Von Spanien bis Russland

Weihnachtstraditionen und Aktivitäten in verschiedenen Ländern Europas

11.11.2021, 16:58 • Aktualisiert: 11.11.2021, 17:01
Weihnachten in Europa
Weihnachten in Europa stock.adobe.com © JenkoAtaman

Nicht überall in Europa wird Weihnachten gleich gefeiert wie in Deutschland. Stattdessen hat jedes Land seine ganz eigenen Traditionen, Bräuche und Aktivitäten. So bunt wie der Kontinent sind daher auch die Tage rund um Weihnachten und an Heiligabend selbst – in deutschsprachigen Ländern, im Süden Europas, in Skandinavien, in Russland oder in Großbritannien.

Es ist daher durchaus spannend, einen genaueren Blick auf die Traditionen und Bräuche zu werfen, die das Weihnachtsfest in unterschiedlichen europäischen Ländern prägen. Sie machen die Vielfalt dieser religiösen Festivität deutlich und geben einen Einblick in die verschiedenen Kulturen auf diesem Kontinent.

Weihnachten in Europa – Ein Fest, so bunt wie der Kontinent

Eigentlich ist das Weihnachtsfest also ein religiöser Anlass und das lässt vermuten, dass es überall auf der Welt sowie innerhalb Europas auf die gleiche Weise gefeiert wird. Ein Blick auf die jeweiligen Traditionen macht aber schnell klar, dass dies heutzutage längst nicht mehr der Fall ist. Einerseits feiern mittlerweile auch viele Menschen Weihnachten, die eigentlich keinen religiösen Hintergrund haben. Andererseits haben sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Bräuche entwickelt, die dazu führen, dass das Weihnachtsfest in jedem Land unterschiedlich gefeiert wird – manchmal sogar je nach Region.

Grund dafür sind oftmals die verschiedenen Kulturen, die einst ihre eigenen Bräuche, Traditionen & Co hatten, oftmals noch mit heidnischem Hintergrund. Diese mischten sich mit dem Weihnachtsfest und brachten so ganz eigene Aktivitäten hervor, die mittlerweile rund um die Weihnachtsfeiertage gang und gäbe sind. Das beste Beispiel hierfür ist der Weihnachtsbaum, dessen Ursprung wohl in der heidnischen Tradition liegt, zur Wintersonnenwende eine sogenannte Wintermaien ins Haus zu holen als Zeichen des Lebens und der Fruchtbarkeit, aber auch als Schutz vor Wintergeistern. Ein Brauchtum, das sich erst ab etwa dem 14. Jahrhundert entwickelt hat und damit lange Zeit nach dem Weihnachtsfest selbst.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat aber auch die Globalisierung dafür gesorgt, dass sich die Weihnachtsbräuche in vielen Ländern verändert haben und neue Traditionen entstanden sind. Vor allem die Hollywood-Filme üben diesbezüglich einen großen Einfluss aus, sprich viele US-amerikanische Bräuche werden zunehmend auch in Europa übernommen und in ursprünglicher oder abgewandelter Form ins Weihnachtsfest integriert. Es ist daher anzunehmen, dass sich die Traditionen in Zukunft immer weiter verändern werden und die Menschen in einigen Jahren Weihnachten wiederum anders feiern als noch heutzutage. Auch könnten die kulturellen Unterschiede eines Tages verloren gehen, doch das ist zum jetzigen Standpunkt reine Spekulation.

Die deutschsprachigen Länder

Trotzdem oder gerade deshalb lohnt es sich, die bunte Vielfalt des Weihnachtsfestes in Europa einmal genauer zu beleuchten. Denn es ist durchaus interessant, die Unterschiede zu entdecken, welche es selbst in deutschsprachigen Ländern gibt. Wie also wird Weihnachten in der DACH-Region gefeiert?

·         Deutschland

Die deutschen Weihnachtstraditionen dürften den meisten Menschen hierzulande vertraut sein: Klassischerweise wird ein Weihnachtsbaum im eigenen Zuhause aufgestellt und bunt geschmückt. Darunter werden die Geschenke gestapelt, denn vor allem – aber nicht nur – die Kinder werden reich beschenkt. Diese Bescherung findet in Deutschland meist an Heiligabend nach dem gemeinsamen Dinner statt. Das üppige Festmahl wird in vielen Familien begleitet durch Weihnachtslieder und auch der Besuch des Weihnachtsgottesdienstes ist nach wie vor eine weit verbreitete Tradition.

Neben den eigentlichen Feiertagen ist aber auch die gesamte (Vor-) Weihnachtszeit durch allerhand Bräuche geprägt, beispielsweise durch das Backen von Weihnachtsplätzchen, das Essen von Lebkuchen, den Besuch auf Weihnachtsmärkten oder die Dekoration von Haus und Garten. Kinder, aber auch viele Erwachsene, werden mit einem Adventskalender beschenkt, um die Zeit bis zum Weihnachtsfest zu versüßen, und am Nikolaustag werden Stiefel vor die Tür gestellt, die am nächsten Tag reichlich mit Obst und Süßigkeiten gefüllt sind. Zuletzt darf der Adventskranz in dieser Liste nicht fehlen, denn auch er gehört in Deutschland fest zu den Weihnachtstraditionen und wird von vielen Menschen nach wie vor gerne selbst gefertigt.

·         Österreich

In Österreich wird das Weihnachtsfest ähnlich gefeiert wie in Deutschland. Einige Unterschiede gibt es dennoch: In Österreich ist es in der Regel das Christkind, welches an Heiligabend die Geschenke bringt. In Deutschland ist dieser Brauch nur regional verbreitet, es überwiegt jedoch die Geschichte des Weihnachtsmannes. In Österreich ist es daher üblich, an Heiligabend das Fenster zu öffnen, damit das Christkind ins Haus kommen kann. Auch fällt das Weihnachtsessen bei unseren Nachbarn oft dezenter aus als in Deutschland. Serviert werden meist regionale Spezialitäten wie kalte Wurstplatten, Kartoffelsalat oder traditionelle Suppen wie die „Schnittlsuppe“.

Zwei weitere Besonderheiten rund um das Weihnachtsfest in Österreich müssen ebenfalls erwähnt werden: Einerseits gibt es die sogenannten Raunächte. So werden die Nächte zwischen dem Weihnachtsfest und Dreikönigstag bezeichnet, in denen die bösen Geister aus dem Haus ausgeräuchert werden. Andererseits findet noch oft das traditionelle Krampuslaufen statt, bei dem als Krampus verkleidete Menschen durch die Straßen ziehen.

Schweiz
Schweiz
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·         Schweiz

Das Schweizer Weihnachtsfest weist viele Gemeinsamkeiten mit jenem in Deutschland oder Österreich auf, aber eben auch Unterschiede. Während die großen Feierlichkeiten mit der Verwandtschaft in vielen Ländern erst an den Weihnachtsfeiertagen stattfinden, wird in der Schweiz meist bereits an Heiligabend gefeiert. Lange Zeit war es in einigen Kantonen wie dem Tessin üblich, nur einen Weihnachtsbaum pro Ort aufzustellen, der dafür umso größer und üppiger geschmückt war. Zwar wird diese Tradition nach wie vor gepflegt, immer mehr Familien haben aber zusätzlich einen eigenen Weihnachtsbaum im Wohnzimmer.

Kulinarisch bietet die Schweiz am Weihnachtsfest hingegen eine deutlich größer Vielfalt als viele andere Länder. Hier gibt es also keine einheitliche Tradition, sondern jeder kann zubereiten, was der Familie schmeckt. In der Westschweiz ist dabei der gefüllte Truthahn weit verbreitet, im Tessin der Panettone. Auch das traditionelle Fondue darf vielerorts nicht fehlen, ebenso natürlich wie heimisches Weihnachtsgebäck von Brunsli bis hin zu Chräbeli.

Der Süden Europas

In ähnlichen Kulturkreisen gibt es also durchaus viele Gemeinsamkeiten, wenn es um die typischen Weihnachtsaktivitäten geht. Doch die Beispiele haben bereits deutlich gemacht, dass es selbst innerhalb der Landesgrenzen auch nennenswerte Unterschiede geben kann. Wenig verwunderlich ist daher, dass ganz andere Regionen in Europa wiederum ganz andere Bräuche & Co haben. Interessant ist daher ein Vergleich mit dem Süden des Kontinents:

·         Spanien

Der wohl größte Unterschied zum deutschen Weihnachtsfest liegt bei den Spaniern in der Bescherung. Während die Geschenke in vielen Kulturkreisen, ebenso wie bei uns, meist an Heiligabend oder am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages geöffnet werden dürfen, findet die Bescherung in Spanien erst am 6. Januar statt. Die Ursprünge dieser Tradition liegen auf der Hand, schließlich handelt es sich um den Dreikönigstag und die Heiligen Drei Könige waren es schließlich, die in der Weihnachtsgeschichte die Geschenke brachten. Um diesen Tag gebührend zu feiern, wird zudem der traditionelle Dreikönigskuchen namens „Resoco de Reyes“ gebacken. Darin wird eine Figur versteckt und wer diese in seinem Stück findet, ist für den ganzen Tag der „König“.

Es gibt aber noch einen weiteren Brauch, der in Spanien einzigartig ist: die Weihnachtslotterie. Sie lautet auf den Namen „El Gordo“ und ist international bekannt, denn es handelt sich um die größte Lotterie der Welt. Insgesamt werden dabei Gewinne in Höhe von mehreren Milliarden Euro ausgeschüttet, weshalb auch immer mehr Deutsche ihr Glück versuchen und sich dieser spanischen Weihnachtstradition anschließen. Schätzungsweise 70 Prozent aller Spanier nehmen an der Weihnachtslotterie teil, die bereits seit dem Jahr 1812 stattfindet – damit aber immer noch eine eher junge Weihnachtstradition ist. Die Gewinner werden alljährlich am 22. Dezember gezogen.

·         Italien

In vielen italienischen Regionen spielt der Glaube noch eine wichtigere Rolle im Alltag als in anderen Ländern wie beispielsweise in Deutschland. Wenig verwunderlich ist daher, dass Weihnachten in zahlreichen Familien das wichtigste Fest des Jahres ist. Vor allem die Familie und das Essen stehen dabei im Vordergrund – aber auch hier werden zahlreiche Bräuche sowie Traditionen gepflegt. Einige davon unterscheiden sich von anderen Ländern, beispielsweise bei der Bescherung. In Italien bringt nämlich nicht nur der Weihnachtsmann die Geschenke, sondern er wird durch seine Frau Befana begleitet. Sie ist eine Hexe, die ähnlich wie der Nikolaus die Schuhe der Kinder mit Süßigkeiten füllt. Ihr ist sogar ein eigener Feiertag gewidmet: „La Befana“ am 6. Januar. Während vielerorts also der Dreikönigstag gefeiert wird, ist der letzte Festtag in Italien der Frau des Weihnachtsmannes gewidmet, die in der Nacht durch den Schornstein kommt. Kinder, die nicht brav waren, bekommen aber nur Kohle – bei der es sich mittlerweile um schwarz eingefärbte Zuckermasse handelt, die sogenannte süße Kohle (Carbone dolce).

An den Weihnachtstagen selbst gehen viele Familien in den traditionellen Weihnachtsgottesdienst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Die Bescherung gibt es daher erst am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages und anschließend gibt es ein Festmahl, bei dem der Panettone natürlich nicht fehlen darf. Wer zur Vorweihnachtszeit in Italien ist, sollte zudem einen Spaziergang durch den Ort machen, denn dort werden viele Häuser noch üppig geschmückt und fast jedes Haus inszeniert eine eigene Krippe.

Portugal
Portugal
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·         Portugal

Trotz, dass in Portugal eine weiße Weihnacht nur auf sehr hohen Bergen existiert, sind viele Traditionen des Landes mit den unseren vergleichbar. Großer Beliebtheit erfreuen sich in der portugiesischen Vorweihnachtszeit beispielsweise die Weihnachtsmärkte und -dörfer, die in vielen Städten aufgebaut werden. Aber auch Schokoladenmärkte oder Weihnachtsmessen sind in dem Land im Süden von Europa durchaus üblich. Die eine oder andere künstlich angelegte Eisbahn sorgt dabei für klassisches Weihnachts-Feeling.

Wenn es um die Weihnachtsbräuche geht, präsentiert sich Portugal als bunte Mischung aus Traditionen, die beispielsweise in Deutschland oder in Italien gepflegt werden: An Heiligabend gibt es ein eher schlichtes Essen mit der ganzen Familie sowie unzählige Süßigkeiten. Anschließend geht die Familie gemeinsam zur Mitternachtsmesse. Ältere Kinder dürfen danach ihre Geschenke auspacken. Kleinere Kinder, die früher ins Bett müssen, erhalten die Bescherung entweder früher oder erst am nächsten Morgen. So oder so ist es der Weihnachtsmann, der sogenannte Pai Natal, der in Portugal die Geschenke bringt. Da die portugiesische Gesellschaft eher katholisch geprägt ist, gehört die Weihnachtskrippe neben dem geschmückten Weihnachtsbaum zur klassischen Dekoration und auch Weihnachtsbeleuchtungen sind sehr beliebt, wie bei einem Gang durch die Straßen schnell deutlich wird.

Skandinavien

Ein Blick in den Süden von Europa hat also offenbart, dass es zwar viele Gemeinsamkeiten gibt, wenn es um das Weihnachtsfest in verschiedenen Ländern geht, aber auch einige Unterschiede. Das lässt vermuten, dass die Weihnachtszeit im Norden von Europa, beispielsweise in Skandinavien, wiederum gänzlich anders gestaltet wird. Stimmt das?

·         Dänemark

Tatsächlich gibt es beispielsweise in Dänemark Weihnachtstraditionen, die einzigartig sind. Nicht nur, dass das Weihnachtsfest an sich sehr groß gefeiert wird und sich überall widerspiegelt, wohin der Blick fällt. Dänemark hat auch Besonderheiten wie „Santa Lucia“, ein weiß gekleidetes Mädchen mit Kerzen auf dem Kopf, das in Dänemark am 13. Dezember Licht in das Land bringt; schließlich herrscht dort zu dieser Jahreszeit viel Dunkelheit. Überall finden an diesem Tag also Prozessionen von weiß gekleideten Kindern statt – das klassische Krippenspiel ist in Dänemark hingegen nur wenig verbreitet.

Eine weitere Abwandlung der Weihnachtsbräuche, die wir aus unserer Heimat kennen, ist der Adventskalender: Zwar ist auch er mittlerweile in Dänemark beliebt, traditionell gibt es aber den „Julekalender“, nämlich eine Weihnachtsserie mit 24 Teilen. Jedes Jahr wird eine neue Serie ausgestrahlt, doch der Brauch selbst wird bereits seit 1962 gepflegt. Eine dänische Besonderheit ist zudem der „Lille juleaften“, der kleine Weihnachtsabend, der bereits am 23. Dezember gefeiert wird, während Vorbereitungen für Heiligabend getroffen werden und der Weihnachtsbaum geschmückt wird. Dieser muss schließlich in voller Pracht erstrahlen, damit die Familie nach dem Weihnachtsessen einer weiteren Tradition nachgehen kann: Hand in Hand um den Weihnachtsbaum zu tanzen.

·         Finnland

Die Weihnachtszeit in Finnland ist geprägt von einer weißen Schneedecke und langen Nächten, die vom Lichterschmuck erhellt werden. Gleichzeitig ist es bitterkalt, weshalb der regelmäßige Gang in die Sauna während der (Vor-) Weihnachtszeit in Finnland eine lange Tradition hat. Noch vor dem gemeinsamen Essen und der Bescherung geht die Familie daher auch an Heiligabend noch einmal zusammen in die Sauna. Was folgt, ist ein üppiges Festmahl mit heimischen Speisen wie dem Weihnachtsschinken namens Joulukinku oder dem Julkuchen, auch Joulutorttu, genannt. Die Finnen haben zudem einen eigenen Glühwein, den Glögi, welchen die Erwachsenen am Weihnachtsfest genießen.

Für die Geschenke ist in Finnland dem Glauben nach der Weihnachtsmann zuständig. Er kommt jedoch nicht alleine, sondern hat kleine Helfer mit roten Zipfelmützen, die Tonttus genannt werden. Viele Kinder tragen daher an Heiligabend gerne ebenfalls eine solche rote Zipfelmütze. Zwei weitere Bräuche, die für Finnland typisch sind, sind die Himmeli, also Mobile aus Strohhalmen, die zur Weihnachtszeit gebastelt und an die Zimmerdecke gehängt werden. Zudem wird nach dem Weihnachtsgottesdienst den Verstorbenen gedacht, sodass es üblich ist, am Weihnachtsfest auch kurz den Friedhof zu besuchen, um dort eine Kerze anzuzünden.

Schweden
Schweden
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·         Schweden

Das schwedische Weihnachtsfest gleicht in vielerlei Hinsicht jenem in Finnland und wird als Julfest bezeichnet. Zudem findet auch hier am 13. Dezember das Luciafest in ähnlicher Form wie in Dänemark statt. Um sich am 23. Dezember für die Arbeit der Hauswichtel zu bedanken, wird eine Schüssel mit Milchbrei vor die Tür gestellt – damit die Wichtel im kommenden Jahr keine Streiche spielen.

Das eigentliche Weihnachtsfest wird in Schweden am 24. Dezember mit der ganzen Familie gefeiert. Nach dem traditionellen „Julskinka“-Essen wird gesungen, getanzt und es gibt eine Bescherung. Die Geschenke werden jedoch nicht durch den Weihnachtsmann oder das Christkind gebracht, sondern durch einen Ziegenbock. Der Julbock kommt als Begleiter des Weihnachtsmannes mit drei Kobolden, weshalb die Fenster und Türen den ganzen Abend lang geöffnet bleiben. Das nutzen Freunde sowie Nachbarn gerne aus, um kleine Geschenke zu hinterlassen.

Andere Länder mit spannenden Bräuchen

Je näher Länder also beisammen liegen und je ähnlicher ihre Kulturen sind, desto eher gleichen sich auch ihre Weihnachtsbräuche. Doch es gibt noch einige weitere Länder auf dem europäischen Kontinent, die ganz eigene Traditionen haben und deshalb in dieser Liste nicht fehlen dürfen:

·         Großbritannien

Das Weihnachtsfest in Großbritannien ähnelt stark jenem in den USA, dessen Bräuche die meisten Menschen aus Hollywood-Filmen und -Serien kennen. Hier bringt der Weihnachtsmann die Geschenke durch den Kamin und verstaut sie in den daran aufgehängten Socken. Am ersten Weihnachtsfeiertag versammelt sich gegen 15 Uhr zudem die gesamte Familie vor dem Fernseher, um die Weihnachtsansprache der Queen zu verfolgen. Dazu gibt es Kuchen und natürlich Tee. Der zweite Weihnachtsfeiertag, der auch als Boxing Day bezeichnet wird, dient dann dazu, anderen Menschen „Danke“ zu sagen. Üblich ist es daher zum Beispiel, kleine Geschenke an den Briefträger, den Taxifahrer und andere Personen zu übergeben, die einem tagtäglich das Leben erleichtern – ebenso wie an Bedürftige.

·         Niederlande

In den Niederlanden gibt es den ungewöhnlichen Brauch, die Geschenke bereits am 5. Dezember zu verteilen. An diesem Tag kommt nämlich der „Sinterklaas“, der nicht nur kleine Geschenke in die Schuhe legt, sondern zusätzlich eine große Bescherung bringt. Erst anschließend beginnen die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest mit Weihnachtsbaum, Adventskranz & Co. An Heiligabend verfolgen viele Familien gemeinsam die Sonderweihnachtssendung „All you need is love“ und versammeln sich anschließend für ein üppiges Festmahl. Nicht fehlen dürfen in den Niederlanden zur Weihnachtszeit zudem die Weihnachtskränze an den Christbäumen, von denen jeder pflücken und naschen darf.

Russland
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·         Russland

Bei einem Blick auf die russischen Weihnachtsaktivitäten sticht ein Brauch ins Auge: Dort wird Weihnachten nicht gesondert gefeiert, sondern gemeinsam mit dem Silvesterfest. Dementsprechend findet auch das Weihnachtsfest erst am 31. Dezember statt, bei dem die Familie in weihnachtlichem Ambiente mit geschmücktem Christbaum gemeinsam isst. Um Mitternacht kommt der langersehnte Väterchen Frost – in Russland „Ded Moroz“ genannt – mit seiner Enkelin und bringt die Geschenke. Der Heilige Abend mit Gottesdienst wird jedoch erst am 6. Januar gefeiert und der 7. Januar ist in Russland der erste Weihnachtsfeiertag. Um sich diese lange Wartezeit zu vertreiben, feiern die Kinder schon vorab in der Schule Weihnachten und verkleiden sich dabei, ähnlich wie an Fasching. Typisch sind Kostüme als Tiere, die im Wald wohnen, beispielsweise als Fuchs oder Hase. Eine Gemeinsamkeit gibt es aber trotzdem mit unseren heimischen Bräuchen: In der Vorweihnachtszeit wird alles festlich geschmückt und somit erstrahlt die weiße Schneelandschaft Russlands in bunter Lichterpracht.