Akener Wies'n Akener Wies'n: Elbestadt in bayerischem Bann
Aken/MZ. - Die Dirndl saßen wie angegossen, so manche Lederhose rutschte beim Maßstämmen über die Festzeltbänke. Jodelversuche konnten sich hören lassen. Und wer glaubte unbedingt nach München reisen zu müssen, um eine zünftige Wies'n zu erleben, der irrte.
Denn nicht nur an der Isar weiß man zu feiern, dass bewiesen eindrucksvoll an vier Tagen die Elbestädter und ihre Gäste. Ist doch die Akener Wies'n seit vier Jahren ein Muss für jeden, der gern Brezeln knabbert, Bier trinkt und sich vom Schunkelfieber anstecken lässt. Tausende zog es in den vier Tagen zum Festzelt. Dorthin, wo die "Musi" spielt. Auf geht's.
Klar, dass auch der zünftige Bieranstich nicht fehlen durfte. Innenminister Klaus Jeziorsky zeigte am Freitagnachmittag, dass auch in einem Sachsen-Anhalter ein Bayer schlummert. Gebrauchsanweisungen brauchte der Gast aus Magdeburg nicht zu studieren, um den Gerstensaft fließen zu lassen. "Es ist angezapft" freuten sich trockene Kehlen. Etwa 35 Minuten dauerte es, bis das 100-Liter-Fass Freibier den ersten Durst der Akener gelöscht hatte.
"Die Akener Wies'n ist ein Muss", erzählen Helga Knödel, Bärbel Fitze und Gertraud Ruschke. Es sei das Beste, was im Jahr in der Elbestadt veranstaltet werde. "Diese Zeit genießen wir in vollen Zügen", so das Damentrio. Hier komme man zum Schwätzchen zusammen, treffe Menschen, die man das ganze Jahr über nicht sieht. Und das Eintrittsgeld für die musikalischen Höhepunkte, "das nehmen wir aus der Haushaltskasse", plaudern sie. Auch Irmgard und Karl-Heinz Vogel ließen es sich nicht nehmen, dabei zu sein. "Hier ist immer was los", weiß das Akener Ehepaar.
Das freut auch Axel Lehmann und Günter Kopper vom Getränkeland Köthen, die gemeinsam mit den Akener Bierstuben die organisatorischen Fäden in ihren Händen halten. Und damit in Aken auch der bayerische Festwind weht, ist es für Kopper und Lehmann ein Muss, selbst in die Isar zu reisen, um sich dort umzuschauen. "Wir fahren immer zum Beobachten hin", meinen sie. Denn die Akener Wies'n soll schließlich immer besser werden. Ob Abba 99, Aischzeit, die Zerbster Blasmusikanten oder die Herrnhäuser - es gab für jedes Paar Ohren die richtigen Töne.
Aber auch für das Auge wurde etwas geboten. Denn der Nachwuchs in Sachen Tanz präsentierte sich am Sonnabend von seiner besten Seite. Tanzgruppen aus Drosa, Thurland, Werdershausen und Weißandt-Gölzau brachten die Bühnenbretter zum Beben. "Ein halbes Jahr haben wir die Tänze eingeübt", berichtet Elgin von Schmudi aus Drosa. Mit Can-Can und Cowboy-Dance zogen sie das Publikum in ihren Bann. Am Ende tanzten sich die Werdershausener auf Platz eins.
Auch die allerjüngsten Tänzerinnen aus Aken hatten ihren großen Auftritt. Zu ihnen gehört Sophie. Der Achtjährigen gefällt's, erzählt sie. Vor allem der Burger-Dance von DJ Ötzi, den die Kinder gerade mal in ein paar Wochen einstudiert haben, denn länger tanzen sie noch nicht. Eine spontane Idee sei es gewesen, berichtet Andrea Koch vom Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt in Aken. Mittlerweile sind es 28 Kinder von der ersten bis siebenten Klasse, die ein Mal pro Woche das Tanzbein schwingen, viel Spaß dabei haben und garantiert auf der nächsten Akener Wies'n dabei sein werden.