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Engagiert für die UmweltAscherslebener Bauwirtschaftshof unterstützt ehrenamtliche Müllsammler

Freiwillige, die in Aschersleben Müll aufsammeln, werden mit Equipment und einheitlichem Outfit ausgestattet. Die Gruppe um Matthias Jähner soll nun Teil des Verschönerungsvereins werden.

Von Regine Lotzmann 01.02.2022, 15:49
André Könnecke (links), Chef von Bauwirtschaftshof und Verschönerungsverein, stattet die Helfer mit Equipment aus.
André Könnecke (links), Chef von Bauwirtschaftshof und Verschönerungsverein, stattet die Helfer mit Equipment aus. Foto: Frank Gehrmann

Aschersleben/MZ - André Könnecke, der Leiter des Ascherslebener Bauwirtschaftshofes, verteilt Handschuhe und Greifer. Die leuchtend orangefarbenen Westen mit dem Logo „Sauberes Aschersleben“ haben die Männer und Frauen schon an.

„Seit einem Jahr sind Matthias Jähner und seine Freunde und Mitstreiter schon in Aschersleben unterwegs, um in ihrer Freizeit Müll einzusammeln“, spricht Könnecke von Pappbechern, Pizzakartons, Zigarettenstummeln, Masken oder Taschentüchern, die achtlos im Stadtgebiet weggeworfen und von den Freiwilligen wieder aufgesammelt werden.

„Die Truppe leistet so einen Beitrag für eine saubere Stadt und das wollen wir unterstützen“, begründet der Bauwirtschaftshofchef die professionelle Ausstattung der freiwilligen Helfer, die so nun schon von weitem zu erkennen sind - und vielleicht auch zum Nachahmen animieren.

Helfer für Stadtreinigung

Denn Müll gibt es in der Stadt leider mehr als genug. Ganze sechs Säcke haben die Bauwirtschaftshofmitarbeiter, die jeden Tag die Innenstadt säubern, gerade von ihrer Tour über die Herrenbreite mitgebracht. Die Freiwilligen, die ihnen seit einiger Zeit dabei helfen, sollen nun im Verschönerungsverein eine Untergruppe bilden. Damit sie vernünftig versichert sind, sagt Könnecke, der ebenfalls Vereinschef ist. „Vor allem aber, weil bürgerliches Engagement zu uns passt.“

Denn Verschönerungsverein und Aschersleber Kulturanstalt wollen mit der Aktion ein Zeichen setzen, den Finger in die Wunde legen, erklärt der Bauwirtschaftshofleiter. „Viele Leute werfen die Sachen im Stadtgebiet achtlos auf den Boden. Dabei ist es gar nicht so anstrengend, es richtig zu machen. Überall stehen doch Papierkörbe herum“, meint André Könnecke. Und findet: Jeder könne seinen Beitrag leisten. Auch Läden und Gastronomen, mit denen Stadt und Verein ins Gespräch kommen wollen, ob es nicht auch etwas an den Verpackungen einzusparen gebe, vielleicht ein Pfandsystem möglich sei.

„Als Stadt unterstützen wir das Projekt“, sagt auch Ordnungsamtsleiter Christian Grossy. „Denn unser oberstes Ziel ist es, die Stadt rein zu halten.“ So würden derzeit etwa auch die Papierkörbe in Aschersleben auf dem Prüfstand stehen. „Passt die Größe noch? Der Standort? Wir müssen überall ansetzen“, so Grossy.

Jacke mit dem Logo "Sauberes Aschersleben"
Jacke mit dem Logo "Sauberes Aschersleben"
Foto: Frank Gehrmann

Vor allem die weggeworfenen Kippen seien in der Innenstadt ein Problem. Nicht nur fürs Auge, auch weil sie das Grundwasser vergiften würden. Deshalb wurden laut Könnecke nun Mittel im Haushalt eingeplant, um vier sogenannte „Kippensammler“ in der Stadt aufzustellen.

Das sind spezielle Behälter für die Zigarettenstummel, die später ökologisch entsorgt und recycelt werden sollen. „Das ist ein ganz neues System, das wir hier ausprobieren möchten“, sagt der Ordnungsamtsleiter. „Ein Pilotprojekt sozusagen, wo wir schauen wollen, wie es ankommt.“ Und an dem sich laut Aussage von Gilde-Chef Martin Lampadius auch die Aschersleber Kaufmannsgilde beteiligen möchte.

Freiwillige freuen sich

Matthias Jähner jedenfalls freut sich über die Anerkennung seines freiwilligen Einsatzes in der Stadt. Ihn habe der ganze Müll überall einfach nur gestört, nennt er seinen Beweggrund. Dass er bei seinen Touren so viel Unterstützung hat, es Gleichgesinnte gibt, darüber freut er sich noch mehr.

„Ich habe das bei Facebook gesehen und hatte vorher in der Tonkuhle auch schon ab und an aufgeräumt“, sagt Steve Hahnemann, der deshalb den Kontakt zu Jähner suchte. Auch er hat nun die leuchtend orange Weste der Helfer an. „Ich finde es einfach nur gut und bin überrascht, wie schnell das gewachsen ist.“ Durch Weste und das Sauberes-Aschersleben-Logo könne man die Leute aufmerksam machen. „Dass sie entweder Müll erst gar nicht fallen lassen oder beim Aufsammeln helfen.“ Das funktioniere schon beim Spazieren- oder Gassigehen. „Einfach eine Türe mitnehmen und reinpacken, was man sieht.“

Zusammenarbeit durch gemeinsames Projekt

Den Ursprung für das Projekt, bei dem die freiwilligen Helfer um Matthias Jähner nun zu einer offiziellen Untergruppe des Ascherslebener Verschönerungsvereins geworden sind, sieht Vereinssprecher Steffen Amme in einer Aktion im vergangenen Juli. „Wir haben damals gemeinsam mit dem Bauwirtschaftshof, der Aschersleber Kulturanstalt, der Feuerwehr und vielen Bürgern einen Stadtputz durchgeführt. Da ist die Idee gewachsen“, erklärt er.

Bei einer gemeinsamen Müllsammelaktion landete viel in den Beuteln der Beteiligten.
Bei einer gemeinsamen Müllsammelaktion landete viel in den Beuteln der Beteiligten.
Foto: Frank Gehrmann

Solche gemeinsamen Aktionen soll es auch in Zukunft geben, nennt Steffen Amme Frühjahrs- und Herbstputz. Und den World Cleanup Day im September, wo weltweit bei einem Aktionstag die Umwelt vom Müll befreit wird. Daran haben in den vergangenen Jahren über 20 Millionen Menschen in 180 Ländern teilgenommen. Und auch die Ascherslebener wollen dieses Mal dabei sein. In gemeinsamer Aktion von Kulturanstalt, Stadt, Verschönerungsverein und vielen freiwilligen Helfern. Denn in der Eine-Stadt wird ehrenamtliches Engagement großgeschrieben.