Auszeichnung Radio Salam aus Aschersleben erhält Landesintegrationspreis für nachhaltiges Engagement
Das interkulturelle Radioprojekt „Radio Salam“ vom Verein HBW ist in Halle mit dem Landesintegrationspreis Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden. Seit acht Jahren bringt es Zugewanderte und Einheimische zusammen, macht Stimmen hörbar und fördert Integration auf Augenhöhe.

Aschersleben/Halle/MZ. - Mit Radio Salam vom Trägerverein „Lokalrundfunk Harz-Börde-Welle“ wurde im Rahmen des Landesintegrationspreises auch ein Projekt aus Aschersleben gewürdigt. Das Format, das seit acht Jahren über Radio HBW ausgestrahlt wird und in Kooperation von Zugewanderten und Einheimischen über Bräuche, politische Konflikte, Integrationserfahrungen, Hürden und Hoffnungen berichtet, erhielt den zweiten Preis in der Kategorie „Dauerhaftes und nachhaltiges Engagement für Vielfalt“. Die Auszeichnung ist mit 500 Euro dotiert und wurde am Mittwochabend auf einer Festveranstaltung in Halle überreicht.
Stimmen hörbar machen
Staatsministerin Natalie Pawlik (SPD), Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, spricht in ihrer Laudatio von einem „Projekt, das Stimmen hörbar macht, die zu oft überhört werden. Ein Projekt, das interkulturelle Brücken schlägt und dadurch Menschen einbindet und verbindet.“ Was Radio Salam leistet, sei mehr als eine Radiosendung, die über Gesundheitsschutz, Arbeitsmarktzugang und die politische Situation in den Herkunftsländern aufklärt. „Hier werden Geflüchtete zu aktiven Gestaltern ihrer neuen Heimat. Hier begegnen sich Menschen auf Augenhöhe“, so die Staatsministerin. „Vielfalt ist hörbar, spürbar und unverzichtbar.“
Bereits zum 15. Mal wurde der Integrationspreis des Landes Sachsen-Anhalt vergeben, um den Einsatz für ein gutes Zusammenleben und für erfolgreiche Integration zu würdigen. In diesem Jahr wurden über 80 Vereine, Unternehmen, Initiativen und Personen für die Preise vorgeschlagen. Sechs davon sind schließlich mit dem Integrationspreis ausgezeichnet worden. Sachsen-Anhalts Integrationsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) lobt das ausdauernde Engagement für Vielfalt: „Die Preisträger des Landesintegrationspreises stehen für Mut, Ausdauer und unermüdliches Engagement. Integration wächst dort, wo Menschen mit Herz und langem Atem füreinander einstehen. Nur gemeinsam entsteht ein Klima, in dem Demokratie und Zusammenhalt gelebt wird.“
Weitere Preisträgerin
Unter den 25 Ehrenamtlichen, die für ihren besonderen individuellen Einsatz in der Integrationsarbeit stellvertretend für die vielen Engagierten im Land gewürdigt werden, ist eine weitere Frau aus dem Salzlandkreis. Julianna Dannecker unterstützt mit großer Eigeninitiative ukrainische Geflüchtete in Staßfurt – nicht nur bei der Orientierung, sondern begleitet sie auch zu Ämtern, Facharztterminen und anderen wichtigen Terminen, gibt eine Pressemitteilung aus dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt Aufschluss. Häufig passiere dies unter Eigenfinanzierung der Fahrkosten. Sie sei zudem aktive Netzwerkpartnerin und bereichere mit ihrem Einsatz das interkulturelle Miteinander sowie die Integrationsarbeit der Stadt Staßfurt.