Stadtrat nimmt Thema von Tagesordnung

Entscheidung zur Ganztagsschule Zoberberg wurde wieder aufgeschoben

Die Zoberbergschule ist erst noch einmal Thema im Sozialausschuss.

Von Daniel Salpius
Die Ganztagsschule Zoberberg
Die Ganztagsschule Zoberberg (Foto: Thomas Ruttke)

Dessau-Roßlau - Eltern und Grundschüler aus Mosigkau, Kochstedt und vom Zoberberg werden weiterhin im Schwebezustand gehalten: Über die Aufhebung des Schuleinzugsbereichs für die Ganztagsschule Zoberberg ist noch immer keine Entscheidung gefallen. Der Stadtrat stimmte das Thema in der vergangenen Woche mehrheitlich von der Tagesordnung.

Zuvor hatte Michael Puttkammer (CDU) beantragt, die entsprechenden Beschlussvorlagen vor einer Abstimmung im Stadtrat noch einmal in den Ausschuss für Gesundheit, Bildung und Soziales zu verweisen, dem Puttkammer vorsitzt. Laut CDU-Fraktionsvorsitzenden Eiko Adamek soll das Thema dort erneut „in Ruhe debattiert werden“. Die Anmeldungen für das kommende Schuljahr seien durch, es gebe keinen Grund zur Eile.

Ganztagsschule Zoberberg ist die einzige Einrichtung mit Gemeinschaftsschulkonzept in der Stadt

Eigentlich ist die Sachlage jedoch bereits klar. Weil es sich bei der Ganztagsschule Zoberberg um die einzige Einrichtung mit Gemeinschaftsschulkonzept in der Stadt handelt, müssen aus Sicht der Verwaltung alle Kinder im Stadtgebiet gleiche Zugangschancen erhalten. Es drohten sonst juristische Auseinandersetzungen wegen Ungleichbehandlung, so das Argument des Schulamtes.

Auch in einem eigens einberufenen Sonderausschuss zu Beginn des Monats herrschte dazu Konsens. Das Gremium stimmte anschließend mehrheitlich für die Aufhebung des Schuleinzugsbereichs ab dem Schuljahr 2022/23. Das bisherige Aufnahmeverfahren wurde ebenfalls angepasst. Die Folge: Auch die Schüler der Grundschule Zoberberg sollen künftig keine Zugangsprivilegien zur Ganztagsschule haben. Dies wäre aus Sicht der Verwaltung als Ausnahme möglich gewesen. Die Ausschussmitglieder entschieden sich gegen die Bevorzugung.

Zuletzt waren immer mehr Kinder vor allem aus Mosigkau und Kochstedt nach der Grundschulzeit auf die Gemeinschaftsschule statt aufs Gymnasium gewechselt

In der Folge könnten sich nun bald Schüler aus dem gesamten Stadtgebiet nach der Grundschule gleichberechtigt um einen der jährlich 75 Plätze bewerben. Übersteigen die Anmeldungen die maximale Anzahl der Plätze, soll in Zukunft das Los entscheiden. Für Grundschüler aus dem Westen Dessaus wird das mitunter längere Schulwege bedeuten.

Zuletzt waren immer mehr Kinder vor allem aus Mosigkau und Kochstedt nach der Grundschulzeit auf die Gemeinschaftsschule statt aufs Gymnasium gewechselt. Kinder aus anderen Stadtteilen hatten daher kaum noch Chancen. (mz)