Umwelt

Umweltschützer und Unternehmen in Staßfurt streiten um Salz-Einleitung in die Bode

Naturschutzverbände wie der Landesanglerverband erhalten ihre scharfe Kritik an Ciech Soda aufrecht. Die Genehmigung für das Einleiten von Salzabwässern läuft bald ab. Wie schlimm es um den Fluss bestellt ist.

Von Torsten Adam 28.06.2022, 19:08
Nienburgs Anglervereinschef Frank Nowotnig blickt am Wehr auf die Bode, die durch Salzabwässer im Mündungsbereich nahezu fischfrei ist.
Nienburgs Anglervereinschef Frank Nowotnig blickt am Wehr auf die Bode, die durch Salzabwässer im Mündungsbereich nahezu fischfrei ist. Foto: Engelbert Pülicher

Nienburg/Stassfurt/MZ - 470.000 Tonnen Chlorid hat das Staßfurter Tochterunternehmen des polnischen Konzerns Ciech im Jahr 2020 nach Angaben der Landesregierung in die Bode eingeleitet. Erlaubt ist von den Behörden sogar die doppelte Menge. Der enorme Eintrag der salzhaltigen Abwässer bleibt nicht ohne Folgen. Wurden im Mündungsbereich des Flusses vor zehn Jahren noch sechs Fischarten gezählt, gilt die Bode nach Einschätzung des Nienburger Anglervereins mittlerweile als nahezu fischfrei. Wenig überraschend: Mit einem Jahresmittelwert von knapp 0,3 Prozent führt die Bode an der Messstelle Neugattersleben dauerhaft viel Chlorid - ein Sechstel des Salzgehaltes der deutschen Ostsee. Naturschützer laufen deshalb Sturm gegen diese Praxis. 135 Einwendungen registrierte das Landesverwaltungsamt im Zuge des Erlaubnisverfahrens.

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