Schüler-Kabarett Schüler-Kabarett: Das Imperium geht nicht ohne Anne
Bitterfeld/MZ. - "Das Gammelteam müssen wir noch mal machen, das hat letztes Mal nicht so geklappt", sagt Annegret Meyer. Bei den Giftzwergen herrscht Aufregung.
Das Schulkabarett des Walther-Rathenau-Gymnasiums in Bitterfeld muss proben für die zweite Aufführung des Programms "Die Zeitmaschine" am Freitag. Das Treffen zwischen Schulschluss und Abfahrt der Busse nach Hause ist kurz. Nur eine gute halbe Stunde bleibt den Neuen, ihren Part vor versammelter Mannschaft zu üben. Mit manchen Textpassagen können Sven Radtke und Eric Bindernagel aus der siebten Klasse noch nichts anfangen.
Dennoch: "Wir integrieren sie gleich, mit etwas Einfachem", erklärt Doreen Korb. Sie gehört zu den langjährigen Mitgliedern, hat ein ähnliches Dienstalter wie Thomas Bebber. Der gibt indes Regieanweisungen: "Jetzt kommt euer Flutgedicht". "Oh", Eric und Sven sind wieder dran. "Die Überraschung wäre vielleicht auch was für die Bühne", regt die Betreuerin der Arbeitsgemeinschaft, Ruth Blachnitzki, an. Diese Übungsstunden sind wichtig für das Bühnenprogramm. Alle, die nicht in der Szene sind, fungieren als Publikum. Die Pointen zünden bei ihnen auch beim hundertsten Mal.
Das Schmunzeln im Gesicht der Mit-Giftzwerge spornt bei den Akteuren zu Improvisationen an. Leicht hat es der Kabarett-Nachwuchs dieser Tage nicht.
Das neue System am Gymnasium hat den Stundenplan kräftig durcheinander geschoben. Schwierig ist, einen Termin für Treffen zu finden; gemeinsame Proben sind selten. "Wer muss, der muss", ist das Zeichen für die halbe Gruppe, jetzt zu gehen, sonst fährt der Bus ohne sie. Wichtige Absprachen werden ohnehin öfter in den Unterrichtspausen getroffen. Wenn nötig, treffen sich die Giftzwerge eben privat noch mal. Eine Ganztagsprobe mit Unterrichtsausfall ist eine seltene Notlösung. Den verpassten Stoff müssen sie ja nachholen. Mehr Auftritte und ein neues Programm würden Thomas und Doreen schon reizen, aber die Zeit zum langwierigen Texteschreiben ist nicht da.
"Das Imperium könnten wir noch mal...", meint Annegret, aber Anne fehlt. Macht nichts, auch am Telekolleg herrscht noch Nachbesserungsbedarf. "Du hast die besten Gags im Handtuch verschwinden lassen." Adressat von Doreens Kritik ist Jan Michaelis, Kellner im "Telekolleg". Krumm nimmt er ihr das nicht; gemeinsam wird überlegt, wie es besser geht. Thomas erklärt später: "Letztes Mal ist nicht alles richtig angekommen. Deshalb wollen wir den zweiten Auftritt."
"Die Zeitmaschine" ist am Freitag um 19 Uhr im Gymnasium Bitterfeld (Aula) zu sehen.