Chemiepark Bitterfeld-Wolfen

Chemiepark Bitterfeld-Wolfen: Deutschlandweit erster Standort für neue Anlage

bitterfeld/MZ - Millionen-Investition in Bitterfeld: Der Chlorproduzent Akzo Nobel hat im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen eine neue Anlage zur Sole-Entbromung in Betrieb genommen. Dadurch soll das Brom aus der für die Herstellung verwendeten Salzsole entfernt werden. Das Endprodukt Chlor wird dadurch qualitativ hochwertiger. Auf diesem Weg will das Unternehmen bei seinen Abnehmern punkten, die nach Angaben des Bitterfelder Werkleiters Stefan Kauerauf weitgehend ebenfalls im Chemiepark sitzen. „Wir hoffen, dass unsere Kunden dadurch neue Marktsegmente erschließen können.“ Denn bislang habe Brom die Anwendbarkeit des Chlors ...

Von stefan schröter 15.09.2015, 09:38

Millionen-Investition in Bitterfeld: Der Chlorproduzent Akzo Nobel hat im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen eine neue Anlage zur Sole-Entbromung in Betrieb genommen. Dadurch soll das Brom aus der für die Herstellung verwendeten Salzsole entfernt werden. Das Endprodukt Chlor wird dadurch qualitativ hochwertiger. Auf diesem Weg will das Unternehmen bei seinen Abnehmern punkten, die nach Angaben des Bitterfelder Werkleiters Stefan Kauerauf weitgehend ebenfalls im Chemiepark sitzen. „Wir hoffen, dass unsere Kunden dadurch neue Marktsegmente erschließen können.“ Denn bislang habe Brom die Anwendbarkeit des Chlors eingeschränkt.

Wie wichtig der Schritt für das Unternehmen ist, verdeutlichte am Montag eine Firmenfeier vor Ort mit Sektempfang, Büfett und Gästen aus der Politik. Dabei lobte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) das „vorbildliche“ Engagement von Akzo Nobel in Bitterfeld.

80 Mitarbeiter beschäftigt

Chlor ist für viele Unternehmen im Chemiepark elementar. Daher sagte der Akzo-Nobel-Geschäftsführer Jürgen Baune bei seiner gestrigen Festrede: „Chlor ist das Blut des Standorts.“ Über Rohrleitungssysteme wird Chlor und Chlorwasserstoff zu den Betrieben im Chemiepark transportiert. Dazu gehören unter anderem Sidra Wasserchemie Bitterfeld, CBW und die Dow Wolff Cellulosics GmbH.

Bitterfeld ist der erste Standort von Akzo Nobel in Deutschland, an dem eine derartige Anlage für die Chlorproduktion in Betrieb geht. Dort beschäftigt das Unternehmen derzeit 80 Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende. Weltweit ist Akzo Nobel in über 80 Ländern aktiv. Der globale Umsatz des Unternehmens liegt bei rund 14,3 Milliarden Euro. Es ist nach eigenen Angaben führend in der Farben- und Lackindustrie.

Von der Entscheidung zum Bau bis zur Umsetzung der Investition für die Sole-Entbromungsanlage in Bitterfeld seien lediglich zwei Jahre vergangen, so Kauerauf. Im August 2015 habe der Probebetrieb begonnen.

Investitionsvolumen stagniert in Deutschland

Mit dieser Erweiterung am Standort will Akzo Nobel in der Branche auch seine Wettbewerbsfähigkeit wahren und Absatzmärkte schützen. „Die Konkurrenz schläft nicht“, mahnte Kauerauf. Die genaue Investitionshöhe für die neue Anlage wollte das Unternehmen indes nicht mitteilen, denn: „Die Höhe hat Einfluss auf die Verhandlungen mit den Kunden“, so der Werkleiter.

Geschäftsführer Jürgen Baune ergänzte, dass das Investitionsvolumen in der Chemie zwar weltweit insgesamt steige, in Deutschland aber momentan stagniere. Zudem sieht er hierzulande Wettbewerbsnachteile durch die von der Politik forcierte Energiewende, die die Industrie zu höheren Abgaben zwinge.

Im Chemiepark Bitterfeld produziert Akzo Nobel jährlich knapp 100 000 Tonnen Chlor. Die für die Herstellung nötige Salzsole stammt aus Kavernen bei Bernburg. Von dort wird sie über eine Rohrleitung zu dem Betrieb nach Bitterfeld transportiert. Nach der Produktion des Chlors bei Akzo Nobel geht es flüssig oder als Gas an die Abnehmer.