Fairness im Fußball

Warum Champions-League-Gewinner René Tretschok nach Bernburg kommt

Ehemaliger Profifußballer war zwei Tage in Bernburg. Erste gemeinsame Aktion der Vereine Askania und Schwarz-Gelb, die zum SC Bernburg verschmelzen.

Von Detlef Liedmann
Unter den Augen von René Tretschok rennt der neunjährige Jannek Moldenhauer los.
Unter den Augen von René Tretschok rennt der neunjährige Jannek Moldenhauer los. (Foto: Lothar Semlin)

Bernburg - 20 Kinder, drei Gruppen, ein Camp. Und ein prominenter Leiter: René Tretschok, 1995 und 1996 Deutscher Meister sowie 1997 Champions-League- und Weltpokal-Sieger. Alles mit Borussia Dortmund. Schon während dieser Zeit hatte der gebürtige Wolfener eine Fußballschule gegründet. Und mit der machte er wieder mal in Bernburg Station.

„Ich komme ja schon viele Jahre ins Salzland und habe in der Sparkasse einen verlässlichen Partner gefunden“, so der 52-Jährige. Nicht umsonst also war das zweitägige Event mit Sparkassen-Fairplay-Camp überschrieben. „Wir übernehmen alle Kosten“, so Stefan König von dem Kreditinstitut.

Eine Summe für das Wochenende nannte er nicht. Nur soviel: „Für Sponsoring reichen wir übers Jahr gesehen einige Millionen aus.“ Mithin konnten am Wochenende auch Kinder teilnehmen, deren Eltern das Geld dafür nicht einfach mal so übrig haben.

Die Salzlandsparkasse übernahm die Kosten für das „Sparkassen-Fairplay-Camp“

Das Camp war die erste gemeinsame Aktion der beiden Vereine Askania und Schwarz-Gelb Bernburg nach der beschlossenen Verschmelzung zum SC Bernburg. „Wir hatten das schon für den Mai geplant, aber erst nach den jetzigen Lockerungen war es möglich“, so Markus Becker, Jugendleiter des Vereins.

Zwar konnten die Kinder zwischen fünf und elf Jahren mit dem Namen René Tretschok nicht wirklich etwas anfangen, sondern eher die Väter. Aber nach Tretschoks Vorstellungen mit dem Satz „Mein Name ist René“ wurden sie schnell miteinander warm.

Benjamin Lehmeier, Trainer des SC Bernburg, beobachtet, was die Kinder am Ball alles schon können.
Benjamin Lehmeier, Trainer des SC Bernburg, beobachtet, was die Kinder am Ball alles schon können.
(Foto: Lothar Semlin)

Unter den Kindern war auch Jannek Moldenhauer aus Staßfurt, der als Handballer begann, aber im Herbst zu den Fußballern Askanias wechselte. „Weil hier ein paar Schulfreunde von mir spielen“, so der Junge. „Handball war nicht so seins“, sagte Mutter Sandra Moldenhauer. Und das, obwohl Janneks Vater Frank Müller als Schiedsrichter in der Sachsen-Anhalt-Liga Handball Spiele leitet. Was er am Fußball am liebsten mag? „Gewinnen“, antwortet er.

Nur gab es dafür bislang kaum Gelegenheit. Ein einziges Testspiel hat Jannek Moldenhauer mit seiner Mannschaft im Herbst ausgetragen. Seitdem ruhte der Spielbetrieb. Training war im Frühjahr nur phasenweise möglich. So waren sie am Samstag und Sonntag alle irgendwie Gewinner.

Nicht nur wegen des Trikots, das jeder behalten durfte, des Fußballs, der Teilnehmerurkunde und einer Foto-Collage als Erinnerungsstücke. Sondern vor allem auch wegen der lockeren Atmosphäre, zu der auch Benjamin Lehmeier, Trainer der Bernburger Verbandsligaelf, beitrug. Und wegen der Werte, die vermittelt worden sind. Denn es ging nicht nur um Fußball, sondern auch darum, wie man Mit- und Gegenspielern gegenübertritt. Deshalb ja auch der Name Fairplay-Camp. (mz)