühnauer Park wieder viele, ihr altbekannte Gesichter.

„Diese Seminare sind auch ein guter Weg, um Verbindungen zwischen Naturschutz und Denkmalpflege aufzuzeigen“

Vor allem sind die Parkseminare für Lott aber auch aus fachlicher Perspektive äußerst interessant. „Da hier Fachleute und Laien aufeinandertreffen, werden auch Fragen gestellt, die man sonst nicht im Fokus hat“, erzählt sie. Auf jeden Fall bieten die Arbeitseinsätze jedem Teilnehmer einen Mehrwert. „Man sieht dort immer, wie viel man an einem Tag schaffen kann.“

„Diese Seminare sind auch ein guter Weg, um Verbindungen zwischen Naturschutz und Denkmalpflege aufzuzeigen“, betont Heike Tenzer vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie. Unter fachlicher Anleitung werden am 16. und 17. Oktober die Arbeitseinsätze im Kühnauer Park durchgeführt. Zu tun gibt es eine ganze Menge im Areal zwischen Löwentor bis zum Südzipfel des Kühnauer Sees. Vor allem müssen Hölzer verschnitten werden, damit einige Stellen im Park wieder mehr Licht und Freiraum haben. An anderen Stellen haben dagegen Stürme und Trockenheit in den vergangenen Jahren zu viele Freiräume geschaffen. „Dort wollen wir nachpflanzen“, sagt Sören Klausnitzer, vom städtischen Amt für Stadtentwicklung.

Die Veranstalter bitten die Teilnehmer darum möglichst passende Kleidung anzuhaben und nach Möglichkeit auch eigenes Werkzeug mitzubringen

So werden entlang des Weinbergs bis zu 1.500 Sämlinge für abgestorbene Kiefern nachgepflanzt. Das mag viel klingen. „Realistischerweise werden aber nur ein Bruchteil, rund 40 bis 50, tatsächlich ordentlich gedeihen und wachsen“, erläutert Klausnitzer. Auch auf der Streuobstwiese am Weinberg sowie entlang der Sichtachse vom Weinbergschloss bis zum Kühnauer See sind fleißige Hände gefragt. Allzu wilder Wuchs muss dort zurückgestutzt werden.

Die Veranstalter bitten die Teilnehmer darum möglichst passende Kleidung anzuhaben und nach Möglichkeit auch eigenes Werkzeug mitzubringen, wobei vor Ort auch Arbeitsgeräte gestellt werden. Mitmachen kann im Prinzip jeder. „Vom Kind bis zum rüstigen Senior finden fast alle Interessierten ein passendes Aufgabengebiet“, erzählt Remmert aus der Erfahrung der bisherigen Parkseminare heraus.