Ganztagsschule

Ganztagsschule „Albert Schweitzer“ in Aschersleben: Zwei neue Abiturklassen werden gebildet

Aschersleben - Dustin Ruprecht hat die letzte schriftliche Prüfung hinter sich. Mathe. Nicht gerade sein Lieblingsfach, „aber es war machbar“, sagt der Zehntklässler, der seit 2013 die Ganztagsschule „Albert Schweitzer“ in Aschersleben ...

Von Kerstin Beier 28.04.2019, 08:55

Dustin Ruprecht hat die letzte schriftliche Prüfung hinter sich. Mathe. Nicht gerade sein Lieblingsfach, „aber es war machbar“, sagt der Zehntklässler, der seit 2013 die Ganztagsschule „Albert Schweitzer“ in Aschersleben besucht.

Als Schüler einer zehnten Klasse stünde für ihn nun die Berufswahl an. Doch der junge Mann ergreift die Chance, die seine Schule ihm bietet. Er wird zu den ersten Jugendlichen gehören, die an der Gemeinschaftsschule ihr Abitur ablegen – im gewohnten Umfeld, in dem er sich wohlfühlt. Nicht in zwei, aber in drei Jahren.

Ganztagsschule unterliegt derselben Oberstufenverordnung wie die Gymnasien

„Die elfte Klasse ist die Einführungsphase“, sagt Schulleiterin Katrin Jelitte, die sich gemeinsam mit ihrem Team ganz bewusst für eine Zukunft als Gemeinschaftsschule entschieden hatte und diesen Status 2013 verliehen bekam.

„Einige Kinder brauchen einfach ein bisschen mehr Zeit, sie entscheiden sich eben noch nicht in der vierten Klasse für einen gymnasialen Bildungsgang“, sagt sie. Auch Dustin, den sie als klug, offen und ehrgeizig bezeichnet, hatte in der sechsten, siebenten Klasse „seine Schwierigkeiten, die wir gemeinsam überwunden haben“.

So wie Dustin freut auch sie sich auf die neue Herausforderung, die die Abiturstufe mit sich bringt. Die Schule unterliegt derselben Oberstufenverordnung wie die Gymnasien.

Beim Tag der offenen Tür haben 55 Mädchen und Jungen ihr Interesse am Abitur bekundet

Um den Bildungsgang zu öffnen, braucht sie 50 Schüler. Nach ihren Angaben haben nach dem Tag der offenen Tür und einer Informationsveranstaltung 55 ihr Interesse bekundet. 36 Jungen und Mädchen aus den eigenen zehnten Klassen wollen so wie Dustin an ihrer „alten“ Schule Abitur machen.

Dafür müssen sie allerdings den erweiterten Realschulabschluss schaffen. Das heißt: ein Durchschnitt von 2,3 ist Voraussetzung und eine recht hohe Hürde. Dustin Ruprecht ist zuversichtlich, dass er das schafft. Und auch die Schulleiterin geht nicht davon aus, dass sie unter der geforderten Mindestschülerzahl bleibt.

„Der Weg, bei uns Abitur zu machen, steht ja allen Schülern mit erweitertem Realschulabschluss offen“, sagt sie. Sechs ihrer Kolleginnen und Kollegen sind schon jetzt berechtigt, in der Sekundarstufe II zu unterrichten, weitere Stellen seien ausgeschrieben.

Ein Durchschnitt von 2,3 ist Voraussetzung für die Aufnahme in die Abiturklasse

Nach den Ferien geht es für Dustin also weiter mit dem Schulbankdrücken. „Natürlich ist es ein anderer Anspruch“, sagt er. Ihn zieht es in den Journalismus, eine Arbeit beim Fernsehen könnte er sich gut vorstellen.

Am 21. Mai um 18 Uhr wird ein Elternabend in der Aula stattfinden, zu dem alle Interessenten eingeladen sind. „Nachzügler und Unentschlossene sind aber ebenfalls herzlich willkommen“, so Katrin Jelitte. (mz)