Ausflug zu Himmelfahrt?

Corona und Wetter setzen dem Männertag zu - Das ist in Dessau-Roßlau möglich

Von Annette Gens, Silvia Bürkmann und Heidi Thiemann
Am Kornhaus öffnet der Kiosk am Himmelfahrtstag.
Am Kornhaus öffnet der Kiosk am Himmelfahrtstag. Foto: Sebastian

Dessau-Roßlau - Unter dem Schatten der Bäume waren Tische aufgestellt. Leckere Kuchen wurden aufgetafelt. Es gab Kaffee und Bier. Manchmal auch Musik. Dieser Stand mitten in der Natur hatte sehr viele Liebhaber.

Rotarier haben Himmelfahrt an der Solitüde wieder abgesagt

Doch zum zweiten Mal hintereinander fällt das Fest an der Solitüde im Sieglitzer Park am Himmelfahrtstag aus. Die Corona-Pandemie macht auch in diesem Jahr den Organisatoren vom Dessauer Rotary-Club einen Strich durch den Veranstaltungskalender. Rudolf Lückmann, Chef der Rotarier, bedauert dies sehr, beugt sich aber den Gegebenheiten, die im Moment niemand ändern kann. Bitter ist der Fakt für die Rotarier allemal. Denn die Einnahmen vom Himmelfahrtstag waren immer für einen guten Zweck verwendet worden.

In diesen Zeiten ist die Arbeit der Rotarier viel schwerer geworden. Trotzdem laufen Projekte und trotzdem sei die Verständigung untereinander gut, schildert Lückmann. Statt den montäglichen Treffen treffen sich die Mitglieder des Clubs im Chat. Und vielleicht könne eine Feier ja auch nachgeholt werden, sagt Lückmann. Ob diese dann am ehemaligen Badehäuschen des Fürsten Franz stattfinden wird, ist völlig offen.

Radfahren ist am Himmelfahrtstag auf alle Fälle möglich, auch wenn viel Regen angesagt ist. Doch ein Zwischenstopp mit einem kühlen Blonden ist am Donnerstag auch im Gasthaus Leiner Berg unmöglich. „Wir haben geschlossen“, sagt Gastwirt Dirk Werner kurz und knapp. Die Inzidenzzahlen für den Landkreis Wittenberg, zu dem der Leiner Berg zählt, waren zum Wochenbeginn wieder leicht angestiegen. „Dass wir öffnen können, ist total unwahrscheinlich“, bestätigt der Gastwirt.

„Grüner Baum“ in Kochstedt will seine Tore zum Biergarten öffnen - mit Einschränkungen

Im „Grünen Baum“ in Kochstedt werden sich dagegen die Tore zum Biergarten öffnen. Aber der Garten wird nicht zum Verweilen einladen. Die Gäste sind allerdings eingeladen, sich Essen zu holen. Es gibt Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. Auch Wildschwein am Spieß. Und wie am 1.?Mai setzt der „Grüne Baum“ auf Saisonales. „Schnitzel mit Lindauer Spargel ist momentan der Renner“, sagt Wirt Andreas Schmidt.

Ab 10 Uhr hat am Feiertag auch der Kiosk am Kornhaus wieder für Laufkundschaft geöffnet. „Wir stecken noch mitten in der Pandemie und beköstigen unserer Gäste ausschließlich ’to go’ mit Speis’ und Trank“, sagt Restaurantleiterin Annett Huth-Ibsch. Aber auch einfach „für den Weg“ wird allerhand angeboten: So gibt es in Sichtweite vom Elbufer natürlich Bratwurst oder Bockwurst oder für die Süßschnäbel Waffeln, Blechkuchen und Stieleis. Herzhaft stärken können sich die Ausflügler beim Schweinsbraten im Treberbrot mit Krautsalat und Röstzwiebeln oder Fischbrötchen. Bei den Getränken dürfen rote Fassbrause und Apfelschorle ebenso wenig fehlen wie der Eiskaffee. Bedient wird im Kiosk „bis zum letzten Gast.“

Unterwegs sein werden am Himmelfahrtstag nicht nur Ausflügler, sondern auch Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes, um wie erst kürzlich zu Ostern, Kontrollen durchzuführen, sagt Carsten Sauer, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Er verweist darauf, dass weiter unverändert die Regeln der „Bundesnotbremse“ gelten. Private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum sind nur gestattet, wenn an ihnen höchstens die Angehörigen eines Haushalts und eine weitere Person einschließlich der zu ihrem Haushalt gehörenden Kinder (bis 14 Jahre) teilnehmen. Geimpfte und Genesene werden dabei laut der neuen Covid-19-Ausnahmeverordnung aber nicht mehr mitgezählt.

Für Gaststätten und Cafés gilt weiterhin: Nur Außerhausverkauf und die Auslieferung von Speisen und Getränken ist gestattet. Verzehrt werden darf alles aber nicht vor Ort.

Präsenz wird auch die Polizei am Himmelfahrtstag zeigen und mit zusätzlichen Kräften im Einsatz sein, sagt Danilo Weiser, Pressesprecher des Innenministeriums auf Nachfrage. „Die Landespolizei hat sich im Vorfeld intensiv mit den Landkreisen und kreisfreien Städten zu allgemeinen Sicherheitskonzepten und Sicherheitsfragen abgestimmt.“