Tag der Deutschen Einheit Tag der Deutschen Einheit: Wolfgang Lippert stattet Bernburg Besuch ab

Bernburg - Pünktlich ist der Entertainer Wolfgang Lippert, Pate der aktuellen Ausstellung im Museum zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit, in Bernburg angekommen.
Wolfgang Lippert (63) ist Sänger, Moderator und Schauspieler. Er erlernte das Geschäft an der Fachschule zusammen mit Mitgliedern der heutigen Kultband „Puhdys“ und Tamara Danz (1952-1996, Sängerin von Silly. Ebenso hatte er zusammen mit Helga Hahnemann (1937-1991) Unterricht, zum Beispiel Steppen. Das sei für ihn unvergesslich, so Lippert.
Die Wertschätzung des Besuches brachten Volker Zappe als mittelalterlich gekleideter Kaufmann und Ratsherr Bernburgs und Till Eulenspiegel zum Ausdruck - Simone Zappe und der Kindertill - Fabian Golke. Entertainer Wolfgang Lippert war am Sonnabend mit einem Hex-Sonderzug aus Könnern gekommen, um am Tag der Deutschen Einheit über Unterhaltung in Ost und West zu plaudern. Über den Empfang freute sich „Lippi“, der in Reichbahnuniform aus dem Hex stieg und sich von seinem Zugbegleiter René Hellmann verabschiedete. Der hatte Lippert von Könnern, wo er zustieg, bis Bernburg begleitet und ihm Einblicke in den Eisenbahneralltag gegeben. Es war nicht Hellmanns erste Promi, aber, so der Kundenbetreuer, einer der ganz unkomplizierten.
Zeit für die Fans
Als ebensolcher entpuppte sich der DDR-Star und Publikumsliebling, der als erster gesamtdeutscher Moderator in Ost und West über den Bildschirm flimmerte, auch auf dem Weg zum DDR-Polizeiauto, einem Polizei-Wartburg 353, mit dem Lippert zum Museum Schloss Bernburg gebracht wurde. Kein Autogrammwunsch oder der Wunsch nach einem Foto wurden abgeschlagen. So, sagt Dirk Reinert, habe er sich den „Lippi“ immer vorgestellt. Er habe seinen Star schon einmal live gesehen, aber so nahe war er ihm noch nie. „Ihm wurde ja auch schon übel mitgespielt und vieles hochgepusht“, sagt der Bernburger Lippi-Fan. Die Zangenklauaffäre oder dass Thomas Gottschalk 1994 „Wetten dass...?“ nach zwei Jahren Lippert-Moderation wieder übernahm, habe man dem heute 63-Jährigen übelgenommen. Das sei völlig überzogen, verteidigt Reinert Lippert.
Vom Autoschlosser zum Entertainer
Doch der sieht das alles recht locker, plaudert im Osttorhaus des Schlosses entspannt mit MDR-Moderatorin Stephanie Müller-Spirra über seinen Weg ins Unterhaltungsgeschäft. #bigimage
Er habe Autoschlosser gelernt, sei aber nach der Lehre gleich weg. In dem Privatbetrieb war das Motto „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ in Fleisch und Blut übergegangen. Es blieb nicht bei gelegentlichen Scherzen, machte Lippert klar. Heute würde das wohl unter Mobbing fallen.
Unterschiede zwischen Ost und West
Jedenfalls wurde er Assistent beim Fernsehen. Kabelschleppen und so. „Ich war einen großen Teil meines Lebens Assistent, fällt mir gerad auf“, sinniert er. Stephanie Müller-Spirra hakt nur gelegentlich nach, viel muss sie nicht machen, nur ab und zu mal die Richtung weisen. Denn Lippert macht an diesem Abend, was er kann: er unterhält und das statt eineinhalb Stunden glatt eine Stunde länger. Gab es einen Unterschied in der Unterhaltung von Ost und West: Fachlich nicht, sagt Lippert.
Da ging es auf beiden Seiten professionell zu. Inhaltlich sei man sicher im Westen offener gewesen. Und ja. Seinen Song, der ihm zum Durchbruch verhalf, stimmte Lippert auch an. „Erna kommt“, sangen dann auch alle mit im Schloss. Er sei dankbar für das Lied, das Komponistenstar Arndt Bause 1982 für ihn schrieb. Begeistert war er nicht, als Bause ihm das Lied anbot und lediglich die Melodie am Klavier spielte und zwischendurch immer mal „Erna kommt“ rief. Doch seine damalige Freundin habe gesagt, er solle es machen. Gut, dass er auf sie gehört hat. „Es ist eine Ehre, solch ein Glück zu haben“, so Lippert. (mz)

