Faible für Bits und Bytes

Faible für Bits und Bytes: Dessauer gehört zu besten Absolventen im IHK-Kammerbezirk

Dessau - Der Fachinformatiker Philip Christopher Standt ist einer der besten Absolventen im IHK-Kammerbezirk Halle-Dessau. Welche Pläne er nun hat.

Von Danny Gitter 14.11.2020, 13:00

Heute muss Philip Christopher Standt ein bisschen schmunzeln, wenn er an ganz früher denkt, als er noch in die vierte Klasse ging und der Lehrerin auf die Frage, was er denn später mal werden möchte, spontan Programmierer antwortete.

„Zu dem Zeitpunkt hatte ich nur eine vage Vorstellung davon, was das ist“, erinnert sich der heute 21-Jährige. Doch seinem Berufsziel ist er treu geblieben. Während die ganzen potenziellen Profi-Fußballer, Lokomotivführer, Piloten und Astronauten nach der Schule dann doch eher andere Berufe verfolgten, machte er nach seinem Abitur 2017 tatsächlich eine Ausbildung zum Fachinformatiker beim Anhaltischen Elektromotorenwerk (AEM). Da kann er programmieren, aber nicht nur.

„Dass ich aber tatsächlich zu den Besten gehöre, damit habe ich nicht gerechnet“

Auf jeden Fall hat er seine Ausbildung Anfang des Jahres, nach zweieinhalb Jahren und ein halbes Jahr früher als üblich, abgeschlossen. Jetzt, wo alle Absolventen einer dualen Ausbildung, die in diesem Jahr von der IHK Halle-Dessau geprüft wurden, ihre Abschlüsse in der Hand halten, steht auch fest, dass er zu den 51 besten Absolventen überhaupt im Kammerbezirk gehört und in seinem Beruf am besten abgeschlossen hat.

„Dass ich gut bin, habe ich schon vermutet. Dass ich aber tatsächlich zu den Besten gehöre, damit habe ich nicht gerechnet“, erzählt der Fachinformatiker. Im Laufe des Novembers erhält er, wie alle anderen Besten noch eine Urkunde und einen kleinen Pokal. Eine zentral Feierstunde kann aus bekannten Gründen nicht stattfinden.

Einmal erreichte er einen zweiten Platz auf Landesebene bei „Jugend forscht“

Für Standt ist das alles eine zusätzliche Bestätigung, beruflich den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Da er schon als Kind eine gewisse Affinität zu Computern und IT-Technik hatte und diese Neigung in seiner Schule noch gefördert wurde, war eine Bewerbung um eine Ausbildung zum Fachinformatiker nur folgerichtig.

Der Gräfenhainicher besuchte in seiner Heimatstadt das Paul-Gerhardt-Gymnasium. Diese Schule hat sich durch regelmäßige und erfolgreiche Teilnahmen am Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ einen Namen in der Region gemacht. Viermal nahm er daran teil. Einmal erreichte er einen zweiten Platz auf Landesebene. Noch ein Jahr vor dem Abitur sicherte AEM in Dessau ihm einen Ausbildungsvertrag zu.

3.600 duale Auszubildende in 46 verschiedenen Berufsfeldern haben 2020 ihre Prüfungen vor der IHK Halle-Dessau absolviert. Die 51 Besten haben in ihren Prüfungen mindestens 92 von 100 Punkten erreicht.

Neben Philip Christopher Standt schafften das in der Doppelstadt auch Lara Klempau und Lena Blechschmidt, die bei IDT Biologika ihre Ausbildung zu Biologielaborantinnen erfolgreich absolvierten, und Laurentia Streubel, die als Technische Planerin bei der DB Systemtechnik ihre Lehrzeit mit sehr guten Ergebnissen beendete.

Nebenbei wird noch ein Fernstudium Informatik geschultert

Das Vertrauen hat sich ausgezahlt. Mit Bestnoten unterschrieb er nach der Ausbildung seinen Arbeitsvertrag und zog mit seiner Freundin von Gräfenhainichen nach Dessau. Sie fühlen sich wohl in der Bauhausstadt. „Dessau hat genau die richtige Größe für uns, nicht zu groß, nicht zu klein“, resümiert Standt. In einer Großstadt möchte er nicht wohnen. Auch die Arbeit ist ganz nach seinem Geschmack.

Für eine IT-Gesellschaft der AEM, die die IT-Infrastruktur des Mittelständlers und bis zu 40 weitere regionale und überregionale Kunden betreut, ist er nach eigenen Angaben „das Mädchen für alles, was im IT-Bereich so anfällt“. Das reicht vom Programmieren und Überprüfen von Hard- und Software, bis zur Reparatur von Druckern. Nebenbei wird noch ein Fernstudium Informatik geschultert. Warum er denn nicht gleich nach dem Abitur studierte, diese Frage kann Standt ganz leicht beantworten. „Ich wollte schon recht früh praktisch arbeiten und Geld verdienen. Das habe ich mir mit der Ausbildung erfüllt.“ (mz)