Raupen-Plage

Eichenspinner kosten Stadt 200.000 Euro - 2022 ist Bekämpfung aus der Luft geplant

Bekämpfung des Eichen-Prozessionsspinners in Waldersee.
Bekämpfung des Eichen-Prozessionsspinners in Waldersee. Foto: Thomas Ruttke

Dessau-Rosslau/MZ/Sal - Dessau-Roßlau muss im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) immer tiefer in die Tasche greifen. Allein für das Jahr 2021 rechnet die Verwaltung gegenwärtig mit Kosten von mindestens 200.000 Euro, die für den Kampf gegen die giftigen Schädlinge aufgewendet werden müssen. Das teilte die Stadt am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit.

Bereits im März sei eine Fachfirma beauftragt worden, die Raupen des EPS mit Biozid zu beseitigen. Dabei wurden insgesamt etwa 5.500 Bäume mit Biozid und zusätzlich 200 Bäume am Muldufer, gegenüber des Paul-Greifzu-Stadions, mit Nematoden (Fadenwürmer) behandelt. Die Gesamtkosten betrugen 35.000 Euro.

Dessau-Roßlaus Stadtverwaltung hat zahlreiche Maßnahmen veranlasst

Zwischen April und September veranlasste die Stadt außerdem in sensiblen Bereichen des Stadtgebiets bei „Gefahr im Verzug“ - etwa bei Kindertagesstätten, Schulen, Seniorenheimen, Vereinsgeländen - die Absaugung von Nestern durch ein mobiles Einsatzteam. Bisher seien dabei etwa 8.200 Nester von 150 Eichen abgesaugt worden. Die bisherigen Kosten lägen bei etwa 40.000 Euro.

Im Juni wurde laut Stadt dann nochmals eine Fachfirma damit beauftragt, insgesamt 18.500 Nester an 500 Bäumen im gesamten Stadtgebiet abzusaugen. Am 30. August waren rund 11.100 Nester an 394 Bäumen entfernt. Die Kosten liegen insgesamt bei 80.000 Euro.

Ebenfalls im August startete zudem eine weitere Ausschreibung zur Absaugung weiterer 9.000 Nester an 300 Bäumen bis Dezember. Die Verwaltung rechnet hier noch einmal mit einem Kosten von rund 45.000 Euro.

Arbeitsgruppe Eichenprozessionsspinner hat Ende August in Dessau getagt

Im August tagte überdies die „Arbeitsgruppe EPS“ unter der Teilnahme des Landesforstbetriebs, der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, des Landesstraßenbaubetriebs sowie des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Sie alle verwalten befallene Flächen im Stadtgebiet. Hierbei seien die Teilnehmer überein gekommen, dass in den kommenden Jahren ein koordiniertes Vorgehen zur Bekämpfung des EPS erfolgen wird.

Darüber hinaus seien die Randbedingungen für die Bekämpfung aus der Luft etwa im Tiergarten besprochen worden. „Mit den hierfür erforderlichen Vorarbeiten wird unter Federführung der Stadt Dessau-Roßlau voraussichtlich im Herbst begonnen“, so Stadtsprecher Carsten Sauer. Ob eine „Befliegung“ schon im kommenden Jahr erfolgen könne, sei momentan jedoch noch offen. Die Kosten würden sich jedenfalls im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich bewegen.

Seit vielen Jahren breite sich der zur Massenvermehrung neigende Eichenprozessionsspinner in Deutschland aus, so die Stadt. Der Schmetterling trete bevorzugt in lichten Eichenwäldern, an Waldrändern und an besonnten Einzelbäumen in Erscheinung, jedoch komme es zunehmend auch zum intensiven Befall des öffentlichen Grüns und von Gärten.