Wasserpreis in Aschersleben

Wasserpreis in Aschersleben: Stadtwerke stellen neues Tarifmodell vor

Aschersleben/MZ - Großverbraucher von Wasser wie Krankenhäuser, Seniorenheime oder Schulen müssen in Aschersleben künftig deutlich mehr für ihren Wasseranschluss bezahlen als bislang. Ab dem kommenden Jahr erhöht die Stadtwerke Aschersleben GmbH die Preise für die Wasserzähler teilweise um das Zehnfache. Gleichzeitig senkt das Unternehmen aber den Arbeitspreis (dann Mengenpreis) von aktuell 2,15 Euro brutto auf 1,35 Euro deutlich. Davon wird wiederum die Mehrzahl an Normalverbrauchern profitieren. Am Dienstag stellten die Stadtwerke nach fast einjähriger Vorbereitung die neuen Tarifmodelle der Öffentlichkeit vor. Bereits in der vergangenen Woche wurden die Zahlen vom Aufsichtsrat abgesegnet. Die Landeskartellbehörde hat bereits ihre Zustimmung ...

Von Marko Jeschor 03.12.2013, 20:30

Großverbraucher von Wasser wie Krankenhäuser, Seniorenheime oder Schulen müssen in Aschersleben künftig deutlich mehr für ihren Wasseranschluss bezahlen als bislang. Ab dem kommenden Jahr erhöht die Stadtwerke Aschersleben GmbH die Preise für die Wasserzähler teilweise um das Zehnfache. Gleichzeitig senkt das Unternehmen aber den Arbeitspreis (dann Mengenpreis) von aktuell 2,15 Euro brutto auf 1,35 Euro deutlich. Davon wird wiederum die Mehrzahl an Normalverbrauchern profitieren. Am Dienstag stellten die Stadtwerke nach fast einjähriger Vorbereitung die neuen Tarifmodelle der Öffentlichkeit vor. Bereits in der vergangenen Woche wurden die Zahlen vom Aufsichtsrat abgesegnet. Die Landeskartellbehörde hat bereits ihre Zustimmung gegeben.

Die Stadtwerke Aschersleben GmbH reagiert mit dem neuen Modell auf Prognosen, wonach die Kernstadt in den nächsten Jahren deutlich an Einwohnern verlieren wird. Um auch in den kommenden Jahren Wasser in der gleichen Qualität vorhalten zu können, passt das Unternehmen seine Erlösstruktur an (die MZ berichtete). Demnach soll künftig etwa die Hälfte aller Kosten aus dem Systempreis (derzeit noch „Grundpreis“), also dem Wasseranschluss, erzielt werden. Mit dem Modell ist das kommunale Unternehmen Vorreiter in Sachsen-Anhalt. Ein ähnliches Modell gibt es laut Geschäftsführer Peter Heister nur in Rheinland-Pfalz.

Mehr "verursachungsgerecht"

Der für die Umstellung zuständige Assistent der Geschäftsführung, Eddy Eicken, begründete die Umstellung noch einmal so: „Mit dem alten Preissystem wären die Kosten langfristig deutlicher gestiegen.“ Von bis zu 3,50 Euro ab 2015 war immer wieder Rede. Zudem wolle man das System „verursachungsgerechter“ gestalten. Das heißt: Wer mehr verbraucht, muss in Zukunft auch mehr für die Leitungen, die er stärker in Anspruch nimmt, bezahlen. Große Wasserverbraucher würden derzeit noch vom alten Modell profitieren. Unternehmen, die mehr als 12.500 Kubikmeter Wasser pro Jahr verbrauchen und damit in die neu geschaffene Tarifklasse sieben fallen, gibt es in Aschersleben allerdings nur wenige. Bei den meisten Gewerbetreibenden wird die Erhöhung nicht dermaßen ins Gewicht fallen (siehe „Neue Anschlusspreise für Wasser“).

Laut den Berechnungen der Stadtwerke werden rund 1.900 Besitzer von Einfamilienhäusern bei einem durchschnittlichen Verbrauch von fast 73 Kubikmeter Wasser unterdessen sogar einen Euro weniger zahlen als bislang. Nach der Umstellung müssen Besitzer von Zweifamilienhäusern knapp 60 Cent mehr bezahlen. Allerdings betonte Eicken, dass Geringverbraucher in Einzelfällen auch mehr bezahlen müssen.

Für die Kunden soll sich mit den Änderungen zunächst nichts ändern. Es werden keine neuen Zähler eingebaut, auch die Zahlung kann monatlich in Abschlägen erfolgen.