Mittags ins Museum, nachts in Zoo

Aschersleber Kulturanstalt bietet Futter für Kulturmenschen

Mittags in den Museumshof und nachts in den Zoo: Die Aka wartet nach langer Durststrecke wieder mit Angeboten auf.

Von Kerstin Beier
Jule Werner - hier ein Foto eines früheren Auftritts - singt wieder im Museumshof.
Jule Werner - hier ein Foto eines früheren Auftritts - singt wieder im Museumshof. (Foto: Frank Gehrmann)

Aschersleben - Während sich das Corona-Virus allmählich zurückzieht, werden bei der Aschersleber Kulturanstalt (Aka) die Schubladen geöffnet. Und da liegt einiges drin, was die Herzen und Sinne kulturbeflissener Ascherslebener erfreuen dürfte. Wo eben noch Ebbe war in der Kulturlandschaft, soll es bald wieder viel zu sehen, zu hören und zu staunen geben.

Das wird sich schon am kommenden Montag zeigen, wenn das Museum - anders als an Montagen üblich - die Türen öffnet. Bis die aktuelle und schon einmal verlängerte Ausstellung „Wundervolle Zeiten“ nach dem 21. Juni endgültig abgebaut wird, sollen möglichst viele Ascherslebener noch die Chance erhalten, die Schau zu sehen.

Ab Montag öffnet das Museumscafé in Aschersleben von 10 bis 16 Uhr

Vielleicht verbinden sie einen Besuch mit einem Aufenthalt im Museumshof - bei Kaffee, Kuchen, einem Getränk oder einem kleinen Mittagstisch. Wolfgang Maiwald und sein Team werden das Museumscafé ab Montag zwischen 10 und 16 Uhr öffnen. Als besonderes Bonbon können sich Besucher in der letzten Woche vor Ende der Schau sogar kostenlos in die „Wundervollen Zeiten“ entführen lassen.

Überhaupt hat die Aschersleber Kulturanstalt den lauschigen Museumshof als geeigneten Ort für vielfältige Veranstaltungen, vor allem für Lesungen, Kleinkunst und Konzerte entdeckt. In diesem Jahr sollen in Zusammenarbeit mit Familie Uhde noch Sommerkinoabende hinzukommen.

Neben viermal „Kaffee im Café“ - die erste Veranstaltung geht bereits an diesem Sonntag über die Bühne - wird es einen Operettenabend geben, Jule Werner und Black Eye werden singen, und am 18. Juni sollen Paul Joses und Stephan Kießling Bluesfreunde in den Museumshof locken.

Im kleinen Innenhof des Museums wird auch eine von drei Bühnen stehen, auf und vor denen am 21. Juni die Fête de la Musique gefeiert wird. Nach einem Jahr, in dem die Künstler nur online zu erleben waren, ist „Musik umsonst und draußen“ nun wieder live zu genießen.

Gespielt wird außer im Museumshof auch im Sommerbiergarten am Bestehornhaus und im Grauen Hof. „Natürlich müssen wir an allen Veranstaltungsorten den Zugang begrenzen“, erinnert Aka-Vorstand Matthias Poeschel daran, dass Corona-Beschränkungen nach wie vor gelten und Hygienekonzepte eingehalten werden müssen.

Kulturanstalt verzichtet auch 2021 auf die „Nacht der Sinne“

Weil das so ist, hat die Kulturanstalt relativ frühzeitig entschieden, auf die „Nacht der Sinne“ zu verzichten. Hintergrund sind wirtschaftliche Überlegungen. „Es ist einfach zu vage, wie viele Leute zugelassen werden können“, so Poeschel.

Um die Veranstaltung in gewohnter Qualität und mit vielen Künstlern durchzuführen, müsste die Aka rund 2.000 Karten verkaufen. Anderenfalls würden die Verluste zu groß, „und es wäre auch unfair gegenüber den Künstlern“, findet Poeschel.

Auch ohne „Nacht der Sinne“ wird in den Parks und Gärten was los sein: Am 15. Juli macht „Ronja Räubertochter“ den Stadtpark unsicher, die beliebte LebensArt-Messe hat sich für das Wochenende 2. bis 4. Juli angekündigt, und am 10. und 11. Juli will ein Piratenkinderland auf der Herrenbreite mit vielen Mitmach-Angeboten für die Jüngsten da sein.

Mitteldeutsche Kammerphilharmonie spielt am 16. Juli in die Orangerie

Ein Konzert der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie lockt am 16. Juli in die Orangerie, und am 25. Juli wird zu einem Picknick in den Stadtpark eingeladen. Freuen können sich auch die Freunde eines guten Tropfens, denn die Weinterrasse öffnet am 7. August wieder - bis zum 12. September immer von Donnerstag bis Sonntag.

Mit einem neuen Angebot wartet der Zoo auf. Zwischen dem 21. Juli und 1. August lautet das Motto „Nachts im Zoo“. Die Besucher erwarten bis 23 Uhr Klänge und Licht. „Das wird sicher ein Erlebnis für die ganze Familie“, hofft Poeschel. (mz)