Partei wollte 600 Euro geben

Partei wollte 600 Euro geben: AWO lehnt AfD-Spende für die Tafel Bitterfeld ab

Bitterfeld - 600 Euro will die AfD-Fraktion des Stadtrats Bitterfeld-Wolfen an die Bitterfelder Tafel der Arbeiterwohlfahrt spenden. Doch die will das Geld nicht haben. Die AWO lehnt diese Spende „aus voller Überzeugung“ ab. Das stellt deren Kreisverband Bitterfeld ...

Von Frank Czerwonn

600 Euro will die AfD-Fraktion des Stadtrats Bitterfeld-Wolfen an die Bitterfelder Tafel der Arbeiterwohlfahrt spenden. Doch die will das Geld nicht haben. Die AWO lehnt diese Spende „aus voller Überzeugung“ ab. Das stellt deren Kreisverband Bitterfeld klar.

AfD-Fraktionschef Kay-Uwe Ziegler hatte vor gut einer Woche mitgeteilt, dass die Fraktion einstimmig beschlossen habe, auf die Aufwandsentschädigung für den Monat April zu verzichten und diese „für einen guten Zweck in unserer Stadt zu spenden“. Schließlich sei wegen Corona auch die Arbeit im Rat auf ein Minimum reduziert worden. Je 600 Euro sollen an die Bitterfelder Tafel und an den Tierschutzverein, also das Tierheim Bitterfeld, gehen (die MZ berichtete).

Für die AWO ist es allerdings laut Vorstand Jan Kiese unabdingbar, mit dem Spender in den Grundwerten übereinzustimmen. Daher prüfe der Wohlfahrtsverband regelhaft die Mittelherkunft seiner Spenden. Aus Sicht des AWO-Vorstands und der Geschäftsführung „sind die AWO-Werte unvereinbar mit den politischen Positionen der AfD“. Die AWO kümmere sich um Menschen mit Hilfebedarf unabhängig von ihrer Herkunft. Die Wohlfahrtspflege sei ein Ort, an dem Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen und Religionen zusammenfinden und das Gegenüber durch direkten Austausch verstehen und respektieren lernen.

„Die AWO lehnt deshalb die Spende aus voller Überzeugung ab“, so Kiese. Die „Bitterfelder Tafel“ werde aber auch weiterhin Hilfesuchende mit ganzer Kraft und großem Engagement in diesen schwierigen Zeiten unterstützen. (mz)