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Hilfe sichert das Überleben Kostenexplosion in allen Bereichen: Tierheim Bitterfeld ist dringend auf Spenden angewiesen

Die Zuwendungen durch die Städte reichen nicht aus. Durch eine Kostenexplosion in allen Bereichen sind Spenden dringen für den Betrieb notwendig geworden.

Von Michael Maul 19.02.2022, 09:00
Die Dächer und die Ausläufe für die Katzen müssen erneuert oder zumindest geflickt werden.
Die Dächer und die Ausläufe für die Katzen müssen erneuert oder zumindest geflickt werden. (Foto: MIchael Maul)

Bitterfeld/MZ - Für den Finanzverantwortlichen des Bitterfelder Tierschutzvereins Uwe Koeckeritz ist jedes Jahr aufs Neue ein Rechnen mit vielen Unbekannten. Wie entwickeln sich die Preise und auch die Löhne der Angestellten des Tierheims? Wo kann man zum Beispiel günstig Heizöl einkaufen und vor allem: wie entwickeln sich die Energiepreise? Kommen wir in diesem Jahr über die Runden? Das ist die Frage, die ihn und seine Mitstreiter immer wieder beschäftigt.

„Wir bekommen von der Stadt Bitterfeld-Wolfen, für die wir die Leistungen des Tierschutzes übernehmen, insgesamt 100.000 Euro“, nennt Koeckeritz Zahlen. Mit den anderen Städten des Altkreises habe man noch keine Verträge oder rechne die Leistungen pro Tier ab. Demgegenüber stünden allerdings Ausgaben, die den Betrag bei weitem überschreiten. Da sind zum Beispiel die Löhne, der Tierarzt und viele andere kleine und große Dinge und natürlich Reparaturen. „Für den ordnungsgemäßen Betrieb des Tierheims brauchen wir im Jahr rund 350.000 Euro.“ Die Lücke gelte es immer wieder zu schließen. Zaubern könne aber auch er nicht, meint Koeckeritz.

„Jede Firma sollte sich in irgendeiner Form für das Tierwohl einbringen und die Arbeit des Tierheims unterstützen“

„Es ist die Hilfe, die wir von Firmen, Privatpersonen und Institutionen bekommen, die uns über die Runden bringt“, erklärt er. Und da das keine unerheblichen Summen seien, gelte allen ein besonderer Dank. Das gehe von Heizöl über neue Türen is hin zur Abfallentsorgung.

Petra Pletschke, Uwe Koeckeritz und Hartmut Eckelmann (v.r.)
Petra Pletschke, Uwe Koeckeritz und Hartmut Eckelmann (v.r.)
(Foto: Maul)

„Für rund 10.000 Euro entsorgen wir in jedem Jahr die anfallenden Abfälle, stellen Container und holen sie bei Bedarf ab“, sagt Hartmut Eckelmann, der Geschäftsführer der Wolfener Recycling GmbH. Er und seine Mitstreiterin Petra Pletschke, die Chefin der Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke, hatten sich erst vor kurzem ein Bild über die Arbeit des Tierheims gemacht. „Wir haben zwar selbst keine Tiere“, sagen die beiden, dennoch würden ihnen die Tiere sehr nahe stehen. „Jede Firma sollte sich in irgendeiner Form für das Tierwohl einbringen und die Arbeit des Tierheims unterstützen“, wünscht sich Eckelmann. Es würde dort eine Arbeit geleistet, die von Außenstehenden nicht eingeschätzt werden könne. „Die Mitarbeiter sind immer ansprechbar und helfen wo sie können“, sagt er.

Über mangelndes Unverständnis spricht Tierheimleiterin Grit Bürger

„Ich bin sehr stolz auf unsere drei Festangestellten und die vier Leute, die auf 450-Euro-Basis arbeiten“, lobt Koeckeritz seine Mitarbeiter. Er selbst sei ehrenamtlich tätig, versuche aber dennoch, immer neue Sponsoren für eine Hilfe zu begeistern. Auch seine Arbeit in den Kindergärten und Schulen, die coronabedingt etwas eingeschlafen sei, würde zu einem Verständnis für die Tiere beitragen.

Über mangelndes Unverständnis spricht allerdings Tierheimleiterin Grit Bürger. Sie könne nicht verstehen, dass es immer noch Tierhalter gebe, die einer Kastrationspflicht bei Katzen negativ gegenüber stehen. „Nur wenn man der unkontrollierten Population Einhalt gebieten kann, ist auch das Entstehen neuer Infektionskrankheiten bei den Tieren zu begegnen. Wir alle müssen mithelfen, damit es den Tieren und den Menschen gut geht“, sagt sie.