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Kunstbrunnen in Wolfen-Nord: "Meiers Kachelofen" sprudelt wieder

Wolfen-Nord - Der Kunstbrunnen in Wolfen-Nord hat einen Paten gefunden.

Von Detmar Oppenkowski

Meiers Kachelofen in Wolfen-Nord steht endlich unter einem guten Stern: Nachdem lange unklar war, ob der 40. Geburtstag des Kunstbrunnens in zwei Jahren überhaupt begangen werden kann, sprudelt er nun wieder feucht-fröhlich vor sich hin. „Ich freue mich sehr darüber“, sagt Simone Schmidt-Ramsch.

Erhalt als Erinnerungsort

Die Geschäftsführerin der Sara-Seniorenresidenz hat sich auf Anfrage der Stadt Bitterfeld-Wolfen sofort bereit erklärt, die - wenn man so will - Patenschaft für das markante Wasserspiel zu übernehmen und die Betriebs- und Wartungskosten zu tragen. Davon erhofft sie sich gleich mehreres: Einerseits werde ein Platz der Ruhe und des Austausches geschaffen, andererseits ein Erinnerungsort erhalten.

So wie die 140 Bewohner der Seniorenresidenz hat auch die Sara-Chefin selbst prägende Erlebnisse mit dem Brunnen, der direkt neben der mittlerweile abgerissenen Wilhelm-Pieck-Schule steht. „Dort wurde ich eingeschult, dort habe ich meinen Abschluss gemacht. Und: Der Springbrunnen gehörte einfach zu unserer Schulzeit.“

Ob nun Verweilen auf dem Brunnenrand oder Posieren für das Abschlussfoto - alle ehemaligen Schüler der Polytechnischen Oberschule verbinden viele Geschichten mit diesem Ort.

Benannt nach kritischem Schulleiter

Etwa, dass Direktor Meier - nachdem der Brunnen im Volksmund benannt ist - auch hier unangemeldet aufschlug, um nach dem Rechten zu sehen. „Er war ein schmaler, eleganter Mann mit Anzug und Pfeife“, erinnert sich Simone Schmidt-Ramsch.

Über den Grund, weshalb der Pädagoge der Namenspatron für die Anlage geworden ist, weiß das Stadtarchiv folgendes: Bereits im Jahr 1968 hatte ein Künstlerkollektiv, bestehend aus dem Kunstmaler Bernhard Franke und dem Bildhauer Gerhard Markwald, den Auftrag für die Brunnengestaltung erhalten.

Die Übergabe des gussfertigen Werkes mit seinen konkav gewölbten Fliesen erfolgte zwar noch im selben Jahr, allerdings ließ die Inbetriebnahme auf sich warten, weil es Materialengpässe gab und alle Arbeiten nach Feierabend durchgeführt werden mussten.

Den schleppenden Baufortschritt beobachtete Schulleiter Meier kritisch und setzte sich vehement für die Fertigstellung des Brunnens ein. Am 1. Mai 1978, also zehn Jahre nach der Auftragsvergabe, sprudelte er dann zum ersten Mal. „Dass er auch weiterhin intakt ist, war unser Anliegen“, sagt Oberbürgermeisterin Petra Wust (parteilos) und verweist darauf, dass es im Stadtgebiet noch weitere Brunnen gibt, für die man Patenschaften übernehmen kann. „Auch so können Firmen ihre Verbundenheit mit Bitterfeld-Wolfen ausdrücken.“ (mz)