Bitterfelder Puschkinstraße

Puschkinstraße in Bitterfeld: Gebäudekomplex erhält nach jahrelangem Leerstand eine farbenfrohe Fassade

Bitterfeld - Am Sanierungsobjekt an der Bitterfelder Puschkinstraße fallen die Hüllen. Sie geben den Blick frei auf eine farbenfrohe Fassade und die erneuerte Häuserzeile.

Von Michael Maul

Investor Rainer Engel hält Wort. Beim Osterspaziergang 2016 durch das Dichterviertel hatte der IT-Unternehmer den interessierten Teilnehmern seine Pläne vorgestellt und versprochen, bis zum nächsten Jahr Ergebnisse vorzeigen zu können. Nun ist es soweit.

Am 12. April startet der diesjährige Rundgang durch das Viertel und wer möchte, kann einen Blick ins Innere der einstmals unansehnlichen und jetzt sanierten Gebäude an der Bitterfelder Puschkinstraße werfen.

Hausschwamm hat rund 150.000 Euro Mehrkosten verursacht

„Wir liegen im Plan“, gibt sich der junge Mann aus Berlin zuversichtlich, auch wenn im Haus bei der Sanierung jede Menge Hausschwamm entdeckt worden sei. „Das hat uns ein wenig zurückgeworfen und rund 150.000 Euro Mehrkosten verursacht“, sagt er. Doch nun laufe alles planmäßig. „Das Haus ist gedämmt, das Dach ist fertig und die Warmwasserkollektoren auf dem Dach sind installiert“, erklärt der Investor den Arbeitsstand. Das alles seien Dinge, die man schon von außen sehe.

Rundgang im April lässt einen Blick hinter die Fassade zu

Was sich hinter der Fassade im Keller und in den Wohnungen abspiele, werde man am beim Rundgang im April erstmalig der Bevölkerung zeigen können, wirbt Engel für Interessenten an seinen 30 Wohnungen.

Dabei hat der Berliner auch gleich einen Slogan auf den Lippen: „Hier wohnt, wer gut rechnen kann“, beschreibt er die Vorteile seines innovativen Heizsystems. Es sei nicht nur die Abwärme von Computerservern, die er zum Heizen nutze, sondern auch die Wärme der Kollektoren auf den Dächern und die Abwärme verschiedener anderer Systeme. „Das alles in einer Einheit betrachtet versetzt uns in die Lage, die Kosten für die Heizung und somit die Mieten auf einem normalen Niveau zu halten“, sagt Engel, ohne schon konkrete Zahlen zu nennen.

Ein freies WLAN-Netz sowie Anschlüsse für Satellitenfernsehen seien ebenso verlegt, wie sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen aller Energieträger. „Allein für die Heizung haben wir in dem gesamten Komplex etwa drei Kilometer Rohrleitungen verlegt“, nennt Engel eine imposante Zahl.

Wenn alles klappt, sollen die Bauarbeiten Ende dieses Jahres beendet sein

In diesem Zusammenhang gibt er auch gleich noch eine andere Rechenaufgabe auf. „Drei plus eins ist fünf“, sagt er, was rein mathematisch nicht stimme. Doch hinter seiner Rechnung steht eine andere Überlegung. „Wir haben im ersten Stock eine Dreiraum- und eine Einraumwohnung direkt nebeneinander“, erklärt er seine Rechnung.

Da die Einraumwohnung aber neben dem reinen Wohnraum auch über eine Küche verfüge, würden es zwei Räume sein. „Wenn nun eine große Familie dort einziehen würde, könnten wir ohne Probleme in die Zwischenwand ein Tür einbauen und schon ist eine große Fünf-Raum-Wohnung mit rund 120 Quadratmetern Grundfläche entstanden“, beschreibt er seine Ideen.

Im Keller, in dem noch ein Wirrwarr von Kabeln und Leitungen zu sehen ist und in dem die Handwerker wuseln, sei weiterhin eine große Wasserfilteranlage installiert, die immer eine gleichbleibende Qualität des Wassers garantiere, nennt Engel eine weitere Neuheit im Häuserkomplex. Auch klare Terminvorstellungen hat er: „Wenn alles klappt, sollen die Bauarbeiten Ende dieses Jahres beendet sein.“ Vorher könnten allerdings die Mieter schon schrittweise einziehen, denn der Eingang Feldstraße soll am 12. April fertiggestellt sein. (mz)