Gerbstedt ruft zur Briefwahl auf Aufforderung zur Briefwahl in Gerbstedt
Gerbstedt - Die Stadt Gerbstedt hat angesichts der aktuellen Corona-Lage an die Wählerinnen und Wähler appelliert, bei dem Votum über die Abwahl von Bürgermeister Bernd Hartwig (parteilos) von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch zu machen. Dies sei angesichts des weiter hohen Infektionsgeschehens sowie der aktuell gültigen Kontaktbeschränkung sinnvoll, erklärte Gerbstedts Wahlleiterin Iris Mahler.
„Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigungskarte sind Ihre Daten für den Wahlscheinantrag vorbelegt“, so Mahler. Sie müssten unterschrieben an die Stadt Gerbstedt zurücksenden. Über die Internetseite der Stadt könnten die Unterlagen zudem elektronisch beantragt werden. Vor Ort im Rathaus könnten die Briefwahlunterlagen noch bis Freitag, 18 Uhr, angefordert werden. In dringenden Fällen sei dies sogar noch am Sonntag bis 15 Uhr möglich. Die Wahlscheine könnten dann ausgefüllt und im Rathaus gelassen werden.
Wahl in Gerbstedt: Unmut über entfernte Plakate
Laut Mahler seien am Sonntag dennoch alle Wahllokale in der Einheitsgemeinde regulär geöffnet. Es ginge durch eine möglichst hohe Zahl an Briefwählerinnen und Briefwählern aber darum, Infektionen zu verhindern und auch die Wahlhelfer zu schützen, so Mahler. Am Sonntag entscheiden die Einwohnerinnen und Einwohner der Einheitsgemeinde Gerbstedt, ob Bürgermeister Bernd Hartwig im Amt bleibt. Das Abwahlverfahren hatte der Stadtrat im November fraktionsübergreifend mit einer Dreiviertelmehrheit beschlossen. Hartwig befindet sich zudem aktuell im Dienstverbot. Die Stadträte begründeten ihre Beschlüsse damit, Schaden von der Einheitsgemeinde abwenden zu wollen.
Für eine Abwahl Hartwigs ist am Sonntag nicht nur die Mehrheit der Stimmen nötig - es müssen auch 30 Prozent aller Wahlberechtigten tatsächlich ihre Stimme abgeben und dabei für die Abwahl votieren. Derweil beklagen sowohl Befürworter als auch Gegner der Abwahl einen Schwund von aufgehängten Plakaten. So erklärte ein Vertreter des Teams für die Abwahl des Bürgermeisters, das aus Stadträten und weiteren Unterstützern besteht, aufgehängte Plakate würden fast nur noch in der Kernstadt Gerbstedt in voller Zahl hängen. Ansonsten seien systematisch „ganze Ortschaften leergeräumt“ worden. Auch Hartwig selbst sagte der MZ, etwa die Hälfte seiner Plakate sei heruntergerissen worden. Er versuche sie, möglichst weit oben anzubringen, dennoch würden sie verbotenerweise immer wieder entfernt. (mz)